<- Kapitel 189
 
Kapitel 190
 
Es ist Sommer und die Heuernte ist eingebracht. Auch Grandpa Frank hat fleißig geholfen.
 
 
Nun fängt eine ruhige Sommerzeit an und Jess gönnt sich einige Tage Auszeit bei ehemaligen Freunden vom Rodeo in Cheyenne. Bevor sein Zug zurück nach Laramie fährt hat er noch Zeit über einen Viehmarkt zu schlendern. Mit fachmännischem Blick sieht er auf die angebotenen Pferde und Rinder. Schon will er zurück zum Bahnhof da fällt sein Blick auf einen Mann, der eine Hündin tritt und beschimpft:
Du Mistvieh, wenn ich dich jetzt auf der Stelle hier nicht verkaufe ersäufe ich dich. Du taugst nicht, zu groß und dann diese Lemon Fehlfarbe. Lohnt sich nicht dich für die Jagd abzurichten, sitz endlich still Claire!

Der Mann zieht mit roher Gewalt am Strick um Claires Hals. Jess kann sich das nicht ansehen:
Hör mal zu, soll ich das mal mit dir machen? Das tut weh. Überhaupt wie sieht die Hündin aus, überall Verletzungen, Narben, du schlägst sie wohl immer wenn sie nicht sofort pariert?

Der Mann brüllt:
Das geht dich nichts an Cowboy, ist mein Hund und damit kann ich machen was ich will. Oder willst du Claire kaufen? Ich lasse sie dir auch ganz billig, sagen wir fünf Dollar, das wird ein erstklassiger Jagdhund.

Jess schüttelt seinen Kopf:
Für den Zustand, Narben, unterernährt, der Strick ist in den Hals eingewachsen, wer weiß ob die Hündin überhaupt überlebt? Ein Dollar und dann zieh Leine ehe ich es mir anders überlege Tierquäler oder ich mich vergesse und dich dafür verprügle was ich liebend gern machen würde.

Der Mann nimmt den Dollar und verschwindet ganz schnell. Jess steht da mit einer verschreckten zitternden Hündin die nicht weiß was jetzt geschieht und voller Angst ist. Sie schleicht mit letzter Kraft hinter Jess her, wagt es nicht sich unter der Sitzbank im Zug zu bewegen und so muss sich Jess für den Heimweg zur Ranch eine Kutsche von seinem Schulfreund Harry aus dem Mietstall leihen weil Claire nicht in der Lage ist den weiten Weg zur Tumbleweed zu laufen. Harry grinst nur:
Na Jess, deine Tierliebe hat wohl mal wieder zugeschlagen, wenn das mal was wird, der Hund pfeift aus dem letzten Loch.

Auf der Ranch angekommen, legt Jess die entkräftete Hündin auf eine Decke.

 
 
Komm Claire, du musst etwas saufen und fressen! Hier passiert dir nichts. Teddy und Emily geht es gut hier.

Jess weiß, dass die Hündin sehr verletzt an Leib und Seele ist, daher lässt er die Tierärztin Shannon holen. Sie kümmert sich um den eingewachsenen Strick am Hals, desinfiziert die Wunden und gibt Claire ein Stärkungsmittel in Brühe aufgelöst aus der Flasche.

 
 

Jess beobachtet Shannon bei ihrer Arbeit und ist zufrieden. Shannon redet liebevoll mit Claire:
Du musst jetzt etwas trinken, das wird dir gut tun Claire, dann ruhst du dich aus. Hier hast du ein schönes neues Zuhause. Glaub mir, es lohnt sich! Hier ist man gut zu Tieren.

Am nächsten Morgen kann Jess gar nicht glauben, dass Claire fest auf ihren Beinen steht und ihn erwartungsvoll ansieht. Das Wasser aus der Schüssel hat sie auch gesoffen. Ihre Augen sehen deutlich wacher aus. Jess hat ihr ein Stück Fleisch mitgebracht.

 
 
Guten Morgen Claire, gut geschlafen? Hier ist dein Fresschen. Teddy und Emily hatten ihr Fressen schon. Die nehmen es dir nicht weg. Ich passe auf.

Jess sieht mit Freude zu, dass Claire das Fleisch verschlingt:
Ich werde wohl nie verstehen warum Menschen mit Tieren die uns anvertraut sind so gemein umgehen. Claire, ich verspreche dir jetzt wird alles besser für dich. Du bekommst ein Bandana wie ein Cowboy, dann sieht man deine Narben nicht mehr. Noch etwas aufpäppeln, dann bist du eine schöne Hündin, die sich sehen lassen kann.

Claire himmelt ihr neues Herrchen mit der tiefen Stimme, die so lieb mit ihr spricht, an.

 
 
 
Jess bekommt nicht mit, dass Shannon hinter ihm steht weil sie ihre Behandlung noch einmal kontrollieren möchte:
Guten Morgen Jess, seit wann führst du Gespräche mit Hunden?

Jess grinst:
Guten Morgen Shannon, du weißt ja ich habe nichts besseres zu tun. Hunde hören gern menschliche Stimmen, das beruhigt sie. Claire hat mir so leid getan. Jetzt soll sie es gut haben. Was bin ich dir schuldig Shannon?

Shannon druckst herum:
Weißt du Jess, ich habe nie gedacht, dass hier im Westen alles so weit auseinander liegt, endlose Ritte zu Farmen und Ranches und im Endeffekt bekommt man Kartoffeln und Äpfel als Lohn.

Jess lacht:
Das kenne ich zu gut. Aber Shannon, ich kann zahlen, also was kosten deine Bemühungen? Ich bin froh, dass es das Richtige war.

Shannon meint:
Jess, ich brauche ein zweites Pferd. Du hast mir die Lady of the Bluegrass gegeben. Sie ist ausdauernd und schnell. Aber sie kann nicht immerzu laufen und braucht Pausen.

Jess erinnert sich wie er Shannon die schnelle Stute übergeben hat.

 
 
Ich hätte da etwas für dich Shannon. Sie heißt Ruby und hat Araberblut, sehr schnell und trittsicher, ideal für deine Trails. Ich zeige sie dir.
 
 
 
Shannon ist von Ruby begeistert.

Jess meint gleich:
Los Shannon, probier sie aus, ich bin noch nicht dazu gekommen viel mit ihr zu machen. Lass ihr die Zügel lang und gib ihr nur die Richtung an. Los Cowboy hier ist mein Hut!

 
 
Jess kann sich das Grinsen nicht verbeißen weil Shannon gleich mit dem Fuß aus dem Steigbügel rutscht aber er weiß, dass sie eine gute Reiterin ist und mit Ruby auf längere Sicht ein gutes Paar abgeben wird.

Shannon ist begeistert:
Aber Jess, die ist viel teurer als meine Behandlung von Claire und ich habe nur Kartoffeln und Äpfel und die habt ihr selbst. Ich kann mir die Stute nicht leisten.

Jess ist froh eine gute Besitzerin für Ruby gefunden zu haben:
Nimm sie mit Shannon, zahl sie ab wie du kannst. Du bist die Richtige für Ruby. Sie ist eine zarte Stute, die keinen schweren Reiter tragen sollte und kannst mit solchen spritzigen Pferden umgehen.
Viel Spaß mit der Stute Shannon! Ich bin so froh, dass es Claire besser geht. Noch was, sag meinem alten Herrn nichts von unserem Deal sonst meckert er nur weil ich nicht gleich Cash genommen habe.
Vielleicht brauchen wir ja wieder einmal deine Hilfe bei den Tieren Shannon.