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Kapitel 198
 
Der Countdown zu Christmas läuft. Jess holt die Geschenke aus Johns Laden und hat dafür den ruhigen Bud angespannt. Jess ist guter Dinge und singt Jingle Bells vor sich hin.
 
 
Teddy begleitet sein Herrchen wie immer. Als Jess mit seinem Song aufhört, horcht er und hört immer so ein Kratzgeräusch hinter sich. "Ho!" hält er Bud an. "Was ist das für ein Geräusch? Ich habe doch die Kufen noch gut gewachst bevor wir losgefahren sind".
 
 
Jess kann den kleinen Kater hinter sich nicht sehen. Er hat sich in Laramie auf den Schlitten geschmuggelt als Jess vor Johns Laden stand und mit John noch einen Kaffee getrunken hat bevor er sich auf den Heimweg gemacht hat.

Jess dreht sich um und entdeckt den blinden Passagier, der vor Kälte zittert. Jess steckt ihn unter seine Jacke.

 
 

Wer bist du denn, kleiner Kater, ein Bandit, sich einfach zwischen meinen Paketen zu verstecken! Jetzt sind wir schon näher an der Ranch. Ich drehe nicht mehr um. Auf geht's Bud, los nach Hause!

Zu Hause sind alle von dem kleinen Banditen angetan. Die Kinder sind der Meinung, dass der kleine Bandit bleiben soll. Selbst Grandpa Frank findet ihn niedlich und hat ihm auf einem kleinen Teller gleich etwas für den großen Appetit gegeben. Jess lacht:
Aber gleich nach dem Kirchgang machen wir einen Aushang in Johns Laden falls doch jemand den kleinen Banditen in Laramie vermisst. Das muss sein, wir dürfen ihn nicht einfach behalten.

Die Kinder sehen es ein und fügen sich. Insgeheim hoffen alle, dass der kleine Bandit bleiben kann.

Am Abend des 24. Dezembers geht die ganze Familie Harper in die kleine Kirche. Die Bescherung ist wie in den USA üblich am nächsten Morgen. Wie alle Tiere auf der Ranch hat auch der kleine Bandit sein Weihnachtsessen bekommen. Die kleine Sammy hat für ihren Dad, der gerade aus dem Stall kommt, ein besonderes Geschenk. Sie redet schon länger, aber mit dem Laufen hat es noch nicht so geklappt. Am Weihnachtsmorgen hält sie sich am Tisch fest und tapst langsam auf Jess zu.

 
 
Sammy reckt ihre kleinen Ärmchen nach oben.
Dad! Arm!

Jess muss lachen.
Na komm Sammy, komm zu deinem Dad! Du machst das wunderbar.

Der stolze Vater nimmt seine Jüngste in die Arme und gibt ihr einen Kuss.
Du kannst laufen, Sammy, das ist das schönste Geschenk.

 
 
Danach werden die Geschenke ausgepackt und alle freuen sich. Raylan sitzt bei Grandpa Frank. Der kleine Bandit freut sich über sein Zuhause. Selbst Grandpa meint:
Hoffentlich vermisst ihn keiner. So ein hübscher Kater, das wird mal ein Riese, guckt euch den Kopf an!
 
 
Nachdem der Turkey mit Pilzfüllung und Süßkartoffeln verspeist ist meint Laura zu ihrem Mann:
Jess, ist dir eigentlich gar nicht aufgefallen, dass du kein Geschenk bekommen hast?

Jess meint:
Hm, ich war wohl dieses Jahr nicht artig, meine Bierchen zu viel und überhaupt...ich gelobe Besserung.

Laura grinst sich eins:
Wir gehen jetzt spazieren, Frank bleibt bei den Kindern.

Jess protestiert:
Doch nicht mit vollem Magen. Ich bin so satt nach dem guten Essen. Da ist mir nicht nach laufen.

Laura fackelt nicht lange, Jacke an, Hut auf. Grandpa Frank lächelt. Das dumme Gesicht hätte er auch gern gesehen, aber er will dem Paar auch mal etwas Zeit für sich allein gönnen.

So stapfen Laura und Jess durch den Schnee. Jess nörgelt:
Wie weit willst du denn noch Honey? Meinst du nicht es reicht?

Über den nächsten Hügel kommt dem Paar Amber Star bereits entgegen. Er hat sich an Laura gewöhnt, die ihm regelmässig Futter gebracht hat. Jess Augen werden immer größer als er den champagnefarbenen jungen Hengst sieht.

 
 
Laura umarmt ihren Mann.
Das ist dein Weihnachten von deinem Vater und mir, Amber Star heißt der Schöne.

Jess kann es gar nicht fassen. Genau so einen Hengst hat er sich zur Veredelung seiner Quarterhorsezucht vorgestellt. Bevor ihn Laura und Jess in den heimischen Stall mitnehmen, hören sie ein kreischendes Geräusch hoch oben am Himmel. Jess sieht nach oben:
Ein Weißkopfseeadler! Dort fliegt er, ich glaube er will uns etwas zeigen. Komm wir folgen ihm!

Noch über den nächsten Hügel, dort steht ein alter Schuppen, den Jess nur nutzt, wenn er ein Pferd von anderen aus Krankheitsgründen oder weil es aggressiv ist, trennen will. Dort hatte Laura Amber Star kurzfristig untergebracht und gefüttert. Was Laura und Jess dort sehen, verschlägt ihnen die Sprache. Der Weißkopfseeadler sitzt auf dem Dachfirst.

 
 
Laura nimmt Jess bei der Hand:
Denkst du auch dasselbe? Der Weißkopfseeadler hat uns geführt wie der Stern die Hirten und die Heiligen Drei Könige. Dort ist das Paar mit dem Kind im Stall, Ochse und Esel sind auch dabei."

Die kleine Dotty hatte Laura als Gesellschaft für Amber Star dazugestellt und Old Henry ist wohl einfach neugierig gewesen was im Stall los ist.

Chato und Leotie sind vom Schneesturm des Vortages überrascht worden und haben mit ihrem Baby Schutz in der Hütte gesucht.

 
 
Laura und Jess gratulieren zum Nachwuchs. Jess weiß, dass er seinem Blutsbruder kein Zimmer im festen Ranchhaus anbieten muss, das würde er als Lakota ablehnen.

Bleibt solange ihr ein Dach über dem Kopf braucht, Frohe Weihnachten!
wünschen Laura und Jess.

Dann gehen sie mit Amber Star nach Hause. Laura ist immer noch in ihren Gedanken bei dem Lakotapaar und dem Baby, ein Junge, der sicher einmal ein tapferer Krieger wird, da Chato und Leotie ihn in der Lakotakultur erziehen werden.
Und ein Ochse und ein Esel ist auch dabei! Ach Jess, das ist so schön!

Jess guckt Laura ernst an:
Laura, wenn du ihnen einen Gefallen tun willst, dann behalte was du gesehen hast für dich, auch kein Wort zu den Kindern und zu meinem Vater. Die Kids könnten sich verplappern wie Kinder eben sind. Die Lakota dürfen hier nicht sein sondern nur eingesperrt in der Reservation. Unser Ranchgebiet zählt nicht zur Reservation. Wenn der General in der Garnison das erfährt, wird er sie jagen mit seinen Soldaten und wieder zurück in die Reservation bringen. Es ist eine Schande wie mit den Lakota umgegangen wird. Dotty und Henry sind wie immer neugierig aber Chato weiß, dass meine Bullen nicht gefährlich sind, von wegen Ochse, der hat beide Klöten. Es ist ein Jammer, dass hier niemand mehr Longhorns züchten will.

Laura hat durch ihren Mann viel über die Lakota gelernt. Sie versteht ihn und so erfährt niemand vom Paar mit dem Kind im alten Stall. Laura und Jess gucken sich nur vielsagend an. Grandpa Frank denkt bei sich, es ist gut, wenn ein Paar auch einmal Zeit nur für sich hat.

Zu Hause zeigt Jess begeistert Amber Star und seine hübsche Kaltblutstute Annie in ihren Weihnachtsdecken.

 
 
Der kleine Bandit hat den gutmütigen Teddy als Reittier für sich entdeckt. Bis jetzt hat noch niemand aus Laramie Anspruch auf den kleinen Kater angemeldet und so bleibt er auf der TWR.

Am nächsten Tag sattelt Jess Amber Star für einen kleinen Ausritt.

 
 
Als er bei der alten Hütte ankommt, ist sie leer. Die Lakota sind wieder auf dem Weg zu ihren Tipis.

FROHE WEIHNACHTEN, schöne Feiertage mit Euren Lieben wünscht Euch Andrea und die Tumbleweedranch!

 
 
 
Tumbleweedranch | Dezember 2016 | top
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