<- Kapitel 131
 
Kapitel 132
 
Jess ist bekannt dafür schwierige Pferde zu korrigieren und so kommt es, dass er von einem Farmer einen zierlichen Appaloosa Wallach in Beritt bekommt. Der Farmer hat ihn als Reitpferd für seinen 16jährigen Sohn gekauft, der ein gutes Reitpferd und keinen Ackergaul wollte. Sparkling Diamond hat gute Papiere und ist im richtigen Alter eingeritten zu werden. Der grobe Farmer hat es mit Gewalt versucht ebenso sein Sohn, der das genaue Abbild seines Vaters ist. Der Wallach wurde herumgezerrt, geschlagen und mit lauten Worten beschimpft. Nun ist er von keinem mehr zu handhaben. Der Farmer setzt Jess eine Frist von einem Monat, dann soll das Pferd reitbar sein für seinen Sohn, andernfalls würde er es erschießen. Er ist nicht gewillt einen nutzlosen Fresser auf der Farm durchzufüttern. Jess arbeitet nicht gern unter Zeitdruck, hat aber Mitleid mit Sparkling Diamond. Er nimmt ihn mit und stellt ihn erst einmal ein paar Tage in den Corral ohne etwas von ihm zu verlangen.
 
 
 
Auf die Körpersprache von Jess reagiert Sparkling Diamond gut. Aber sobald er ihn mit Worten beruhigen will, geht er in die Ecke und zittert vor Aufregung. Jess versucht es mit allen Tricks, aber auch die Mohrrübe zieht nicht. Der Appaloosa lässt Jess einfach sitzen und fühlt sich zu Jolene hingezogen.
 
 
Beim Abendessen ist Jess ziemlich still und stochert nur im Essen herum. Laura meint:
Darling, was ist mit dir los?

Aus Jess platzt es heraus:
Vielleicht bin ich ja doch kein so guter Pferdekenner. Sparky lässt mich wie einen Volltrottel mit der Mohrrübe sitzen. Ich komme nicht an ihn heran. Er hat panische Angst sobald ich mit ihm spreche. Auf meine Körpersprache reagiert er gut. Aber das kann ich groben Farmern wohl kaum beibringen. Ein Monat ist nicht lange. Wenn ich versage soll er erschossen werden. Die füttern nichts Nutzloses durch und ein Pferd, das man nicht reiten kann, ist nutzlos in den Augen der Farmer. Sie haben es geschafft, dass Sparky völlige Panik vor Männern hat, wenn er nur eine Männerstimme hört. Er ist herumgezerrt, geschlagen und mit lauten Worten böse eingeschüchtert worden. Hätte ich mich bloß nicht darauf eingelassen! Ein Monat ist einfach zu kurz um so ein verkorkstes Pferd hinzubiegen.

Laura meint:
Hab Geduld, Darling! Vielleicht ist morgen schon alles ganz anders. Du hast bis jetzt noch jedes Pferd korrigieren können.

Jolene hat das Gespräch verfolgt und ihr tut Sparky leid und ebenso ihr Vater dessen Bemühungen bis jetzt ins Leere gelaufen sind. Sie folgt ihm in den Stall. Die Beiden sitzen auf der Bank und beobachten die Katzen.

 
 
Jess umarmt Jolene liebevoll und sie genießt die Zeit, die sie ihren Dad für sich allein hat. Sie fragt:
Dad, dir macht Sparky sehr zu schaffen! Er ist wie ich war als ich hierher gekommen bin. Nachdem meine Mom tödlich verunglückt war, hatte ich nur noch Angst vor Grandpa, vor dem Onkel und auch vor der Tante in New Orleans. Niemand wollte mich, sie haben mich nur herumgeschubst. Dann bin ich hier auf die Ranch gekommen und wieder waren da Männer, du als Vater den ich nicht kannte, Grandpa, Patrick, Jeremy. Ich weiß noch wie du mich getröstet und in deine starken Arme genommen hast als ich mich in der ersten Nacht in den Schlaf geweint habe. Sparky muss wie ich lernen, dass nicht alle Männer böse sind. Ich glaube Sparky und ich sind uns sehr ähnlich. Wir haben dasselbe erlebt.

Jess nickt nachdenklich:
Du hast mir so leid getan Jolene. Du bist nicht gut behandelt worden von deiner Verwandtschaft im Süden. Hätte ich bloß gewusst, dass es dich gibt, dann wäre es nie so weit gekommen. Es ist schon spät, lass uns jetzt schlafen gehen.

Jolene überlegt, ihr macht Sparky genau so zu schaffen wie ihrem Vater. Sollte das jetzt die Gelegenheit sein, die Leotie meinte? Das silberne Pferd von dem Leotie sprach, hat Jolene im Traum gesehen.

 
 
Das muss es sein! Jolene ist voller Mut und Zuversicht. Sie steht am nächsten Tag beim ersten Tageslicht auf und nimmt Sparky ans Halfter.
 
 
Der zierliche Wallach folgt Jolene willig. Sie spricht liebevoll mit ihm und Sparky fühlt, dass von dem Mädchen keine Gefahr für ihn ausgeht.
Die Bemühungen ihres Vaters mit Sparky laufen weiter ins Leere, so dass Jess immer sorgenvoller auf den sich nähernden Abgabetermin auf den Kalender sieht.

Jolene steht die nächsten Tage weiter sehr früh auf und arbeitet mit Sparky, der sie schon freudig erwartet. Dieses Mal hört Laura das Getrappel im Corral und weckt Jess.
Guck mal raus, Jolene und Sparky! Sie führt ihn sehr bestimmt und er folgt ihr gern.

Jess springt aus dem Bett, rein in seine Klamotten und will sich die Winchester greifen. Laura hält ihn am Arm fest.
Nein, Jess! Lass die Beiden! Du hast selbst gesagt, dass Sparky nicht aggressiv ist. Vertrau ihm und vertrau Jolene! Ich glaube, sie bringt uns heute etwas bei.

Jess grummelt etwas Unverständliches und läuft lautlos wie ein Lakota zum Corral. Er will Jolene nicht stören, aber ein Auge auf sie und Sparky haben. Er kann nicht glauben was er sieht. Sie führt den Appaloosa ein paar Runden völlig konzentriert. Seine Anwesenheit registriert sie gar nicht.

 
 
Dann geht sie einen Schritt weiter und legt ein Pad auf. So weit ist Jess mit Sparky nie gekommen.
 
 
Sie macht Sparky ein Bosal um und sattelt ihn.

Jess guckt und wagt es kaum zu atmen. Dann passiert das Unglaubliche, Jolene steigt auf.

 
 
Sie nimmt die Zügel des Bosals auf und reitet los als hätte sie nie irgendetwas anderes getan.
 
 
Laura steht plötzlich neben Jess und gibt ihm eine Mohrrübe in die Hand. Jess guckt immer noch fassungslos. Laura meint:
Ist sie nicht großartig, unsere Große! Ich habe es geahnt, irgendwann überwindet sie ihre Angst vor dem Reiten.

Dann lässt sie Jess allein. Dieser Moment soll Vater und Tochter ganz allein gehören. Jolene hat Sparky inzwischen abgesattelt. Sie hat von ihrem Vater gelernt, dass man ein Pferd nicht überfordern soll. Jess flüstert:
Jolene, ich weiß gar nicht was ich sagen soll, du warst großartig! Du bist mit Sparky weitergekommen als ich jemals war. Du hast wohl doch mehr Ahnung von Pferden als ich. Ich schaffe mir einen Schaukelstuhl an, lese die Tageszeitung und du machst meine Arbeit.

Jolene lacht:
Warum flüsterst du so Dad? Ist was mit deiner Stimme? Du Dummchen Sparky, nimm die Möhre, das ist nur mein Dad und der hat noch nie einem Pferd etwas getan.

Jess nimmt Jolene in seine Arme.
Das hast du großartig gemacht. Du hast deine Angst überwunden und Sparky auch. Ihr seid so ein schönes Paar.

Jolene strahlt ihren Dad an und ist glücklich seine Aufmerksamkeit ganz allein für sich zu haben. Jess vertraut ihr und lässt sie weiter mit Sparky arbeiten. Er lernt Jolenes Tasche am Sattel zu tragen.

 
 
Laura ist mit Raylan dazugekommen und meint:
Sie ist so glücklich mit Sparky und der Abgabetag ist nicht mehr weit, Jess.

Jess überlegt nicht lange und weiß jetzt wie er Jolene seine Liebe zeigen kann. Am Abend vor dem Abgabetag reitet er spät zur Farm ohne Sparky mit zu nehmen. Es wird eine zähe Verhandlung, aber Jess schafft es den Appaloosa zu kaufen. Jess bekommt die Besitzurkunde mit dem Abstammungsnachweis und verrechnet seine Bemühungen mit dem Kaufpreis. Der Farmer ist froh Sparky los zu sein.

Am nächsten Morgen wundert sich Jolene, dass Sparky noch auf der Ranch ist. Sie ist tapfer und unterdrückt ihre Tränen. Sie sagt sich, es ist Dads Job und ich habe ihm geholfen. Jess schickt sie zu Sparky mit der Bitte ihn zu satteln und zu reiten. Es fällt Jolene schwer mit dem Gedanken, dass es das letzte Mal sein wird.

 
 
Jess schaut einen Moment zu, dann geht er ins Ranchhaus und setzt sich an seinen Schreibtisch. Er nimmt die Besitzurkunde und trägt Jolene als Besitzerin von Sparkling Diamond ein. Danach geht er guter Dinge zu Jolene mit der Urkunde unter dem Arm.
 
 
Hallo Jolene, hier habe ich etwas für dich! Lesen hast du ja in der Schule sehr gut gelernt.

Jess drückt ihr die Urkunde in die Hand und Jolene liest:
Besitzurkunde
Appaloosa Sparkling Diamond
die Abstammung von drei Generationen und dann
Besitzer: Jolene Harper

Jolene guckt ihren Dad fassungslos an. Sie lacht und weint gleichzeitig. Jess meint:
Süße, was ist denn? Ich dachte du freust dich.

Jolene schluchzt:
Das sind doch auch Freudentränen. Sparky soll mir gehören, ganz allein mir?

Jess grinst:
Nach der Vorstellung kann ich doch so ein perfektes Paar nicht trennen. Du bist alt genug für ein eigenes Pferd und hast es dir verdient. Behandle ihn gut, er wird dir noch viel Freude machen!

 
 
Jolene nimmt Sparky und die Besitzurkunde als wollte sie beides nie mehr loslassen. Jess ist mit sich und der Welt zufrieden weil er seiner Großen endlich seine Liebe zeigen konnte. Jolene genießt den Rest der Sommerferien mit Sparky. Sie hat ihm sogar einen Schlafanzug gekauft.
 
 
Jess meint lachend dazu:
Ich wusste gar nicht, dass Pferde Pyjamas tragen.

Jess verbringt mehr Zeit mit Jolene auf gemeinsamen Ausritten. Zunächst darf Raylan mit ihm ein paar Runden auf Goldy reiten.

 
 
 
Dann reiten Vater und Tochter gemeinsam aus.
 
 
Jess ist sehr stolz auf Jolene, die es mit Sparkys Hilfe geschafft hat ihre Angst vor dem Reiten zu überwinden.