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Kapitel 177
 
Die Tage vergehen und Weihnachten rückt immer näher. Grandpa Frank lässt es sich nicht nehmen auch dieses Jahr den Tannenbaum zu holen.
 
 
Wie jedes Jahr schimpft Jess der sehen muss wie er das Monstrum dekoriert bekommt mit seinem Vater:
Ach Dad, jedes Jahr das gleiche Elend, du kriegst den Hals nicht voll, der Baum kann nicht groß genug sein.

Und wie jedes Jahr schafft es Jess den Weihnachtsbaum zu dekorieren. Vom Rücken seines geduldigen Palominos gelingt es.

 
 
Danach hat Jess die Nase voll und braucht erst einmal Abstand von den Weihnachtsprozeduren. Er lässt zuerst Cheyenne frei laufen.
 
 
 

Dann darf sich Heza Gambler draußen die Beine vertreten. Er galoppiert übermütig durch den Schnee.

 
 
 
Nachdem sich die Beiden müde gelaufen haben bringt Jess sie wieder zurück in den Stall. Es hat ihn etwas aufgemuntert den Pferden draußen zuzusehen. Jess ist nicht so gut drauf weil er den alten Brahmabullen Jacky erschiessen musste. Er ist die letzte Zeit sehr abgemagert und hat auch mit dem angebotenen Kraftfutter nicht zugenommen. Dann hat ihn Jess eines Morgens festgelegen gefunden und es blieb ihm nichts anderes übrig als den alten Burschen zu erlösen. Jess hängt seinen Gedanken nach. Jacky war einer der ersten Bullen, den er in seiner aktiven Bullriderzeit geritten hat und damit etwas Besonderes für ihn. Er muss unwillkürlich daran denken, dass Jacky auch einmal den Santahelfer abgegeben hat.
 
 
Jetzt ist es an Loretta ihren Dad zu trösten.
 
 
Dad, du hast sehr an Jacky gehangen. Aber du sagst ja immer wie die Lakota das Leben ist ein ständiger Fluss, geboren werden und sterben. Du hast noch Sancho und die anderen Bullen. Vielleicht läuft dir eines Tages ein anderer Bulle über den Weg, dem du ein Zuhause hier bei uns geben kannst. Jacky war doch schon so alt. Du hast ihn sich nicht länger quälen lassen. Dad, reite doch aus, das macht dich doch immer so zufrieden. Das lenkt dich ab, das sagst du mir auch immer wenn ich traurig bin.

Jess nickt:
Du hast ja so recht Loretta. Das werde ich jetzt auch machen. Keine Angst, ich freue mich trotzdem auf Weihnachten.

Jess sattelt den jungen Hengst Rodante und nimmt vorsichtshalber das Springfield Gewehr mit auch wenn er eigentlich nicht vor hat auf die Jagd zu gehen. Er genießt die Natur der Rocky Mountains und bekommt den Kopf frei. Er kann beobachten wie ein Weißkopfseeadler, das Wappentier der USA, landet.

 
 
Ein Baumstachler läuft ihm über den Weg.
 
 
Dann begegnet Jess ein Vielfraß, der allerdings schlecht drauf ist und seine Zähne zeigt.
 
 
Jess muss lachen:
Hau bloß ab du grantiger Kerl!

Er reitet schnell weiter und sieht in der Ferne einen jungen Bären, der aus dem Winterschlaf erwacht ist und auf der Suche nach etwas Fressbarem ist. Ab und zu wachen Bären auf wenn die Speckschicht nicht groß genug ist und sie Hunger verspüren.

 
 
Jess bleibt in respektvoller Entfernung. Da sieht er plötzlich einen riesigen Hirsch aus dem Wald treten.

Er steigt vom Pferd und greift nach der Springfield.
Nein, sagt er zu sich, ich schieße den Hirsch nicht. Es ist Schonzeit, aber der Bär soll ihn auch nicht haben.

 
 
Jess hält den jungen Hengst fest, lädt die Springfield und schießt einige Male in die Luft.

Daraufhin verzieht sich der Bär und der große Hirsch springt in gewaltigen Sätzen davon. Jess sieht ihm hinterher:
Es ist gut so, der Bär kann auch Mäuse ausgraben. Der junge Hirsch ist ein Prachtkerl und soll lieber für Nachwuchs sorgen.

Gut gelaunt reitet Jess wieder nach Hause. Weihnachten kann auch ohne Hirschfleisch kommen. Es gibt ohnehin Turkey, den Jess schon abgehangen von Carolines Farm gekauft hat. Als er am späten Nachmittag noch einmal bei den Bullen zum Rechten sieht traut er seinen Augen nicht. Der große Hirsch hat sich dazu gesellt und frisst vom Heu der Bullen, die ihn dulden und nicht vertreiben.

 
 
So etwas hat Jess die ganzen Jahre noch nicht erlebt. Der Hirsch frisst ohne Scheu. Jess steht ganz ruhig und wagt es kaum zu atmen. Der Hirsch schlägt sich den Bauch voll und springt dann in gewaltigen Sätzen davon.

Zu Hause erzählt Jess seiner Familie von dem Hirsch.

Grandpa Frank werkelt in der Küche.

 
 
Jess, sag mal warst du schon vor Weihnachten am Whisky oder war es Scotch? Warum hast du den Hirsch nicht geschossen?

Die Kinder protestieren:
Nein, der soll leben.

Jess lacht:
Siehst du Dad, der Meinung war ich auch und außerdem haben wir Schonzeit. Ja und der wichtigste Grund ist, Santa braucht unbedingt sein Zugtier.

Die Kinder sind ganz aufgeregt während Jess beschreibt, dass der Hirsch sicher Santas Schlitten mit den Geschenken zieht und nur artige Kinder etwas bekommen.

 
 
Laura und Grandpa Frank gucken sich grinsend an. Grandpa Frank flüstert Laura zu:
Und es war doch Whisky, aber Geschichten erzählen kann er und die Kinder sind glücklich.

Der 24.12. kommt und Jess hat den Cowboyhut mit der Santamütze getauscht. Auch Bud bleibt davon nicht verschont.

 
 
Am Abend geht es wie üblich zum Weihnachtsgottesdienst in die Kirche nach Laramie. Zum Abschied fragt der Reverend noch Jess: Wo ist denn dein großartiger Sänger heute?

Jess lacht:
Der ist im Stall eingesperrt damit er nicht wieder mitsingt. Aber wenn wir zu Hause sind wird er befreit. Merry Christmas Reverend!

Durch den Tiefschnee geht es mit dem Planwagen wieder zurück zur Tumbleweed.

 
 
Jess spannt die Pferde aus und erzählt den Kindern eine Gute Nacht Geschichte von einer denkwürdigen Krippe wie es sich vor Jahren auf der Tumbleweed zugetragen hat als die Frau des Lakotahäuptlings ihr erstes Kind auf der Ranch zur Welt gebracht hat und Jess ihr ein Dach über dem Kopf gegeben hat, weil sie in ihrem Zustand nicht mit dem Stamm mitziehen konnte.
 
 
Auch jetzt muss Jess wieder an seinen Brahma Jacky denken, der damals dabei war.

Die Kinder schlafen über der Geschichte ein. Am nächsten Morgen ist wie in den USA üblich die Bescherung. Dazu hat Jess seinen Elch Grumble startklar gemacht und Teddy darf die Santamütze tragen.

 
 
Jess kommt mit einem lauten: Ho, Ho, Ho und verteilt die Geschenke an die aufgeregten Kinder.

Am Mittag sitzt die ganze Familie Harper nach dem Weihnachtsessen zusammen.

 
 
Die Männer haben ihr Bierchen, Raylan sitzt bei Grandpa und das kleine Schätzchen Samantha ist in ihrer Tasche bei Mom und Dad.
 
 
Auch die Hunde Freckles und Teddy sind dabei und haben ihren Teil des Weihnachtsmahls bekommen.

Die ganze Familie Harper wünscht:

MERRY CHRISTMAS!!!!

 
 
 
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