<- Kapitel 107
 
Kapitel 108
 
Zwei Tage vergehen, der Alltag geht weiter aber an Lauras Verhalten ändert sich nichts. Sie vermeidet es Jess zu berühren oder mit ihm zu reden und mit dem kleinen Raylan macht sie nur das Nötigste aber Jess beobachtet sehr genau, dass die Liebe wohl fehlt was er wiederum nicht nachvollziehen kann. Er hofft, dass sich dieses Verhalten mit der Zeit ändert und lässt Laura Zeit. Körperlich ist sie durch die Zwillingsgeburt sehr angeschlagen und so passiert es, dass Abby am nächsten Tag nach einer Untersuchung von Laura Jess sagen muss:
Nun ist alles aus, Laura hat keine Milch mehr. Unter meinen Patientinnen sind zwei Hochschwangere aber die haben erst in zwei, drei Tagen und einer Woche ihren Geburtstermin. Ich reite los zum Doc und frage ob er noch eine Amme weiß, aber ich habe da wenig Hoffnung.

Jess ist entsetzt und ratlos.
Abby, so lange Zeit hat Raylan aber nicht mehr. Er kann nicht tagelang warten. Mein Gott, jetzt bin ich wohl dran den Teufel zu bezahlen für alle meine Verfehlungen im Leben. Katie ist tot, eine kranke Frau und nun soll ich noch zusehen wie Raylan immer schwächer wird und verhungert. Nein!

Frank hört es auch und ist am Boden zerstört. Was soll denn noch alles kommen, denkt er.

Abby reitet auf ihrem Joker zurück nach Laramie um den alten Doc um Rat zu fragen.

 
 
Jess läuft raus zu seinen Bullen. Dort kann er am besten überlegen. Er versorgt Hermann, Jacky und Henry mit Heu und sieht ihnen beim Fressen zu.
 
 
Dann guckt er in den Himmel und sagt vor sich hin:
Mom, wenn du da wärst wüsstest du sicher was man jetzt noch mit Raylan machen kann. Laura kann ja auch nichts dafür. Aber der Kleine ist für mich das Größte. Ich kann ihn doch nicht einfach sterben lassen.

In dem Moment taucht Grumble auf. Er gesellt sich zu den Bullen und beansprucht seinen Teil am Heu. So legt Jess noch einmal nach damit für alle genug da ist.

 
 
Nachdem alle satt sind und wieder grasen gehen krault Jess Grumble und spricht mit ihm.
 
 
Yeah Grumble, das ist es! Danke Mom da oben, dass ich da nicht eher drauf gekommen bin! Wenn ein Elch so groß und stark wird wenn man ihn mit Kuhmilch aufzieht, dann müsste es doch bei einem kleinen Jungen auch funktionieren. Grumble war höchstens zwei Tage alt als ich ihn gefunden und mitgenommen habe und die wichtige Erstmilch hat Raylan von Laura gehabt, also los!

Jess guckt sich um ob Tommy auf der Ranch ist und hat Glück. Er holt sich immer noch gute Ratschläge wie er seinen Chinook reiten soll und hält ihn vor Jess an.

 
 
Jess fragt ihn gleich, ob er eine junge Kuh auf der Farm hat, die das erste Mal gekalbt hat. Diese Milch ist am besten. Tommy bejaht es.

Er ist ganz stolz, dass seine Mutter und er inzwischen fünf Kühe ihr Eigen nennen. Jess lobt ihn, dass er die Farm so gut in Schuss hat.

Dann geht er auf die Weide um sich ein Pferd zu holen. Sabola sieht ihn und gibt sofort Fersengeld.

 
 
Jess ruft ihm hinterher:
Du dumme Nuss, ich will doch gar nichts von dir. Na ja, ich kann dich verstehen nach der Nummer, die ich abgezogen habe. Dafür schäme ich mich in Grund und Boden. Lauf schon Sabola! Ich lass dich ja in Ruhe.

Jess entscheidet sich für Black Velvet und reitet in Begleitung seiner Emily zu Carolines Farm.

 
 
Caroline sieht Jess sofort an, dass er sehr bedrückt ist und traurig.
Hallo Jess, was ist los? So sieht kein glücklicher Vater aus. Tommy hat die Milch für deine Mädchen mitgenommen. Brauchst du noch etwas anderes?

Jess guckt sie traurig an und schildert Caroline was passiert ist.
Ich brauche Milch von deiner jungen Kuh, die das erste Mal gekalbt hat, nicht das Gemisch von allen.

Caroline melkt die junge Kuh. Jess krault sie und meint:
Danke Martha, hoffentlich klappt es was ich vorhabe.

Dann reitet er schnell zur Ranch zurück, sattelt Black Velvet ab und stellt sich dann gleich an den Herd um die frische Milch abzukochen. Frank kommt dazu, guckt und grinst:
Heute kocht der Boss selbst. Was wird das denn Jess? Du machst doch sonst um die Küche einen großen Bogen, hast in letzter Zeit ohnehin kaum etwas gegessen.

Jess meint:
Kochen ist zuviel gesagt, ich koche nur die Milch von Martha ab und nun muss ich etwas warten bis sie abkühlt. In der Zwischenzeit wickle ich jetzt den Kleinen und dann werden wir sehen.

Frank ist skeptisch.
Du willst Raylan die Kuhmilch geben? Meinst du das geht?

Jess antwortet:
Dad, wir haben nichts mehr zu verlieren und ich guck nicht zu, dass der Kleine immer schwächer wird. Er ist ohnehin so winzig, wenn ich an Loretta denke. Aber ihr haben ja auch nicht 6 Wochen gefehlt.

Er holt den Kleinen, füllt die Flasche und gibt sie. Raylan strengt sich an, wird rot im Gesicht vor Anstrengung aber er bekommt nichts aus der Flasche. Jess guckt mit fachmännischem Gesicht und meint:
Das Loch im Sauger ist zu klein, das schafft Raylan nicht.

Also vergrößert er es und dann gucken alle wie der Kleine genüsslich schmatzend sein Fläschchen trinkt.

 
 
Frank freut sich und grinst:
Raylan hat ja einen Zug wie sein Vater im Saloon. Hoffentlich kommt danach auch nur das Bäuerchen und nicht der gesamte Flascheninhalt wieder raus.

Jess meint dazu:
Dad, was kann ich denn dafür, dass die Straße nach Laramie immer so staubig ist? Unterwegs gibt es nur das pisswarme Wasser aus der Feldflasche und dann im Saloon das kühle Bier, lecker, das erste für den Durst, das zweite für den guten Geschmack und dann kann eben ein Rülpser passieren. Na und?

Frank lacht:
Benehmen ist bei dir immer schon Glücksache gewesen Jess. Der Kleine ist dir so ähnlich, dass ich manchmal denke ich bin wieder jung und habe dich auf dem Arm als du klein warst. Die gleichen fragenden Augen, die bis auf den Grund der Seele gucken wie du es bei deinen Tieren machst! Warum kann ihn Laura bloß nicht lieb haben?

Jolene und Loretta kommen dazu und gucken was ihr Dad mit Raylan macht. Jess hat ein Handtuch genommen um das Bäuerchen nicht auf die Lederweste zu bekommen. Es kommt tatsächlich nur ein winziger Schluck zurück.

 
 
Raylan ist zufrieden, satt und wird müde. Daher legt ihn Jess in sein Bettchen zurück, streichelt ihn noch einmal liebevoll und meint:
Das ist das erste Mal, das ich ein Rindvieh abknutschen könnte. Danke Martha, du bist die Beste! Was ein richtiges Bullrider Baby ist kommt auch mit Kuhmilch klar.

Der kleine Raylan sieht seinen Dad an und schläft dann zufrieden ein.

 
 
Alle können etwas entspannen nachdem die Ernährung des kleinen Raylan umgestellt ist und er die Milch gut verträgt. Die Ärztin Abby ist sehr zufrieden mit der Entwicklung des Kleinen und sieht erfreut wie liebevoll die Männer der Tumbleweed mit dem Jüngsten umgehen. Sie hat es von Jess nicht anders erwartet. Nur Laura bereitet allen immer mehr Sorgen mit ihrem teilnahmslosen Verhalten.