<- Kapitel 115
 
Kapitel 116
 
Der normale Ranchalltag auf der Tumbleweed nimmt seinen Lauf. Laura übt mit Southern Star.
 
 
Nach getaner Arbeit belohnt sie ihn mit einer Mohrrübe.
 
 
Frank ist mit dem Cart unterwegs. Die Hunde leisten ihm Gesellschaft.
 
 
 
Jess macht sich den Spaß und cuttet in Ermangelung von Kälbern auf Cheveyo die Kinder, die auf der Tumbleweed zum Reiten kommen.

Alle haben viel Spaß dabei. Die großen Bullen sind nicht das richtige Objekt zum Treiben. Sie lieben eher die Gemütlichkeit.

 
 
So hat jeder seine Arbeit bis am nächsten Morgen Laura aus dem Schlafzimmerfenster sieht und ganz aufgeregt ruft:
Jess, aufstehen, schnell, da ist was mit Hermann, der liegt auf der Seite!

So schnell ist Jess selten hellwach, raus aus dem Bett, Klamotten anziehen, Hut aufgesetzt und raus zu den Bullen.

 
 
Hermann liegt auf der Seite. Die anderen Bullen haben sich um ihn gestellt und beobachten ihn.

Der schwere Bulle liegt auf der Seite und kommt nicht mehr hoch.

 
 
Jess hat schon eine Ahnung und horcht an Hermanns Bauch, aber er kann nichts hören was ihn noch mehr alarmiert. Er rennt wieder zurück ins Haus. Er weiß, dass Abby bei Patrick übernachtet hat. Es ist eine Angewohnheit von ihr ihre Arzttasche vor Patricks Tür stehen zu lassen und so rennt Jess zwei Stufen gleichzeitig unter den Stiefeln die Holztreppe herauf, kramt in der Tasche und schnappt sich Abbys Stethoskop.

Abby wird durch das Gepolter wach, zieht sich schnell an und folgt dann Jess, der schon wieder auf der Bullenweide ist. Er horcht mit Abbys Stethoskop an Hermanns Bauch.

 
 
Abby kommt dazu:
Jess, wie kommst du dazu mein Stethoskop einfach zu nehmen? Man kann ja wenigstens vorher fragen.

Jess guckt auf.
Hab dich nicht so Abby, keine Zeit! Hermann geht es ganz schlecht. Das muss jetzt alles schnell gehen oder ich muss ihn erschießen. Ich werde ihn nicht leiden lassen. Beweg dich sehr vorsichtig und langsam! Die anderen Bullen beschützen ihn. Meine Güte, so ein rosa Teil, aber ich habe jetzt wenigstens was gehört. Mit Hilfe des Stethoskops kann Jess Restgeräusche des Magens hören.

Abby schüttelt den Kopf.
Das sagst du mir jetzt, dass die Bullen gefährlich werden können Jess, du bist unmöglich. Was hast du denn gehört? Ich habe keine Ahnung was dem Bullen fehlt, bin ja keine Tierärztin. Aber deinem Hermann geht es sehr schlecht.

Der Bulle gibt stöhnende Laute von sich und sabbert in dicken Fäden aus dem Maul.
Henry kommt bedrohlich näher an Abby.

 
 
Die nimmt es gar nicht wahr und fragt Jess:
Was ist denn nun mit Hermann? Ich kenne mich mit Rindviechern nicht aus, höchstens mit menschlichen. Da habe ich unter meinen Patienten reichlich, dich an erster Stelle wenn du dich nie an meine Anweisungen halten willst.

Jess muss lachen obwohl ihm elend zu Mute ist. Er hängt sehr an Hermann und denkt an den Ärger mit seinem Vater als er ihn damals seinem Nachbarn Henderson abgekauft und ihn nach Hause gebracht hat.

 
 
Eigentlich sollte Jess ja nur eine Rinderhälfte besorgen und kam mit Hermann zurück. Henderson wollte ihn schlachten, weil Hermann seinen Job bei den Kühen nicht nachgekommen ist sondern lieber Blümchen mag.
 
 
Frank kam nicht dagegen an, dass Jess ihn in seine Bullen-WG aufgenommen hat.

Jess scheucht die Bullen von Hermann weg.
Ab mit euch! Ich kann euch hier nicht gebrauchen. Wir versuchen ja Hermann zu helfen. Abby, du holst Jeremy und Patrick. Laura soll mit den Kindern im Haus bleiben. Die müssen sich das nicht mit ansehen falls es schief geht und ich Hermann erschießen muss. Er hat eine Labmagenverlagerung. Wir müssen ihn auf die andere Seite drehen damit das wieder an seinen Platz zurückgehen kann. Wenn das nicht klappt, dann muss ich ihn erschießen. Verdammt, ich will das aber nicht! Shit Hochleistungsviecher! Die sind so empfindlich. Los lauf Abby, hol die Männer! Sie sollen Stricke mitbringen.

Abby holt Jeremy und Patrick. Jeremy geht nur widerwillig zu den Bullen. Sie sind ihm nicht so geheuer. Jess hat inzwischen Stricke an Hermanns Beine gebunden.

 
 
Jess schielt auf die Winchester, die er auf die Weide gelegt hat.
Nein, ich will dich nicht benutzen. Los zieht jetzt mit aller Kraft, die ihr habt. Ich schiebe vom Bauch aus. Er muss auf die andere Seite gedreht werden!
 
 
Sie ziehen alle und Jess schiebt. Allen läuft der Schweiß bei der Anstrengung aber der Bulle bewegt sich kein Stück. Jess schüttelt seinen Kopf nachdenklich.
So wird das nichts! Der ist zu schwer und bewegt sich keinen einzigen Inch.

Er guckt Abby an.
Ich weiß woran es liegt, Abby, du hast zu wenig gezogen!

Dann grinst er.
Ich habe eine Idee, was wir nicht schaffen wird mein Shire wohl können. Yukon Jack ist stärker als wir alle zusammen. Ich hole ihn.

Jess halftert den großen Hengst und bindet ihm die Stricke um.
Los Jack, zieh an!

 
 
Yukon Jack legt sich in die Stricke und zieht an. Patrick hält den anderen Strick des Hinterbeins und so gelingt es.
 
 
Hermann liegt auf dem Rücken und kann dann auf die andere Seite gedreht werden.
 
 
Jess beruhigt Hermann.
Puh, das war knapp. Alles o.k. Hermann, nun steh aber auch auf! Hoch mit dir!

Der starke Shire sucht inzwischen schon wieder das Weite. Er will grasen nach der Anstrengung.

 
 
Jess ruft ihm hinterher.
He, hiergeblieben Jack, ich muss noch das Halfter abnehmen! Jeremy mach du das eben! Ich muss mich um Hermann kümmern.

Hermann steht inzwischen wieder auf seinen vier Hufen. Er zittert und speichelt nicht mehr. Es geht ihm sichtlich besser.

Jess steht glücklich vor ihm und tätschelt den riesigen Bullen.

 
 
Mensch Hermann, das war knapp. Jage mir nie wieder so einen Schreck ein!

Beim gemeinsamen Mittagessen erzählt Abby Laura und Frank von der Aktion.
Ich habe so etwas noch nie gesehen und erlebt! An Jess ist ein Tierarzt verloren gegangen. Er wusste was los ist und musste dazu ausgerechnet mein Stethoskop nehmen. Nun muss ich es desinfizieren.

Jess grinst.
Hab dich nicht so Abby! Hauptsache Hermann geht es wieder gut.

Laura und die Kinder freuen sich. Nur Frank meint:
Ich hatte mich schon auf ganz frische Steaks gefreut, das wird jetzt wohl nichts!

Jolene, Loretta und Jess protestieren gleichzeitig.
Grandpa, du bist ja so gemein!

Frank lenkt ein.
Ist doch nur Spaß! Ich bin auch froh, dass es Hermann wieder gut geht. Jess hat wirklich viel Ahnung von Rindviechern und wusste was zu tun ist.

Am späten Nachmittag fährt Jess eine Fuhre frisches Heu auf die Bullenweide. Alle, auch Hermann, stehen schon da und erwarten Jess, der Barney eingespannt hat.

 
 
Jess begrüßt seine Bullen.
Na ihr wartet ja schon auf euer Fresschen! Alles o.k. Hermann? Halte dich zurück vom taufeuchten Gras morgen früh und fresse lieber Heu. Euch anderen macht es keine Probleme. Hermann, du warst sicher mal wieder zu gierig. Ich denke nächste Nacht schlafen wir alle gut nach diesem anstrengenden Tag.