<- Kapitel 03
 
Kapitel 04
 
Laura hat sich gestern Abend noch lange mit Jess` Vater unterhalten und wollte genau wissen was vorgefallen ist nachdem sie und Vicky mit Emily von Jess zurückgeschickt wurden. Laura war glücklich, dass Jess nicht auf den Puma geschossen hat. Sie meinte zu Opa Frank, dass Jess wohl genau das Richtige getan hat und sich einfach der Gefahr noch einmal gestellt hat. Mit dem Gedanken im Hintergrund fand sie es auch sehr rücksichtsvoll von ihm die Reiterinnen und den Hund nicht der Gefahr auszusetzen. Laura und Vicky haben das Training mit den Juniorreitern nach Jess`Anweisungen allein abgehalten, haben aber miteinander kein einziges Wort gewechselt. Irgendwie sind die Beiden nicht auf gleicher Wellenlänge.

Jess hatte gestern Abend nur noch seine Winchester in den abschließbaren Waffenschrank gestellt und ist ohne zu Abend zu essen und das will für ihn was heißen, Matratze horchen gegangen.

Nun war es früher Morgen und Laura lässt als erstes Emily, die natürlich vor Jess Bett geschlafen hat, nach draußen. Sie öffnete die Tür nur einen Spalt breit, so dass Emily durchpasste.

Jess schlief noch seelig und sägte auf dem Rücken liegend ganze Redwoodtreewälder nieder. "Meine Güte, das ging auch schon einmal leiser" lachte sie leise vor sich hin. Nachdem alle gefrühstückt hatten ging es ans Pferdetraining. Laura nahm sich Southern Star vor, der beim Gang über die Stangen noch etliche Unsauberkeiten zeigte.

 
 
Nach dem Korrekturritt ging es auf Mittag zu und sie musste wieder ins Ranchhaus um sich ums Mittag essen zu kümmern. Aus Jess Zimmer hörte sie seine tiefe Stimme mit den Katzen schimpfen, die wohl durch die Tür gehuscht waren. "So, nun lasst endlich meine Klamotten los, ich will mich anziehen und frühstücken. Mein Magen knurrt wie ein Grizzlybär".

Laura musste lachen als sie Jess mit den Katzen kämpfen sah. "Wie lange habe ich geschlafen Laura, es scheint ja schon hell zu sein" meinte Jess. Laura machte die Fensterläden auf und ließ das grelle Sonnenlicht rein. Das Fenster hatte Jess gestern Abend gar nicht geschlossen, wohl vergessen. Sie sah, dass er diese Nacht nicht geschwitzt hatte, also keine schlechten Träume und er sah ausgeruht aus. "Jess, dir kann die Sonne ja schon bis in den Hintern scheinen, Frühstück vergiss mal, gleich gibt es Mittagessen". Jess räkelte sich immer noch im Bett und bat Laura ihm seine Klamotten zu geben. "Könntest du mir eben in Hose und Stiefel helfen, ich kann mich mit dem blöden Verband zu schlecht bücken." Laura wurde knallrot. Sie konnte nichts daran tun. Es passierte einfach. " Ich glaube, ich schick dir eben mal deinen Vater". Jess meinte "Seit wann stellst du dich so an? Du hast doch genug Brüder und hast schon einen Mann ohne Hosen gesehen". Er lachte laut trotz seiner misslichen Lage. So gern lässt man sich als Ranchboss nicht beim Anziehen helfen. Dann sah er nach draußen und sah Vicky, die mit Amazing Abby arbeitete.

 
 
Die schöne vollblütige Dunkelfuchsstute hatte Jess auf die Ranch geholt zur Veredelung seiner Quarterhorsezucht. Sie sollte sich aber vorher unter dem Sattel beweisen. Er murmelte vor sich hin "Klasse Beine, wow" . Laura runzelte ihre Stirn. "Meinst du Amazing Abby oder diese, diese Vicky???" Danach rannte sie aus Jess Zimmer. Das Mittagessen roch schon so angebrannt.

Jess schüttelte nur seinen Kopf. Das kann ja heute heiter werden. Jetzt geht es mir gut und Laura zickt rum, dabei habe ich doch nichts gemacht....

Beim Mittagessen sassen alle zusammen aber waren ziemlich wortkarg. Jess lange kräftig zu und meinte er würde sich sehr freuen, wenn Dad noch einmal eine Fahrt mit dem Cart machen würde. Das Gewehr würde er auch gleich zu Hause lassen. Jess schlug vor zur Miller Farm zu fahren. Er hatte dort noch Geld zu bekommen, weil die Kinder auf der TWR reiten gehen. Die Miller Farm gehörte einem armen aber rechtschaffenen Farmerehepaar, die eben wie es zu der Zeit war, ein Kind nach dem anderen bekamen. Sie waren Schweinezüchter was für die Gegend in Wyoming sehr selten war und sie bauten Mais an. Mrs. Miller machte nach Jess` Meinung den besten Apple Pie im Staat Wyoming und er hatte die Hoffnung, dass er dort ein Stück Kuchen ergattern könnte. Opa Frank meinte nur, das lass mal nicht Laura hören. Die ist in letzter Zeit ohnehin von deinem Benehmen ziemlich enttäuscht.

Inzwischen war Snowflake angespannt und Opa Frank und Jess fuhren los.

 
 
Auf die warme Decke bestand Jess`Dad auch heute. Besser ist besser meinte er. Das Wetter ist etwas unberechenbar. Sie fuhren in zügigem Tempo an den Mähwiesen der TWR vorbei, die Jess kontrollieren wollte. Sie müssen sich bald um die Heuernte kümmern.

Bei der Familie Miller wurden die Männer stürmisch begrüsst vor allem von den Kindern. Jess rief nur noch "Bitte nicht so stürmisch, ich habe noch einen dicken Verband an". Er bekam natürlich von der netten Mrs. Miller seinen geliebten Apfelkuchen. Opa Frank auch und er musste natürlich die Geschichte vom Puma lang und breit erzählen. Nach einer Weile kam Mr. Miller aus dem Schweinestall und brachte Jess ein....Spanferkel - lebendig. Opa Frank und Jess fielen die Augen aus dem Kopf. Jess meinte natürlich in seiner großzügigen Art, das könnte er gar nicht annehmen. Mr. Miller ließ sich aber nicht so abspeisen und Jess nahm im Gegenzug keine Zahlung für das Kinderreiten. Das Schweinchen wurde hinten auf dem Cart verstaut und so ging es nach Hause auf die TWR.

 
 
Jess hatte seinen Humor wiedergefunden und musste ständig über das Quieken des Spanferkels lachen. Er strahlte über das ganze Gesicht und meinte: "Ich weiß wie es heißt - Schnitzel.

Ich liebe Schnitzel. Ich habe es in New York nach Wiener Art gegessen und im Deep South nach Art der Kreolenküche, war auch nicht schlecht." Schnitzel war eine Mordsabwechslung nach dem ewigen Rindfleisch wie es hauptsächlich in Wyoming gegessen wird. Opa Frank meinte nur zu Jess, er würde die Ranch sehr ungewöhnlich führen. Es gäbe kaum Bargeld, dafür völlig unnütze Gegenleistungen wie jetzt dieses Schwein. Jess meinte nur "Hast du eine Ahnung wie gut Schnitzel schmeckt! Dad ich will dich nicht kritisieren, aber als du die Ranch geführt hast, bist du mit deiner Mulizucht aufgelaufen. Die wollte keiner mehr haben" "Verdammt Junge, ein Pony willst du denen auch noch verkaufen? Die haben doch kaum Geld". Jess meinte dazu nur,

er hätte schon eines im Auge. Das würde er billiger hergeben und dafür bei Hendersons Wünschen nach zwei guten Quarterhorses entsprechend aufschlagen. " Junge, deine Rechenkünste bringen mich noch um den Verstand" war Opa Franks Antwort - und das Quieken von diesem verdammten Schnitzel. Muss das so laut sein?"

Zu Hause angekommen staunten alle nicht schlecht. Kathy schloß gleich Freundschaft mit dem Schweinchen.

 
 
Es war müde nach der Fahrt.
 
 
In der Zwischenzeit hatte Jess sich sein Indian Horse näher ans Haus holen lassen damit er sich besser bei ihm in Form von Möhren bedanken konnte.
 
 
Jess war begeistert, "Schnitzel kann sogar Kunststücken. Er springt hoch nach dem Möhrchen. Kann ein Pferd eifersüchtig sein?"

Laura grummelte nur - wie ungewöhnlich. Schweine sind doch Allesfresser. Das weiß doch jedes Kind.

Ob Schnitzel aber wirklich als Schnitzel enden wird? Da hat sich der Ranchboss wieder in eine Nummer reinmanövriert aus der er ganz schlecht rauskommt.

Opa Frank meinte nur: Ich kenn meinen Sohn. Das ist jetzt das nächste unnütze Vieh, das wir durchfüttern wie Vickys Ziegenbock und die Esel.

 
 
 
Opa Frank erinnerte sich noch lebhaft an Jess` lautes Fluchen als der gerade eingefangene Cheveyo sich von Jess losriss wegen dem Ziegenbock.