<- Kapitel 228
Kapitel 229
 
Die Tage bis Ostern vergehen rasch. Frank steht in der Küche und bereitet liebevoll Essen für ein Picknick vor.
 
 
Jess kommt dazu und fragt:
"Machen wir zu Ostern ein Picknick? Das sieht sehr gut aus Dad."

Frank guckt Jess an:
"Ich weiß nicht was ihr zu Ostern vorhabt. Hetty und ich machen ein Picknick. Wir freuen uns schon sehr darauf."

Jess ist überrascht von Franks Eröffnung. Das hatte er nicht vermutet. Er antwortet missmutig:
"Gut, dann sind wir und die Kinder eben nicht mehr so wichtig, ich habe verstanden."

Frank schüttelt nur seinen Kopf und denkt so ein Sturkopf von Sohn.

Zu Ostern ist der Frühling so richtig in die Rocky Mountains eingekehrt. Frank hat alles liebevoll vorbereitet. Er hat den Oldtimer vor die Kutsche gespannt, seine Hündin Freckles ist auch mit von der Partie, weiße Kaninchen und Küken um das Ambiente etwas österlich zu gestalten. Das Essen ist lecker, Frank hat auch den Wein nicht vergessen und so verbringen die Beiden glückliche Stunden zu zweit.

 
 
Frank meint:
"Liebe Hetty, wir sind jetzt schon so lange zusammen, dass ich genau weiß, ich möchte am Abend mit dir zusammen schlafen gehen und am Morgen neben dir aufwachen und dann zusammen einen schönen Tag verbringen. Wie stehst du dazu Hetty? Sind deine Gefühle für mich auch so stark?"

Hetty umarmt Frank:
"Darling, darauf habe ich insgeheim so sehr gehofft. Diese ständige Fahrerei in die Stadt oder hier raus ist doch kein Dauerzustand und was machen wir im Herbst und Winter, wenn das Wetter rauh wird? Du kannst auch gern zu mir in die Stadt ziehen. Meine kleine Wohnung dürfte auch für uns zwei reichen. Dann hast du den Laden vor der Tür, den Doc, den Barbier, alles was man so braucht. Es hat auch Vorteile in der Stadt zu leben."

Frank antwortet:
"Ja Hetty, von der Seite habe ich es noch nicht gesehen. Ich habe eben immer auf der Tumbleweed gelebt, auch wenn sie jetzt von Jess geleitet wird und er macht seine Sache wirklich gut. Seit er Laura und die Kinder hat, treibt er sich nicht mehr in der Weltgeschichte auf Rodeos herum. Ich weiß nicht warum er dir so ablehnend gegenübersteht. Aber ich bin mir sicher, er wird immer höflich bleiben, wenn ich mit Laura zum Frühlings Roundup der Double X bin. Sie schlägt es ihren Eltern nicht ab für den ausgefallenen Koch einzuspringen und ich habe ihr versprochen zu helfen und sie auch vor zudringlichen Cowboys zu beschützen. Die werden manchmal anzüglich gegenüber Frauen, wenn sie so lange in der Wildnis Kühe treiben. Bist du wirklich sicher, dass du in der Zeit die Kinder versorgen willst und die Arbeiter? Die Kochkünste von Jess halten sich in absoluten Grenzen. Er selbst isst so ziemlich alles und stellt keine Ansprüche."

Hetty umarmt Frank und meint dann:
"Ich mache das für dich und Laura, die Kinder müssen ordentlich versorgt werden. Ich mag deine Enkelkinder sehr. Ich weiß jetzt schon, dass ich dich so sehr vermissen werde Frank."

Frank gießt Hetty noch einmal Wein ins Glas, dann sich selbst und so verbringen die Beiden noch schöne Stunden in denen sie sich sehr nahe kommen.

 
 
Laura hat es vorgezogen mit den Kindern ihre Eltern auf der Double X zu besuchen um das Frühlings Roundup zu besprechen. Ihre Eltern sind mit harter Arbeit zu Wohlstand gekommen und nun müssen an die 1000 Stück Rindvieh eingefangen und die Kälber gebrannt werden. Dem unglücklichen Koch ist das Zugpferd des Küchenwagens auf den Fuß getreten und so humpelt er in der Mannschaftsunterkunft herum und ist mit dem mehrfach gebrochenen Fuß erst wieder zum Herbst Roundup einsatzfähig. Jess passt es nicht, dass Laura einige Wochen unterwegs sein wird, aber er kann seinen Schwiegereltern nicht die Hilfe verweigern. Auf dem Land hilft man sich gegenseitig wenn Not am Mann ist.

Er murmelt vor sich hin:
"Hm, bald ist Laura ganz weg. Dafür wird Mrs. Bolder hier einziehen, ganz toller Tausch. So, die Arbeit ist gemacht. Dann nehmen wir jetzt erst einmal einen Drink auf Ostern."

Jess benutzt Charlie Broken Horn als Sitzgelegenheit und Big John säuft auch aus einer riesigen Schüssel.

 
 
Jess hat ein Glas Bier in der Hand und die Flasche Bourbon unter den Arm geklemmt.
"Cheers Big John und Charlie, mit euch trinke ich am liebsten, ist ja auch sonst keiner da."

Jess trinkt das Glas Bier für den Durst und stellt dann fest, dass ihm der Whiskey heute nicht schmeckt.
Er hört den Wagen mit Laura und den Kindern zurückkommen. Laura hat einen schnellen Blick auf die Weide getan und ist angefressen. Sie denkt, den Kerl kann man gar nicht allein lassen, wie soll das bloß werden wenn ich mit Frank weg bin?

Sie kocht auf die Schnelle eine Kanne Kaffee und geht damit auf die Weide zu ihrem Mann.

 
 
"So, der Kaffee wird dich hoffentlich wieder zu Verstand bringen Jess. Kann man dich nicht allein lassen? Wie soll das werden wenn ich mit Frank weg bin?"

Jess ist wütend:
"Was du auch immer von mir denkst, ich habe nur ein Glas Bier getrunken. Das wird man wohl noch zu Ostern dürfen. Früher war Ostern schöner. Da waren wir alle zusammen und jetzt macht jeder was er will."

 
 
Am Stall nimmt Laura ihren Mann in den Arm.
 
 
"Jess, überleg mal woran das liegt! Frank liebt Hetty und du lehnst sie ab. Du vertreibst deinen Vater von der Ranch, wenn du so weiter machst. Die Beiden lieben sich. Gewöhne dich endlich an den Gedanken! Frank ist so weit, dass er zu Hetty in die Stadt ziehen will. Willst du den Kindern ihren Grandpa nehmen?"

"Honey, ich weiß selbst nicht was es ist. Eigentlich ist sie ja gar nicht so übel. Es ist ja nett, dass sie die Kinder und die Arbeiter versorgt wenn du und Dad weg seid auf dem Round Up. Ich verspreche dir, ich fresse keine Henrietta Bolders zum Frühstück. Ich wäre mit etwas Rührei und Bacon völlig zufrieden. Vielleicht gehe ich dann auch häufiger ins Restaurant in der Stadt. Aber du wirst mir fehlen Honey. Ich bin es gewöhnt, dass ich neben dir aufwache."

Laura schüttelt ihren Kopf:
"Darling, ich glaube uns tut etwas Abstand gut. Du hast dann Zeit nachzudenken warum alles so ist wie es jetzt ist. Daran bist nur du schuld mit deinem Verhalten."

So geht für Jess ein etwas denkwürdiges Ostern zu Ende, während Hetty und Frank ihr Glück genießen.

Mit dieser Geschichte wünscht Andrea und ihre Tumbleweedranch allen Lesern und Freunden HAPPY EASTER, habt schöne Feiertage im Kreis Eurer Lieben!