<- Kapitel 156
 
Kapitel 157
 
Jess holt wie üblich die Post, die der Kutscher der Postkutsche an der Hauptstraße im Briefkasten für die Tumbleweedbewohner hinterlässt.
 
 
Dieses Mal ist ein schwarz umrandeter Brief dabei von Jess`Tante Hetty aus Wilburton, Oklahoma. Jess öffnet ihn im Beisein seines Vaters und Laura und liest vor, dass Onkel Carl, der ältere Bruder von Frank verstorben ist.

Jess meint:
Siehst du, es war gut, dass du Carl noch einmal besucht hast. Er ist beerdigt, du solltest nicht noch einmal deshalb die lange Reise auf dich nehmen, nett von Tante Hetty. Rest in Peace Onkel Carl!

Während Jess zur täglichen Arbeit übergeht ist Frank sehr traurig über den Verlust seines Bruders und beschließt auszureiten um den Kopf frei zu bekommen.

Jess besucht seine Bullen Charlie Broken Horn und Henry.

 
 
Jess mag den Texas Longhorn Bullen trotz dem abgebrochenen Horn sehr gern und tätschelt ihn.
 
 
Dann reitet er eine Runde auf ihm.
 
 
Danach beschließt Jess das Painthorse Twinkle zu bewegen.
 
 
Grandpa Frank hat sich Dandy gesattelt, das zuverlässige Quarterhorse von Jess.
 
 
Frank ist nicht bei der Sache und achtet nicht auf den Weg. So passiert es, dass er ein Präriehundloch übersieht. Dandy strauchelt, erschreckt sich und läuft immer schneller. Frank ist darauf nicht gefasst und kann sich nicht länger im Sattel halten. Er ruft laut Dandy halt, ho, aber der wird immer schneller. Jess hört seinen Vater rufen, erfasst die Situation sofort, dass sein Vater mit dem Fuss im Steigbügel festhängt. Er treibt Twinkle an:
Los, schneller, lauf, wir müssen Dandy einholen, halt Dandy, langsam, steh!
 
 
Jess kann Dandy, der langsamer wird auf seinen Zuruf hin, schnell einholen. Dandy steht, Jess springt von Twinkle ab und befreit seinen Vater aus dem Steigbügel.

Er lässt die Pferde laufen und kümmert sich um seinen Vater.

 
 
Dad, was machst du für Sachen? Tut dir was weh, hast du Schmerzen?

Grandpa Frank tut der ganze Rücken weh und den Fuss hat er seltsam verdreht. Jess bringt seinen Vater sofort nach Hause und lässt die Ärztin Abby holen. Sie untersucht Frank, stellt viele Abschürfungen und Prellungen fest und ein verrenktes Fussgelenk. Dann hört sie sein Herz ab und stutzt:
Frank, außer den Folgen des Sturzes ist da noch etwas anderes, ein Zufallsbefund. Dein Herz ist nicht mehr so gut, es schlägt schwächer als es sollte. Ich gebe dir Herztabletten von denen du jetzt jeden Tag morgens eine nehmen musst. Dann geht es dir bald besser. Die Prellungen und Abschürfungen kann dir Jess mit Salbe einreiben, eine Woche möglichst Bettruhe und dann kannst du mit einem Gehstock langsam das Bein wieder belasten. Das wird alles wieder und jetzt ruh dich aus Frank und schlafe. Ich gebe dir etwas zur Beruhigung.

Jess und Laura sind entsetzt als sie von Abbys Diagnose mit dem Herzen hören. Abby meint:
Es ist nicht so schlimm wie es sich anhört, aber nehmt das nicht auf die leichte Schulter. Es ist wichtig, dass Frank seine Tabletten wirklich regelmässig einnimmt. Dann kann er noch viele schöne Jahre haben.

 
 
Inzwischen ist auch Abbys Schwester Shannon, die Tierärztin gekommen:
Jess, dein Dandy ist o.k. er wird noch eine Weile lahm gehen, aber das wird mit Ruhe wieder. Das sieht schlimmer aus wie es ist. Glück gehabt!

Jess ist erleichtert, aber sein Vater geht ihm nicht aus dem Kopf. Er macht ihm einen Stock fertig als Gehhilfe, aber Frank ist so deprimiert, dass er auch nach einigen Tagen danach nicht aufstehen will. Er liegt teilnahmslos im Bett und meint zu Jess:
Ich bin ja doch zu nichts mehr nütze und mache euch nur Arbeit.

Jess ist entsetzt:
Dad, das wird doch alles wieder, wir brauchen dich und deine Enkelkinder. Sie fragen schon dauernd nach dir.

Frank ist deprimiert:
Wenn ich sterbe möchte ich neben Maggie liegen und den gleichen Grabstein haben. Dann sind wir wieder zusammen.

Jess schluckt und verlässt das Zimmer seines Vaters um sich wieder zu fangen. Selbst die Kinder können Frank nicht aufmuntern. Er schickt sie weg und starrt teilnahmslos gegen die Decke seines Zimmers. Das Essen, das Laura ihm bringt, lässt Frank stehen. Als Jess am nächsten Morgen kommt und ihn mit der Salbe einreiben will und ihm die Herztablette mit einem Glas Wasser reicht schreit Frank ihn an:
Lass mich endlich in Ruhe und schieb dir die Tabletten sonst wo hin, verschwinde endlich!

Jess ist völlig überfahren und ratlos wegen dem Zustand seines Vaters. Die Kinder verstehen ihren Grandpa nicht. Laura und Jess beruhigen sie, dass er nur so komisch ist, weil er sich nicht wohlfühlt. Am Abend mit Laura allein im Schlafzimmer meint Jess:
Das macht mich fertig. So kenne ich meinen alten Herrn überhaupt nicht. Er hat mich einfach rausgeworfen und gesagt, dass ich mir die Tabletten sonst wo hin schieben soll. Das hätte er früher nie gesagt! Was ist bloß mit ihm los? Ich will meinen Dad nicht verlieren. Wir haben ja ab und zu unsere Differenzen, aber ich liebe ihn doch trotzdem.

Laura nimmt ihren Mann in die Arme:
Jess, meinst du nicht, es ist im Moment etwas viel für ihn? Erst ist sein kleiner Schnauzer gestorben, der immer bei ihm war, dann der Tod seines älteren Bruders und jetzt kommt Abby mit der Herzgeschichte.

Jess nimmt Laura bei der Hand:
Honey, du hast ja recht. Der kleine Hund ist friedlich eingeschlafen an dem Platz an der Sonne wo er am liebsten gelegen hat. Dad hatte ihn immer dabei selbst auf Ausritten in der Tasche.

 
 
Jess muss lächeln als er das Bild im Geist vor sich hat. Frank hat sehr an dem kleinen Hund gehangen:
Trotzdem ist mein alter Herr sturer als unser Rocky Mountain Ziegenbock Ghost
 
 
und der Ziegenbock zusammen.
 
 
Ich komme gar nicht darüber weg, dass er mich einfach aus dem Zimmer rausgeworfen hat. Ich will doch nur sein Bestes. Lieber Gott, nimm meinem Dad die Sturheit!

Laura muss trotz allem lachen:
Du kannst auch stur wie ein Muli sein, von wem du das wohl hast?

Jess löscht das Licht:
Danke Honey, das ist genau der Spruch den ich jetzt gebrauchen kann. Schlaf gut!

Jess dreht sich in dieser Nacht von einer Seite auf die andere. Ihm geht der Zustand seines Vaters nicht aus dem Kopf und so kommt er nicht zur Ruhe. Es geht die nächsten Tage mit Frank so weiter. Er lässt niemanden an sich heran.

Schafft es die Familie Grandpa Frank aus seiner Niedergeschlagenheit zu reißen und ihm neuen Lebensmut zu geben?