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Kapitel 14
 
Der Tag der Hochzeit ist gekommen. Vorher war Jess in Laramie um einige offizielle Dinge zu klären. Er hat Laura als Mitbesitzerin der TWR beim Land Management eintragen lassen und war beim Doc, der ihn endlich vom Verband befreite. Danach ging es in den Laden in Laramie, der alles hatte. Der Inhaber war John, ein alter Schulfreund von Jess. Er guckte ihn nur an und meinte wortkarg wie Männer aus den Bergen sind, weiß schon was du willst, hat sich bis Laramie rumgesprochen, dein Announcement und lacht - wird ja langsam auch Zeit sesshaft zu werden.

Insgeheim war John ziemlich neidisch. Er ist als Krämerseele nicht groß aus Laramie weggekommen und beneidete Jess, der sehr viel von der USA gesehen hat. John griff unter die Ladentheke und zauberte die schönsten Eheringe hervor, die man sich vorstellen konnte. Beim Preis pfiff Jess mit jungenhaften Lachen durch die Zähne und meinte nur so wird man reich, John. Egal, für Laura mach ich alles und wühlte in seinen Jeanstaschen, Sorry, kriegst einen Scheck von mir. So, das war dann auch erledigt und zog ab.

Am wichtigsten Tag war Jess morgens verschwunden. Er hat seine alten Klamotten an und war mit Smart Chic, seinem absoluten Verlasspferd, ein bischen unterwegs. Opa Frank sucht den Bräutigam, der schließlich eine der Hauptpersonen ist, und findet ihn nachdenklich am Wasser.

 
 
Seine Emily war natürlich wie immer dabei. Jess schreckt hoch als sein Vater von hinten kommt.

Opa Frank
Junge, meinst du nicht es ist langsam an der Zeit, dein Pferd abzusatteln und dich etwas sagen wir ansehnlicher zu machen?

Jess
Hm, ja, mir geht so viel durch den Kopf. Ehrlich gesagt sind meine Gefühle heute völlig durcheinander. Auf der einen Seite bin ich der glücklichste Mann in den USA und auf der anderen Seite bin ich völlig fertig, weil Ma am vermutlich wichtigsten Tag meines Lebens nicht dabei sein kann.

Opa Frank wischt sich verstohlen eine Träne aus den Augen.
Junge, ich verstehe dich so gut. Meine Gedanken sind dieselben. Margaret hätte sich sehr über deine Wahl gefreut. Sie hat Laura geliebt, sie war diejenige, die die letzte Zeit immer hilfreich an der Seite deiner Ma war. Jess, da müssen wir zwei Männer jetzt wohl durch!

Jess
Dad du hast wie immer recht, gehen wirs an! Was für ein Tag, ich befürchte, der große Knaller kommt nachher noch.

Opa Frank
Was soll ich von dieser Bemerkung halten?

Jess
Dad, lass mal, die Leute reden über das was man macht und über das was man nicht macht also egal - Bullshit, so spät schon, jetzt muss ich aber los!

Jess sattelt seinen Smart Chic ab und bringt ihn auf eine der Koppeln. Danach geht er ins Haus und zieht sich um. Sauberes Hemd und Hose, Bolotie nicht vergessen, das Kästchen mit den Ringen, alles klar!

Inzwischen kommt der Reverend an. Jess begrüsst ihn gleich mit den Worten
Willkommen auf der TWR, diesmal sag ich aber gleich, dass ich das Pferd ausschirre. So lange muss es nicht hier rumstehen Reverend. Es kann hier in den Corral, Wasser ist auch da.

Der Reverend ist noch derselbe wie aus Jess Kindheit. Er erinnert sich sofort und muss herzhaft lachen.
Nicht verändert Mr. Harper, nur etwas älter geworden!

Jess bringt das Pferd des Reverends weg, der sich inzwischen schon angeregt mit den eingetrudelten Hochzeitsgästen unterhält. Es kam natürlich wie es kommen musste, das Pferd säuft und sprüht eine Wasserfontäne um sich, erwischt natürlich Jess`Klamotten. Er springt noch geistesgegenwärtig an die Seite - Bullshit - aber das rettet auch nichts mehr.

Das Barbecue ist vorbereitet, die Rinder brutzeln vor sich hin. Getränke stehen bereit und es kann losgehen. Laura kommt an der Hand ihres Vaters aus dem Haus, der sie dem Bräutigam nach alten Brauch übergeben wird. Laura hat ein schlichtes aber schickes Kleid an. Jess pfeift anerkennend durch die Zähne und ist hin und weg. Laura sieht auf Jess und ihr entfällt
Bullshit, was hast du denn gemacht? und muss fürchterlich lachen. Jess grinst sein jungenhaftes Lachen und meinte, auch ein Pferd vom Reverend kann sich nicht benehmen.

Danach rennt er fix ins Haus. Was ist denn jetzt schon wieder los? Der Reverend wartet schon auf das Brautpaar.

Jess taucht wieder auf mit seiner Gitarre, nimmt Laura an die Hand und bittet den Reverend um einen kleinen Moment für sich.

Laura fällt ganz begeistert in seinen Song ein. Zum Schluß nimmt Jess Laura in den Arm. Laura ist so überrumpelt, dass sie dem Text nicht mehr folgen kann. Jess singt unbeirrt weiter.

Alle Gäste klatschen begeistert und freuen sich über das schöne Paar. Der Reverend klopft Jess auf die Schulter und meint
Mr. Harper, wir kommen aber jetzt zum offiziellen Teil, ich habe nicht ewig Zeit.

Jess
o.k., o.k.

Der Reverend waltet seines Amtes, von Jess und Laura kommt ein deutliches Ja und dann stecken sie sich gegenseitig die Ringe an, die Jess nervös aus seiner Hosentasche herausfingert.

Jess guckt Laura tief in die Augen.

Reverend
Mr. Harper, Sie dürfen die Braut jetzt küssen!

Darauf hat Jess nur gewartet und er gibt Laura einen sehr langen liebevollen fast fordernden Kuss. Das Paar ist völlig versunken und mit sich beschäftigt.

Der Reverend klopft Jess auf die Schulter und meint
Später ist auch noch Zeit, viel Glück euch beiden! Ich glaube es wird Zeit für ein Announcement.

Jess schaltet gleich und ruft
Announcement! Liebe Gäste, das Barbecue ist eröffnet, Drinks für alle, have Fun!

Alle sind sie gekommen, Lauras Eltern, Brüder, Schwägerinnen, die Rancher der Umgebung mit Anhang, die Jacksons von der Little Ponderosa, ein paar Leute aus Laramie, der Krämer, der Saloonbesitzer und natürlich auch Mr. Henderson mit seinen Cowboys, die gleich ordentlich zulangen.

Opa Frank hat im Hintergrund die Fäden gezogen und dafür gesorgt, dass für ein Geschenk zusammengelegt werden konnte, mit dem man dem Brautpaar wirklich Freude machen konnte.

Jess und Laura fielen die Augen aus dem Kopf als einer von Hendersons Cowboy mit der wunderschönen Kaltblutstute ankam auf die Jess schon lange ein Auge geworfen hatte.

 
 
Opa Frank klatscht sich vor Begeisterung auf die Schenkel und meint
Wir fangen aber jetzt keine Diskussion über die schönsten Hintern an.

Nun wird gegessen, getrunken, zur Countrymusik getanzt und gelacht. Zu vorgerückter Stunde sitzen Jess, Laura, Opa Frank und Lauras Eltern am Tisch. Lauras Vater Pete holt einen großen Umschlag aus seiner Jackentasche und übergibt ihn Jess mit den Worten
Das ist die Landbesitzurkunde wie ausgemacht. Verstehen kann ich dich aber nicht!

Jess öffnet mit Laura den Umschlag und nickt zufrieden. Es ist eine Landbesitzurkunde über 300 Sqare Miles fast am Ende der Baumgrenze zu den Rocky Mountains, ein Gebiet mit einem Bach aber kärglichem Graswuchs.

Pete
Jess, ich verstehe dich nicht. Ich habe euch doch das Land angeboten, das am Fluß direkt an die TWR grenzt.

Ranches wurden früher durch Heirat und Einheirat ständig größer.

Jess
Ich habe mit Laura das Land abgeritten und wir sind zum Ergebnis gekommen, dass wir, wenn wir dieses fruchtbare Land nehmen, die Double X sehr schwächen würden. Ihr braucht den Zugang zum Fluß für euer Vieh. Auf der TWR sind wir mit fruchtbarem Land und Wasser gut aufgestellt. Dass ich gerade dieses auf den ersten Blick unbrauchbare Land möchte, hat einen Grund.
Ich bin auf dem Rückweg von New Orleans durch St. Louis, das Tor zum Westen, gekommen. Das passieren alle Siedler. Von dort geht auch die Eisenbahn in den Westen.Sie kommen mit ihren Planwagen wie die Ameisen, immer und immer mehr.

 
 
Ich habe dort Mormonen kennengelernt, ein seltsamer Glaube, die haben sogar mehrere Frauen. Ehrlich gesagt, mir ist die eine genug, stimmts Laura? Keine Ahnung wie die das hinkriegen mehreren Frauen gerecht zu werden. Sie besiedeln unser Land, es gibt von der Regierung Bestrebungen, den großen Ranches Land zu enteignen. Das sind alles Entwicklungen, die mich nicht gerade positiv stimmen. Als ich Kind war liefen hier herdenweise die Büffel. Heute sieht man mal einzelne mit viel Glück.
 
 
Die Weißen haben die Büffel alle abgeschossen und die Indianer müssen hungern. Ich habe Leoties Mann schon gesagt, er wird sich mit der Reservation abfinden müssen. Das sind die Momente wo ich mich schäme ein Weißer zu sein. Kurz und gut, ich möchte wenn ich so alt werde wie du Pa, im Schaukelstuhl sitzen und wissen, dass ich nicht nur bescheuerte Sachen im Leben gemacht habe. Dieses Stück Land soll ein Zufluchtsort für die wilden Mustangs werden. Ehe jemand etwas sagt, Laura sieht es auch so wie ich, wir sind uns da völlig einig. Unsere Mustangs sind ein wichtiges Erbe unserer Geschichte, das geschützt werden muss. So nun wisst ihr was ich mit dem Land vorhabe. Wenn die Mustangs dort oben ein Rückzugsgebiet haben, kommen sie auch nicht den Rindern oder meinen gezüchteten Pferden in die Quere. Es muss Platz für alle auf der Welt sein.

Jess und Laura lassen eine nachdenkliche Hochzeitsgesellschaft zurück. Jess hat einmal wieder mehr Weitblick in die Zukunft gezeigt.

Jess trinkt sein letztes Bier aus und flüstert Laura etwas ins Ohr. Sie lächelt und folgt ihm.

Die Beiden verziehen sich in ihr neues Schlafzimmer und jetzt ist der Punkt da an dem sich auch der Schreiber zurückzieht.

Love is a burning thing...