<- Kapitel 169
 
Kapitel 170
 
Nach dem missglückten Versuch zu Frühstücken lässt es Jess bei Kaffee zum Wachwerden bewenden. Danach sattelt er seinen geliebten Bingo und reitet gemütlich um die Ranch um zum Rechten zu sehen und den Kopf, der wie verrückt hämmert, wieder frei zu bekommen.
 
 
Heute ist wieder so ein Tag an dem Jess den Medizinmann der Lakotas, Takoda, sehr gut versteht, der das Feuerwasser der Weißen für eine Strafe des Großen Geistes hält.
 
 
Jess tätschelt Bingo und meint zu ihm:
Nie wieder! Ach, man soll nichts versprechen was man nicht halten kann. Ich bin kein Heiliger, sagen wir bis zum nächsten Mal, aber das wird eine Weile dauern! Bin gespannt wie es Pete und Walt überstanden haben. Das wird sich nachher rausstellen wenn Pete die Kinder zurückbringt und unser neues Pferd bringt.

Jess lässt sich vor seinem Vater und Laura nicht anmerken, dass es ihm noch ziemlich bescheiden nach dem Saufabend geht und verrichtet seine Arbeit wie immer. Er weiß genau, dass von seinem Vater der Spruch käme: Wer saufen kann, der kann auch arbeiten!

Er versorgt auch seine Bullen ohne Hilfe von Jeremy oder Patrick.

 
 
Beim Mittagessen stochert Jess immer noch lustlos im Essen herum und Laura fragt scheinheilig:
Darling, schmeckt es dir nicht? Du hast sonst Irish Stew immer gern gegessen.

Sie lächelt Grandpa Frank an, der sich das Lachen kaum verbeißen kann. Jess trägt es mit Fassung. Was bleibt ihm auch anderes übrig. Dafür ist sein Nachdurst ganz gewaltig. Er läuft einige Male zur Pumpe in der Küche um sein Glas neu zu füllen. Frank grinst:
Ich wusste gar nicht, dass du so gern Wasser trinkst.

Da hören sie einen Wagen kommen. Lauras Vater bringt die Kinder zurück und hat Gentle On My Mind auch dabei. Jess begrüßt seinen Schwiegervater:
Howdy Pete, alles o.k. wie geht's? Waren die Kinder brav?

Pete grinst:
Die Kinder waren lieb wie immer und haben beim Kälber brennen zu gesehen. Ich sehe schon, du stehst wenigstens auf beiden Beinen. Ich weiß gar nicht was mit euch jungen Kerlen los ist. Walt liegt noch im Bett wie tot. Die jungen Kerle heutzutage können nichts mehr ab. Ich habe heute vormittag schon mindestens zwei Dutzend Kälber gebrannt. Dein Pferd kannst du jetzt vom Wagen binden. Spielschulden sind Ehrenschulden. Ich hätte ihn ja gern behalten. Aber der bleibt ja sozusagen in der Familie.

Jess streift dem jungen Hengst das Halfter ab und lässt ihn auf der Weide laufen.

 
 
Er ist ein gutmütiger Hengst, der es allen recht machen möchte.
 
 
 

Er hat einen treuen Blick.

 
 
Die Kinder und auch Laura und Frank sind von dem Hengst begeistert. Dann gehen sie ins Haus und Jess ist mit Pete allein. Er meint zu seinem Schwiegervater:
Weißt du Pete, wenn das Baby da ist, soll Gentle On My Mind für Laura sein. Ich weiß, dass sie ihn so sehr mag.

Daraufhin meint Pete:
Aber Jess, doch wohl nur wenn es ein Junge wird! Ein Rancher braucht viele Söhne.

Jess schüttelt seinen Kopf:
Pete ich verstehe dich nicht. Hast du Laura weniger lieb als deine Söhne? Für mich ist das Wichtigste, dass Laura die Geburt gut übersteht und das Baby gesund zur Welt kommt egal ob Junge oder Mädchen. Ich möchte ihr das Pferd schenken als Wertschätzung und nicht als Belohnung für die Geburt eines Jungen. Ich war bei der Geburt von Loretta dabei und bei den Zwillingen und habe Hochachtung davor was Frauen dabei leisten. Wenn Männer die Kinder bekommen müssten wäre die Menschheit wohl schon ausgestorben.

Pete antwortet:
Ich war nie dabei. Das ist Frauensache. Aber mach was du denkst, ist ja jetzt dein Pferd Jess. Ich werde das wohl nie verstehen mit dem Equality State, Wahlberechtigung für Frauen, studieren dürfen sie, Arzt werden. Die sollen in der Küche stehen, Mann und Kinder versorgen und ihre Arbeit auf Ranches und Farmen machen. So muss wieder nach Hause, gucken was Walt macht, die anderen arbeiten alle. Bis irgendwann!

Jess schüttelt seinen Kopf über so viel Sturheit. Für ihn ist Laura der Mittelpunkt seines Lebens geworden als zärtliche Ehefrau, Mutter seiner Kinder und wichtiger Berater bei Ranchgeschäften. Sie versteht sehr viel von Pferden und Rindern. Schließlich kommt sie von einer Cattleranch. Jess überlegt auch sie zu fragen wenn das Baby da ist und sie sich erholt hat ob sie ihm mit der Arbeit mit den Pferden mehr unter die Arme greifen will in Zukunft. Er gibt es nicht gern zu, aber fast 10 Jahre Bullriding hinterlassen ihre Spuren und es ist ihm manchen Tag mit dem Rücken zuviel mit dem Reiten.

Außerdem möchte er auch mehr Zeit mit den Kindern verbringen und sie nicht nur am Abend sehen und die Gute Nacht Geschichte vorlesen.

Über diesen Zukunftsgedanken sattelt er Gentle On My Mind.

 
 
 
Jess steigt auf und reitet ihn langsam im Schritt.
 
 
Laura beobachtet ihren Mann aus dem Fenster des Wohnzimmers und freut sich, dass er im Gegensatz zu ihrem Vater behutsam reitet und dem Hengst nicht die Sporen in die Seite haut. Sie schickt Teddy, der zu seinem Herrchen will, nach draußen.
 
 
Auch mit Hunden hat der junge Hengst keinen Schwierigkeiten zumal Teddy ein ruhiger Vertreter ist.

Laura und Jess freuen sich mit dem Pferd einen guten Griff getan zu haben.

 
 
 
Tumbleweedranch | September 2015 | top
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