<- Kapitel 175
 
Kapitel 176
 
Die erste Dezemberwoche ist fast vorüber und in den Rocky Mountains hat es kräftig geschneit. Jess ist unterwegs und guckt bei den Mustangs zum Rechten.
 
 
Pferd und Reiter kämpfen sich durch den Tiefschnee.

In der Ferne heult ein einsamer Timberwolf.

 
 
Der Rocky Mountain Ziegenbock Ghost genießt den Winter. Er ist im Schnee gut getarnt.
 
 
Jess reitet weiter um ins Schutzgebiet der Mustangs zu kommen. Dabei kommt er beinahe einem Puma zu nahe. Er verscheucht ihn mit einem Gewehrschuss.
 
 

Die Herde steht ruhig beim Grasen und frisst auch vom Heu das Jess regelmässig in kargen Zeiten den wilden Pferden anbietet. Der Leithengst Cheveyo kennt Jess und lässt sich durch seine Anwesenheit nicht aus der Ruhe bringen. Er hat wie alle Mustangs dichtes Winterfell und die Kälte macht ihm nichts aus.

 
 
Er springt wie ein Fohlen durch den Schnee und Jess muss an sich halten nicht laut zu lachen und die Herde damit zu vertreiben. Cheveyo ist so übermütig, dass er sich im Schnee wälzt.
 
 
Jess hat sich überzeugt, dass es der Mustangherde gut geht und tritt den Rückweg an. Zuhause tobt Patricks Dazzle Dance durch den Schnee.
 
 
Die Kinder waren auch schon draußen und haben einen Schneemann gebaut.

Dieser sorgt für große Aufregung bei Quarterpony und Esel. Die Beiden wissen nicht so recht was sie von der Gestalt halten sollen.

 
 
Der Büffel Tatanka ist im Winter in seinem Element. Weder Kälte noch Schnee können dem Bison etwas anhaben.
 
 
Tatankas massiver Schädel pflügt durch den Tiefschnee um zum Gras zu kommen.
 
 
So haben sich Bisons Jahrhunderte alte Wanderwege geschaffen.
 
 
Jess ruft Tatanka zu:
He, dein selbst gesuchtes Gras schmeckt dir wohl besser als unser Heu.

Der Büffel guckt kurz hoch zu Jess.

 
 
Der ruft:
Na alter Junge, such schon weiter! Ich muss mich jetzt um meine Bullen kümmern.

Jess bringt seinen Bullen einen neuen Ballen Heu. Sie gucken schon erwartungsvoll.

 
 
Loretta kommt auf die Bullenweide und setzt sich auf den Heuballen. Jess sieht gleich, dass sie sehr traurig ist und kurz vor dem Weinen. Er weiß wie nahe ihr der Tod ihres Ponies geht und kann es nachfühlen. Der rote Brahmabulle Sancho spürt Lorettas Traurigkeit und stubst sie an.
 
 
Loretta sieht ihren Vater an:
Nein, Dad, ich will nicht mehr reiten. Ich werde kein Pony mehr liebhaben.

Jess guckt Loratta in die Augen:
Ich weiß es tut unheimlich weh, du musst ja kein Pony reiten. Wie wäre es mit Grandpas Pitch Black? Du magst doch den Schwarzen gern.

Loretta ist im Zweifel, aber reiten ist schön und ein Bulle ist kein Pony. So lässt sie sich überreden.

 
 
Jess beobachtet, dass Loretta mit der Wintersonne um die Wette strahlt und der Ritt auf Pitch Black sie aufmuntert:
Weißt du Loretta das Leben hält schöne und weniger schöne Dinge bereit. Es ist nie einfach einen Menschen oder ein Tier das man so sehr geliebt hat zu verlieren. Aber die Dinge passieren einfach. Du kannst nichts dafür, die Kolik von Little Heartbreaker war zu heftig. Grandpa konnte ihn nur noch erlösen. Du wirst ihn nie vergessen, die Liebe bleibt aber sie ist auch für Neues im Leben da. Deine große Schwester Jolene hat ihre Mom verloren aber eine neue Mom liebgewonnen. Du kannst das vielleicht auch mit einem neuen Pony.

Loretta sieht ihren Dad an:
Ich weiß nicht ob ich das kann.

Jess nimmt sie in seine starken Arme und Loretta schmiegt sich an ihn. Sie genießt es ihren Vater ganz allein für sich zu haben.

 
 
Laura beobachtet die Szene aus dem Fenster. Sie hat mit Jess besprochen, dass Loretta das Pony aus Cheyenne nicht erst zu Weihnachten bekommen soll.

Jess drückt Loretta liebevoll an sich:
Weißt du, ich hatte letzte Nacht einen Traum. Ich habe Santa gesehen. Er hatte einen großen Schlitten und einen Elch davor. An seiner Seite lief ein schwarzes Pony, das nur auf ein kleines Mädchen wie dich wartet.

 
 
Jess beschreibt Jolene den Santa, Schlitten und Elch und dann das schwarze Pony das neben dem Santa mit dem Schlitten herläuft.
 
 
Loretta hört ihrem Vater gebannt zu:
Meinst du wirklich Dad, er hat ein Pony für mich?

Jess lächelt sie an:
Bestimmt, warum hätte ich das sonst geträumt Süße? Ich weiß übrigens auch wo es ist. Santa hat es mir verraten. Lass zur Weide gehen Loretta!

Ehe sich Loretta versieht hat ihr Jess eine Runkel in die Hand gedrückt:
Jetzt mach dich mal etwas beliebt. Blacky wartet nur auf dich. Eigentlich heißt sie Emma und hat mir verraten, dass sie auch einem kleinen Mädchen gehört hat, das leider zu groß für sie geworden ist.

Loretta sieht mit großen Augen wie Blacky ohne Scheu auf sie zuläuft.

 
 
Loretta macht große Augen und kann es gar nicht fassen:
Das hübsche Pony soll für mich sein, ganz allein für mich?

Jess nickt:
Kümmere dich gut um Blacky! Sie mag dich und du wirst sie auch jeden Tag etwas mehr mögen. Putze sie mal, da kann sie sich gleich an dich gewöhnen.

Loretta putzt ihr Pony hingebungsvoll. Je länger sie putzt um so mehr verschwindet die Traurigkeit in ihrem Gesicht.

 
 
Jess lacht:
Nun ist es genug sonst hat Blacky bald kein Fell mehr. Probier sie mal zu reiten!

Zuerst führt Jess das neue Pony.

 
 
Nach einigen Runden will es Loretta allein probieren.

Mit Teddy an seiner Seite beobachtet Jess das Paar das immer besser harmoniert.

 
 
Jess weiß, dass es richtig war Loretta ein neues Pony zu besorgen. Er lässt sie allein und geht ins Haus.

Er erzählt gleich Laura wie es gelaufen ist. Laura kann kaum zuhören weil die kleine Samantha weint:
Nun ist sie gefüttert und gewickelt und will immer noch nicht schlafen. Ach Jess, was ist bloß mit ihr los?

Jess nimmt ihr die Kleine ab und läuft im Wohnzimmer mit ihr auf dem Arm auf und ab. Das hilft aber auch nicht lange. Laura ist erschöpft und auf dem Sofa eingeschlafen. Jess streichelt die kleine Sammy:
So Süße, ich habe eine Idee, wir probieren jetzt mal etwas anderes aus. Bei den Lakotas klappt das immer.

Jess denkt an Leotie und ihr jüngstes Kind, das immer bei ihr ist - auch auf dem indianischen Damenreitpferd.

 
 
Jess schnappt sich die Babytasche und probiert es auf seine Art.
 
 
Die kleine Sammy hängt in ihrer Tasche am Sattelhorn, spürt dass ihr Vater da ist und die Wärme des Pferdes. Die gleichmässige Gangart der Saddlebredstute wirkt sehr bald einschläfernd auf Sammy.

Jess guckt liebevoll auf die Kleine:
Na geht doch Sammy! Reiten ist doch einfach fantastisch und deine Mom kann ein Nickerchen machen. Unsere Methode ist vielleicht nicht das Übliche aber sie funktioniert.

 
 
 
 
Tumbleweedranch | Dezember 2015 | top
Impressum