<- Kapitel 227
Kapitel 228
 
Grandpa Frank fühlt sich frisch verliebt sehr wohl und besucht Hetty fast jeden Tag. Jess nimmt es mit großem Missfallen zur Kenntnis, sagt aber nichts mehr dazu. Als weitere Maßnahme hat er sein Rasierwasser in eine abschließbare Schublade geräumt. In der Scheune trifft er Laura, die gleich meint:
"Jess, du lässt dich ganz schön gehen, du riechst nach allem Möglichen aber nicht mehr nach deinem guten Rasierwasser."
 
 
Jess meint:
"Kann schon sein, ist mir zu umständlich es zu benutzen wenn es nicht mehr griffbereit da steht."

Laura nimmt ihn bei der Hand:
"Jetzt hör mir mal gut zu Bullrider! Wegen Frank brauchst du es nicht mehr verstecken. Der hat sich schon längst in der Stadt selbst damit eingedeckt und hat es nicht nötig deins zu nehmen. Auch wenn es dir nicht passt, die Kinder mögen Hetty. Frank hat sie schon einige Male mit in ihre Wohnung in der Stadt genommen sozusagen als Anstandswauwau. Jetzt wollen sie ihr natürlich gern hier auf der Ranch alles zeigen. Frank ist richtig aufgeblüht, ihm tut Hetty nur gut und du wirst dich am Sonntag benehmen wenn sie kommt. Habe ich mich klar ausgedrückt Jess?"

Jess kann gar nicht fassen was er hört:
"Ja doch Honey, ich bin ja nicht taub. Hat sie es also schon geschafft dich und auch die Kinder auf ihre Seite zu ziehen? Ich verspreche dir keinen Aufstand zu machen, aber nur weil du es so möchtest. Ich weiß gar nicht was ihr alle an ihr findet, muss ich auch nicht verstehen."

Die Tage vergehen und der Sonntag kommt. Frank holt Hetty mit der Kutsche ab. Laura hat Kuchen gebacken und sitzt mit Frank und Hetty gemütlich im Wohnzimmer nachdem die Kinder Hetty ihre Zimmer gezeigt haben.

 
 
Jess kommt von draußen und schafft es zumindest höflichkeitshalber seinen Hut abzunehmen. Kurz angebunden kommt von ihm nur:
"Guten Tag Mrs. Bolder."

Auf ein Schütteln der Hände verzichtet er. Laura und Frank gucken sich vielsagend an. Jess verbreitet eine eisige Atmosphäre. Jeder im Raum spürt die Angespanntheit. Kaum hat sich Jess hingesetzt, springt er wieder auf:
"Sorry, ich habe noch zu tun. Muss noch dem Bullen die Klauen schneiden."

Laura ist ärgerlich:
"Darling, aber das machst du sonst auch nicht am Sonntag. Setz dich jetzt wieder zu uns, bitte!"

Jess presst heraus:
"Ich denke nicht dran. Ihr amüsiert euch auch prächtig ohne mich."

In der Küche trifft er mit Hetty und seinem Vater zusammen, die gemeinsam den Tisch abgeräumt haben. Eigentlich will er noch etwas zu Essen mitnehmen, aber der Appetit ist ihm vergangen, als er sieht, dass die kleine Sammy am Boden vor Grandpa und Hetty in ihr Spiel versunken ist. Hetty hat die Hunde gefüttert. Jess denkt bei sich: Selbst die Hunde hat sie auf ihre Seite gezogen.

 
 
Frank wirft Jess noch einen vielsagenden Blick zu, aber der kümmert sich nicht darum und zieht ab auf die Weide um Zebulon zu holen.
 
 
Jess krault ihn und Zebu hört zu wie Jess seinen Ärger herauslässt:
"Hetty vorne, Hetty hinten, diese Flöterei von meinem alten Herrn hält ja kein Mensch aus, dann lieber dein Muhen Zebu. Aber auch heute wird es Abend und Dad bringt sie hoffentlich bald zurück nach Laramie. Da können die beiden Oldies ja noch etwas herumpoussieren, aber hier sollen sie mich in Ruhe lassen."

Jess ist gerade fertig mit Klauen schneiden, da kommt Hetty mit einer Kanne frischen Kaffee in die Scheune.
"Hallo Jess, ich dachte, du hast sicher nach der Arbeit Durst. Du warst so schnell weg."

Jess ist verdutzt.
"Hast du keine Angst vor Zebu? Er hat deinen Hühnern und deinem Hühnerstall ja ziemlich übel mitgespielt."

(nachzulesen in Kapitel -> 194 und -> 195)

 
 
Hetty krault Zebu hinter dem Ohr und meint sehr selbstsicher zu Jess`Erstaunen:
"Warum sollte ich? Dir geht ein gewisser Ruf als Bullrider und Kenner von Pferden und Rindern voraus. Ich vertraue dir. Du hast in Laramie gezeigt, dass du den verrückten Bullen gezähmt hast. Es war so schön wie selbstverständlich du mit der kleinen Samantha auf ihm geritten bist.
 
 
Ich habe damals gedacht, jetzt ist alles aus, als die Hälfte meiner Hühner tot, die andere Hälfte keine Eier mehr gelegt hat und der Stall niedergetrampelt war. Ich lebe doch davon und von meinen Näharbeiten. Das war sehr anständig von dir alles zu bezahlen und deine Arbeiter den Stall wieder aufbauen zu lassen. Du bist ein guter Mann genau wie dein Vater."

Jess ist ziemlich irritiert, dass Henrietta so freundlich zu ihm ist und bedankt sich für den Kaffee.

So geht das erste Zusammentreffen nicht geschäftlicher Art zwischen den Beiden zu Ende.

Am Abend im Schlafzimmer schimpft Laura ganz gewaltig mit Jess, dass er sich wie die Axt im Walde benommen hat und sturer als ein Rocky Mountainziegenbock ist.

 
 
Daraufhin sattelt er noch vor dem Frühstück seinen Dandy und reitet mit Raylan ins Lager der Cheyenne.
 
 
Der Medizinmann bemerkt gleich die unausgeglichene Stimmung von Jess und bereitet alles für die Schwitzzeremonie vor. Nach der Zeremonie sitzen die Männer zusammen und besprechen ihre Visionen.
 
 
Der Medizinmann Takoda beginnt:
"Ich habe dunkle Wolken über der Tumbleweed gesehen. Die Geister haben mir aber nicht mehr gesagt, nur dass sie dich betreffen Grauer Wolf."

Jess antwortet:
"Ich weiß auch wie die dunkle Wolke heißt- Henrietta Bolder. Mein Vater macht ihr den Hof, die Kinder, die Hunde, selbst den Bullen Zebu und meine Frau hat sie schon auf ihre Seite gezogen. Deshalb hatte ich einen Wahnsinnskrach mit Laura."

Chato lacht laut:
"Mein Bruder, du hast wohl in ein Wespennest gestochen. Das ist mir mit Leotie auch schon passiert."

Der Medizinmann meint ernst:
"Grauer Wolf, wo bleibt dein Familiensinn? Mutter Erde und Vater Himmel gehören zusammen, auch wenn es manchmal grollt. Wenn dein Vater eine neue Frau hat ist das eben so. Der Mensch ist nicht geschaffen allein zu sein sondern braucht einen Partner. Du hast Chumani zu mir geführt und wir sind glücklich. Gönne deinem Vater das Glück! Diese Frau ist nicht deine Mutter und will das auch nicht sein. Es liegt in der Natur des Menschen nicht allein sein zu wollen. Ich frage mich nur was mir die Geister mit den dunklen Wolken sagen wollen. Ich weiß es nicht und das betrübt mich."

Jess steht auf:
"Ich bleibe dabei, die dunkle Wolke ist Henrietta Bolder und nichts anderes. Ich will diese Frau nicht auf der Ranch haben."

Takoda und Chato schütteln die Köpfe aber lassen Jess und seinen Sohn ziehen.