<- Kapitel 117
 
Kapitel 118
 
Jess geht es nach seiner etwas unsanften Landung nach dem Ritt auf Big Bad John wieder besser und er widmet sich wieder der Arbeit mit seinen Pferden. Er bewegt Spanish Girl, die immer die Ohren nach hinten dreht und sehr gut auf Jess Ansprache reagiert.
 
 
 
 
Nach dem Ritt sattelt Jess Spanish Girl ab und bringt sie zu den anderen Pferden auf die Weide. Dann wirft er in Begleitung seines Teddy einen Blick auf die schöne Spotted Drafter Stute Raggedy Anne.
 
 
Sie ist eine Stute von ruhigem Gemüt, die sich auch nicht von Teddy aus der Ruhe bringen lässt.
 
 
Plötzlich taucht Frank auf mit einem Pferd am Lasso. Frank strahlt:
Guck mal Jess, der ist für dich, ich weiß ja, du suchst eigentlich eine Stute, aber Fergus Avery hatte keine. So ist es dieser Kleine geworden. Der ist für dich. Du hast mir so leid getan mit deinem Rücken, da sollst du eine Freude haben.
 
 
Jess wirft einen Blick auf den kleinen Drafter.
Dad, das ist jetzt nicht dein Ernst! Was zur Hölle ist das?

Frank stutzt:
Siehst du doch, das ist ein kleiner Shire, der ist noch ganz jung und wird sicher mal ein schöner Großer. Die brauchst du doch immer Jess.

Jess guckt sich das Pferd sehr zweifelnd an und geht näher.

 
 
Sag mal Dad, du hattest wohl zu viel mit Mulis zu tun. Wo ist dein Sachverstand mit Pferden geblieben? Ich glaub es nicht. Dieses Pferd ist erwachsen.

Jess guckt ins Maul.
Dein kleiner Shire ist bereits drei bis vier Jahre alt.

Frank ganz entsetzt:
Nein, der soll noch ganz jung sein hat Fergus gesagt. Die Klöten sind noch nicht einmal abgestiegen.

Jess bückt sich und guckt nach. Er guckt wütend wieder noch und wendet sich seinem Vater zu.
Dad, ich glaubs nicht, der hat gar keine und man sieht klar, dass er gelegt worden ist. Das ist ein voll erwachsenes Pferd und im Leben kein Shire. Da hat ein Pony mitgemischt. Fergus hat dich ganz schön beschissen. Das Pferd ist völlig nutzlos für eine eventuelle Zucht. Was soll meine Raggedy Anne mit einem Zwerg?

 
 
Die schöne Stute begutachtet den kleinen Wallach von oben herab und Jess muss lachen.
Siehst du, das ist wohl nicht der richtige Lover und ohne Klöten schon gar nicht.

Da taucht Jolene auf, die das Gespräch zwischen Vater und Sohn belauscht hat.
Grandpa ist beschissen worden, Grandpa ist beschissen worden, Dad was sind Klöten?

Grandpa wird rot und Jess lenkt ab.
Beschissen sagt eine kleine Lady nicht und das andere, Laura sag du doch mal was! Das klären wir später.

Jolene wendet ein:
Aber Dad, du sagst das doch auch!

Jess antwortet:
Das ist etwas völlig anderes.

Inzwischen ist Laura gekommen und steht mit hochrotem Kopf dabei.

 
 
Jess dreht sich um.
Laura, Sweetheart, was ist mit dir los? Ist dir nicht gut?

Laura stammelt nur:
Jess Darling, ich muss dir was sagen, aber rege dich um Himmels willen nicht auf. Das ist nicht gut für dein Herz. Am besten du trinkst erst einen Whisky oder auch zwei. Das beruhigt dich in der Regel.

Nun ist Jess völlig durcheinander.
Laura, es reicht was Dad mir heute bietet, was hast du ausgefressen? Es muss was Schlimmes sein, wenn du mich am Tage Whisky trinken lassen willst. Das macht mich äußerst misstrauisch. Los, rück raus mit der Sprache!

Laura fasst sich ein Herz und zieht ab. Erst holt sie die Whiskyflasche, sicher ist sicher, dann holt sie das Geschenk für Jess, dem sie etwas Gutes tun will. So steht sie da mit der Whiskyflasche in der Hand um Jess zu besänftigen und ihrem Geschenk am Lasso.

 
 
Jess läuft vor Ärger rot an, guckt und guckt, reibt sich die Augen und glaubt es nicht:
Noch so ein Zwerg, habt ihr noch alle Nadeln an der Tanne? Vermutlich auch von Fergus, die gleichen sich ja wie ein Ei dem anderen. Wer weiß ob der welche hat! Ihr seid beide ganz tolle Pferdefachleute, ich glaubs nicht was ich sehe und habe noch keinen einzigen Schluck Whisky gehabt. Ich träume das nur, Happy April Fools Day! Ihr treibt mich in den Wahnsinn. Ich bin reif fürs Irrenhaus oder gehe zu den Lakota. Dort haben Verrückte eine Sonderstellung und werden geachtet.

Jess guckt drunter.
Wieder so ein toller Shire ohne Klöten. Fergus hat es also geschafft meinen Dad und meine Frau zu betrügen. Eigentlich solltet ihr die Beiden zurückgeben. Aber wie ich Fergus kenne hat er sich ins Fäustchen gelacht und eure Dollars im Saloon schon versoffen und verspielt. Etwas Strafe muss sein für die Nummer! Dad wie war das jetzt mit den unnützen Viechern?

Dad und Laura sind lieber still. Die beiden Wallache freuen sich und begrüßen sich.

 
 
Frank klopft Jess auf die Schulter.
Take it easy Jess. Wir wollten dir beide nur etwas Gutes tun.

Jess ist so überfahren, dass ihm die Worte fehlen.

 
 
Die beiden Wallache begrüßen sich freudig.

Jess beobachtet sie.

 
 
Dann meint er nachdem er sich etwas abgeregt hat:
Eigentlich sind sie ja ganz nett. Sie sehen aus wie Chocolate Chips und Chocolate Muffins. Aber who is who? Muffins könntest du mal wieder machen für die Kids Laura!

Laura schaltet gleich.
Alles was du willst Jess, klar für die Kids, Hauptsache du schimpfst nicht mehr mit Frank und mir.

Brighty und das Quarterpony Gold Dust kommen. Brighty setzt sich gleich auf den Hintern und Gold Dust legt vor Schreck einen Sliding Stop hin wegen dem ungewohnten Bild der Draftponies, die wie Zwillinge aussehen.

 
 
Jess lacht:
Seht ihr, selbst Brighty und Gold Dust sind platt von dem was sie hier zu sehen kriegen - nicht nur ich. Mir fällt zu eurer Pferdekenntnis gar nichts mehr ein. Kauft Hengste ohne Klöten, ihr glaubt Fergus wohl alles ihr Fachleute! Es war ja gut gemeint, aber den nächsten Pferdekauf überlasst bitte bitte lieber wieder mir. Da kommt mehr bei rum!

Jolene ist begeistert von den beiden Draftponies und stellt gleich mit Freude fest, dass es ganz liebe Ponies für Kinder sind. Chocolate Chips wird eingespannt, vielleicht ist es ja auch Chocolate Muffin, so genau weiß es keiner - und los geht die Fahrt.

Opa Frank hat ein Auge auf die Kinder.

 
 
Die Kids haben ein Lämmchen und die weißen Kaninchen zur Fahrt eingeladen. Jolene und Raylan sind mit von der Partie, Raylan natürlich mit Dads Hut.
 
 
Jess ist stolz auf Jolene, die gut mit den Ponies umgehen kann und nutzt die Pause um seiner Frau näher zu kommen.
 
 
Nein, Honey, ich bin ja schon gar nicht mehr böse. Aber tut mir einen Gefallen und macht so etwas nicht noch mal mit mir. Das halten meine Nerven nicht aus.

Dann muss er dermaßen lachen über die jungen Shires die Draftponies sind, dass er sich gar nicht mehr einkriegt.

Laura meint zu Frank:
Siehst du, das ist es was ich an deinem Sohn liebe. Er ist einfach so wie sein Lachen und nimmt nichts lange krumm. Ich glaube wir haben uns wohl beide etwas dusselig angestellt mit unseren Käufen.

Frank nickt zustimmend.
Wie konnte uns das bloß passieren Laura?

Wirklich zufrieden mit den Ponies sind die Kinder.

 
 
Alles ist so friedlich. Das Lämmchen, Kaninchen und Küken sind dabei und die Kinder glücklich mit den Tieren.

Nur von Jess kommt ein mahnendes Wort an seinen Vater:
Nur damit du Bescheid weißt, Raylan liebt das Lämmchen heiß und innig. Es gibt zu Ostern kein Lamm. Wir haben noch genug Rindfleisch. Ich mag sowieso kein Schaf. Davon habe ich hier genug in menschlicher Form. Oh man, was für ein Tag!

Laura und Frank sagen lieber nichts dazu und sind froh, dass sich der Ranchboss wieder beruhigt hat.