<- Kapitel 161
 
Kapitel 162
 
Nachdem Jess von den Lakota zurückgekehrt ist, steht eine wichtige Haltershow an in einer weiter entfernten Stadt zu der Jess mit einem guten Dutzend seines Pferdebestandes mit der Eisenbahn reist. Jeremy und der Vormann Patrick haben genaue Instruktionen bekommen was an Arbeit anliegt und so läuft jetzt alles auf der Tumbleweed ohne den Ranchboss. Grandpa Frank hat sich sehr gut erholt und lässt es sich nicht nehmen auch bei der Arbeit zuzupacken. Er versorgt die Bullen, die auf einer Weide weiter weg vom Wohnhaus stehen. Sie gucken schon in einen fast leeren Heufütterer.
 
 
Henry und Charlie Broken Horn gucken sich an als wollten sie sagen: Heu fast alle, alles doof! Wann kommt endlich Jess mit Nachschub?

Da niemand kommt stehen sie einträchtig zusammen und betreiben gegenseitige Fellpflege.

 
 
Es ist so als wüssten die Longhorns, dass sie zusammen gehören.
 
 
Es ist ein sehr warmer Frühsommertag. Patrick und Jeremy haben den Heuwagen beladen und Grandpa Frank hat Laddie eingespannt und fährt zu den Bullen. Er muss ohnehin seinen eigenen Angusbullen Pitch Black versorgen.
 
 
Die kleine lustige Spanielhündin Freckles hat es geschafft auf den Wagen zu klettern und guckt Frank über die Schulter.
 
 
Ab und zu schleckt sie Grandpa Frank durchs Gesicht:
He Freckles, lass das, ich habe mich heute morgen schon gewaschen. Brr Laddie, wir sind da!

Frank begrüßt seinen Angusbullen Pitch Black und tätschelt ihn.

 
 

Mist! überlegt Frank, ich habe den Eimer mit dem Kraftfutter vergessen.

Tut mir leid, Pitch Black, dein Futter bekommst du später. Jetzt muss ich das Heu abladen.

Freckles vergnügt sich in der Zwischenzeit mit dem großen Rodeobullen Big John, der sie zum Schein mit gesenktem Kopf angreift.

Sie reckt wie zum Spielen ihren Hintern in die Höhe mit lautem Gebell: Wuff, wuff! als wollte sie sagen: fang mich doch!

 
 
Big John kennt Hunde weil Jess immer seine Hunde bei sich hat. Es ist für den großen Bullen und auch Freckles nur ein Spiel.

Endlich ist Grandpa Frank mit dem Heu abladen fertig und die Bullen können fressen.

 
 
Frank tätschelt seinen Pitch Black und Freckles schmiegt sich eifersüchtig an sein Bein. Frank muss lachen:
Schon gut, ihr bekommt beide eure Streicheleinheiten!

Auch Laura hat ihre Arbeit und sieht nach dem Quarterhorse Hengst Silver Dollar, der ihr gleich entgegenläuft.

 
 
 
Er schaut erwartungsvoll Laura an.
 
 
Laura streichelt ihn und dann fällt ihr auf, dass Frank den Eimer mit dem Kraftfutter für Pitch Black vergessen hat. So macht sie sich zu Fuss in Begleitung von Jess`Teddy auf den Weg.
 
 
Sie sieht, dass Frank schon das Heu abgeladen hat:
Frank, ich wollte dir doch helfen. Du sollst nicht so viel arbeiten. Jess hat extra gesagt, wir sollen auf dich aufpassen, dass du dir nicht zu viel zumutest. Ich habe das Kraftfutter mitgebracht.

Frank freut sich, dass er nicht noch einmal los muss:
Danke Laura, aber der Eimer ist ja nur halbvoll.

Laura meint:
Jess hat gesagt, die Hälfte tut es auch, sonst deckt der nicht nur alles was ein Euter hat sondern springt über Häuser wie das beste Springpferd. Dann schafft der auch unseren hohen Zaun. Außerdem ist das Kraftfutter teuer.

Frank füttert Pitch Black und streichelt ihn dabei:
Mein Sohn soll sich nicht so haben, für seine Zossen ist ihm nichts teuer genug. Der Bulle bringt gutes Deckgeld, dann muss er auch ordentlich fressen.

 
 
Während er Pitch Black beim Fressen zusieht beobachtet er, dass sich Laura hinsetzt und ihr Tränen über das Gesicht laufen.

Teddy schmiegt sich an sie und Henry schubst sie vorsichtig von hinten.

 
 
Laura schluchzt:
Ach Teddy, vermisst du dein Herrchen auch so wie ich? Wann kommt er bloß wieder?

Frank meint:
Was ist denn los Laura? Jess hat doch geschrieben, dass die Haltershow sehr gut gelaufen ist, aber er keinen Waggon für alle Pferde bekommt und du weißt, dass er nur fährt, wenn er sie persönlich begleiten kann. Die Eisenbahn ist anscheinend im Moment gut gebucht, so dass er eine längere Wartezeit hat. Die Pferde und er sind auf der Blue Moon Ranch gut untergebracht. Mach dir keine Sorgen Laura!

Laura schluchzt:
Frank, ich soll mir keine Sorgen machen? Weißt du noch damals als Jess krank war und die Blue Moon Ranch hat diese Bereiterin zu unserer Entlastung geschickt mit diesem Wahnsinnsvorbau und ich soll mir keine Gedanken machen wenn er nicht zurückkommt? Jess hat sie auf Henry gesetzt um zu testen ob sie Mut hat. Den braucht man bei unseren Mustangs.

 
 
Grandpa Frank muss lachen:
Zu Jess`Ehrenrettung muss ich sagen, er hat nie auf die Oberweite gestarrt, das waren Patrick und Jeremy. Für ihn bist du und die Kinder das Wichtigste auf der Welt. Sei doch nicht so eifersüchtig! Vielleicht ist diese Bereiterin ja gar nicht mehr auf der Blue Moon und du machst dir völlig umsonst diese dummen Gedanken.

Laura schluchzt:
Also muss ich mir doch Gedanken machen Frank. Ich muss Jess was ganz Wichtiges sagen und er kommt einfach nicht wieder. Ich bin schon wieder so müde.

Frank antwortet:
Laura bist du krank? Dann geh zu Abby und leg dich nach dem Mittagessen etwas hin.

Laura muss wieder weinen:
Ja, nein, ach ich weiß auch nicht! Wenn Jess bloß wiederkäme, ich vermisse ihn so sehr. Ich brauche ihn gerade jetzt.

Frank kann es gar nicht haben wenn seine Schwiegertochter weint. Er nimmt sie tröstend in seine Arme.

 
 
Laura, du und die Kinder sind das Wichtigste auf der Welt für Jess und er sehnt sich genau so nach euch. Das weiß ich. Aber er kann auch nichts dafür wenn es mit der Eisenbahn und dem Transport der Pferde zurück nicht so schnell klappt. Fahr den Wagen zurück und leg dich dann etwas hin!

Laura trocknet ihre Tränen mit den Worten:
Ach, geht schon wieder Frank, ich weiß auch nicht was mit mir los ist!

Dann nimmt sie ganz souveräne Rancherfrau die Zügel von Laddie und fährt zurück. Teddy ist zu faul zum Laufen und ist auf den leeren Wagen gesprungen.

 
 
Die Kinder vermissen ihren Dad genau so wie Laura. Jolene als Älteste hat ihren Vater immer bei der Arbeit beobachtet und kümmert sich wie er um Bud. Sie hat keine Angst vor dem großen schweren Clydesdale Wallach. Sie spielt mit ihm wie es ihr Vater tat bevor er zur Show weggefahren ist.
 
 
Bud vertraut Jolene wie er Jess vertraut hat. Sie legt sich längs auf seinen breiten Rücken.
 
 
Grandpa Frank beobachtet Jolenes Arbeit mit Bud mit großem Wohlwollen und überlegt für sich:
Wenn das Jess sehen könnte, er wäre so stolz auf Jolene. Sie hat so viel von ihrem Vater. Es wird höchste Zeit, dass er wieder auf die Ranch kommt. Wir vermissen ihn alle so sehr! Für Laura scheint es wohl am schlimmsten zu sein, wer weiß was sie ihm Wichtiges zu sagen hat. Sie ist so komisch in der letzten Zeit, so unausgeglichen. Das wird sicher besser wenn Jess wieder zu Hause ist.

Jolene weiß nichts von Grandpa Franks Gedankengängen. Sie konzentriert sich Bud ohne Zaumzeug und Sattel zu reiten und macht ihre Sache sehr gut. Man sollte nicht denken, dass das einmal das kleine Mädchen war mit der großen Angst vor Pferden.

 
 

Nun warten alle sehnsüchtig auf die Rückkehr von Jess.