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Kapitel 221
 
Der kleine Raylan kämpft tapfer gegen die Erkältung. Er möchte doch zu Weihnachten gern wieder fit sein. Alle kümmern sich rührend um den Kleinen, der am Morgen des 24. Dezembers wach wird und gleich erzählt, dass er wieder geträumt hat:
"Dad, Santa hat sich Deinen Floppy (Das ist das Paradepferd von Jess mit einem geknickten Ohr, das ihm ein verwegenes Aussehen verleiht. Deshalb hat Jess ihn Floppy Ear-Knickohr genannt, kurz Floppy) genommen und er wollte ihn wohl nicht tragen. Der Sack mit den Geschenken und ein Päckchen liegen im Schnee und Dotty Girl wollte ihm das Grün in der Hand wegfressen.
 
 
Santa hat mit Beiden geschimpft. Die sind frech gewesen. Dann sollte Emmylou die Geschenke tragen und sie hat ganz sehr gebockt.
 
 
Dann ist er auf Big John geritten. Das hat auch wohl nicht so geklappt. Er hat wieder den Sack verloren und konnte sich wohl gerade noch auf dem Rücken von Big John halten.
 
 
Dann war es Santa leid und hat sich den lieben Gentle Marc genommen.
 
 
Dotty Girl ist gekommen mit einem Glöckchen um ihren Hals.
 
 
Das war so schön, Mom und Dad. Aber was ist, wenn der Santa jetzt nicht kommt, weil er böse ist auf Big John, Floppy und Emmylou? Kriegen wir dann dieses Jahr keine Geschenke? Er braucht doch jemanden, der ihm hilft. Ich glaube nicht, dass er durch den Kamin kommt."

Raylan hustet nur noch ein bisschen. Die beiden älteren Mädchen haben alles gehört und lachen:
"Nein, durch den Kamin hat Santa wohl keine Lust. Der flucht ja schon im Sommer, wenn er aufs Dach muss um den Schornstein zu kontrollieren."

Jess hebt warnend die Hand:
"Jolene, Loretta, ich warne euch. Wir haben das neulich groß und breit besprochen. Santa flucht nicht. Er kommt, wenn vielleicht auch nicht durch den Schornstein. Noch ein Wort zu eurem Bruder, dann überlegt es sich Santa mit den Geschenken. Ihr geht jetzt in eure Zimmer und macht euch fertig für die Fahrt zum Gottesdienst in Laramie. Ich bleibe bei Raylan und die kleine Sammy kann dann auch zu Hause bleiben und braucht nicht im Planwagen durch die Kälte fahren."

Jess kommt es sehr gelegen, dass er dieses Weihnachten einen Grund hat, sich den Gottesdienst samt Predigt vom Reverend zu ersparen. Er hofft auf einen gemütlichen Abend, wenn die beiden Kleinen schlafen. Laura ist ihrem Mann dankbar, dass er sie mit Frank fahren lässt. Den Beiden ist der Gottesdienst zu Weihnachten sehr wichtig während Jess damit nicht so viel im Sinn hat. Der Schnee liegt sehr hoch in den Rocky Mountains.

 
 
Am Abend fahren Grandpa Frank, Laura, Jolene und Loretta nach Laramie. Frank kann das Planwagengespann gut fahren, da die Hauptstraße vom Schneepflug geräumt ist. Jess hofft darauf sich nach dem Füttern der Bullen und Pferde an den warmen Kamin zu setzen, da kommt Raylan an und klagt über großen Hunger. Er will unbedingt nach immer nur Hühnersuppe so gern Spiegeleier und so müht sich Jess in der Küche mit seinen begrenzten Kochkünsten ab, etwas Essbares für den Kleinen zu machen.

Raylan isst mit großem Appetit und geht dann sogar in sein Bett in seinem Zimmer und schläft gleich satt und zufrieden ein. Als Jess sich endlich hinsetzen will kommt die kleine Sammy:
"Dad, kann nicht schlafen, Durst."

Er gibt Sammy ein Glas Milch und spielt mit ihr.

 
 
"So Sammy, jetzt geht es aber ins Bettchen und schön schlafen, sonst kommt Santa morgen nicht."

"Santa, Santa" kräht Sammy und schläft dann doch schnell ein. Jess ist völlig geschafft von seiner Tätigkeit als Babysitter. Ihm kommt der Spruch in den Sinn Vater werden ist nicht schwer, Vater sein dagegen sehr. Er guckt unter den geschmückten Baum. In der Ecke wo seine Geschenke verpackt stehen, fällt ihm eins auf, das eine Flasche sein könnte. Er linst hinein und entdeckt eine gute Flasche Whiskey. Er kann es nicht lassen und öffnet sie. Ein Gläschen zur Entspannung, was solls, auf einem Bein kann man nicht stehen, also noch ein zweites Gläschen, setzt sich in Grandpa Franks Schaukelstuhl und schläft auch gleich ein. Als die Tür auf geht und die anderen vom Gottesdienst nach Mitternacht heimkehren, springt Jess auf.
"War`s schön in der Kirche?"

Er gibt Laura einen Kuss. Grandpa Frank meint:
"Die Predigt vom Reverend war sehr gut, die hätte dir nicht geschadet Jess. Die Gemeinde hat so schön gesungen, es war sehr feierlich und jetzt gehen wir alle zu Bett, Gute Nacht!"

Am nächsten Morgen ist Raylan besser drauf, die Ohrenschmerzen sind weg, Husten und Schnupfen viel weniger geworden.
"Kommt nun der Santa oder kommt er nicht? Nun sagt doch mal was!"

Laura guckt Jess strafend an:
"Dein Kuss gestern, der schmeckte nach Bourbon. Du warst doch wohl nicht etwa....?"

 
 
Jess grinst:
"Honey, du bist ja schlimmer als unser Sheriff und alle Marshals zusammen. Du merkst auch alles. Ich brauchte das gestern Abend unbedingt zur Entspannung. Die beiden Kleinen haben mich geschafft, Sammy wollte nicht schlafen, Raylan wollte Spiegeleier. Du weißt ja, ich küsse besser als ich koche. Nun lasst mich in Ruhe meinen Kaffee trinken, dann könnte es sein, dass der Santa kommt."

Die Bescherung ist in den USA immer am Morgen des 25.12.

Laura schüttelt den Kopf, ihr Mann ist wie immer unverbesserlich. Aber er hat sogar die Küche sauber gemacht. Jess zieht los und Laura holt Raylan ans Fenster.
"Schaut mal, Dad auf Floppy!"

Jess hat sogar seinen Cowboyhut mit der Nikolausmütze getauscht.

 
 
Raylan ist beruhgt, dass Floppy unter seinem Vater gut geht. Die kleine Dotty Girl sieht hübsch aus. Jess hat ihr ein goldenes Glöckchen am roten Band wie aus Raylans Traum umgebunden. Als Höhepunkt bringt Jess als Santahelfer die Geschenke für die ganze Familie auf Grandpas Angus Pitch Black und dem Longhorn Henry, die beide Nikolausmützen tragen. Die ganze Familie ist begeistert.
 
 
So kann Familie Harper ein Frohes Weihnachtsfest feiern, auch wenn der Santa nicht durch den Kamin kommt.

MERRY CHRISTMAS !!! MERRY CHRISTMAS !!! MERRY CHRISTMAS !!!

 
 
 
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