<- Kapitel 238
Kapitel 239
 
Jetzt wo Jess sich sicher ist, dass Laura ihn wegen seiner gesundheitlichen Einschränkung nicht verlässt, kann er endlich entspannen und den Dingen gelassen entgegen sehen. Als nächstes macht er mit seinem Vater reinen Tisch und erklärt ihm warum er Hetty erst so reserviert entgegen getreten ist und er ihm sein neues Glück inzwischen von Herzen gönnt. Er schließt seine Ausführungen mit der Bemerkung:
"Dad, Hetty hat übrigens mehr Rindviehverstand wie du im ganzen Leben bis jetzt angesammelt hast. Sie hat gleich gemerkt, dass du Pitch Black überforderst mit den vielen Deckeinsätzen und er deshalb so abgenommen hat. Das hat mir sehr imponiert. Frauen mit Rindviehverstand sind nicht so häufig zu finden, auch hier im Westen nicht. Nebenbei gesagt, sie wird auch hervorragend mit menschlichen Rindviechern fertig. Nun weißt du weshalb sich Pitch Black auf der Weide seines Lebens freut. Kannst dich bei Hetty bedanken!"
 
 
Frank muss über seinen Sohn lachen und ist glücklich, dass er mit Hetty auf der Tumbleweed wohnen bleiben kann. Einige Tage später sitzt Hetty bei Jess am Bett.
 
 
Jess fragt Hetty:
"Haben wir eigentlich noch etwas von der Medizin von Abby übrig? Ich wäre so froh, wenn ich mal wieder eine Nacht durchschlafen könnte. Mal sticht es mit Kreuz, mal bohrt es und meine Beine fühlen sich an als wäre ich in einem Ameisenhaufen gelandet, so kribbelt es darin. Ein halber Teelöffel vom Laudanum würde mir ja vielleicht schon genügen Hetty."

Hetty meint dazu:
"Tut mir leid die Flasche ist leer und Abby hat gemeint du brauchst das nicht mehr."

Am Abend kommt Laura mit der heißen Kompresse und schiebt sie Jess unter das Kreuz. Er fährt mit einem Aufschrei hoch und wirft die Kompresse mit zwei Fingern auf die Holzdielen, dass es nur so klatscht:
"Laura, bist du irre, das ist doch viel zu heiß. Hetty kann das besser."

Laura steht wie versteinert da:
"Das ist doch so wie immer. Ich weiß gar nicht was du hast Jess."

Hetty hat die Beschwerde von Jess mitbekommen. Sie kommt und schlägt die Decke an die Seite. Jess klagt:
"He, mir ist kalt. Was wird das denn jetzt? Seid ihr alle irre?"

Hetty will es jetzt wissen.
"Jess, ich glaube Takodas Medizin wirkt. Es ist wieder Gefühl da. Los versuch mal links deine Zehen zu bewegen!"

Jess macht was Hetty sagt und es funktioniert tatsächlich. Für die rechte Seite braucht er etwas länger und er meint dazu:
"Das ist anstrengend, die Zehen wollen noch nicht wie mein Kopf will. Aber yeah es geht! Takoda hat recht mit seiner Medizin. Jetzt weiß ich, dass ich wieder laufen werde und auch wieder reiten. Es ist nur noch eine Frage der Zeit."

Die Ärztin Abby ist gleich als sie die Neuigkeit hört durch den Regen geritten um Jess Krücken zu bringen.

 
 
Laura nimmt ihren Mann in den Arm und ist glücklich. Das erste Mal laufen auf Krücken ist für Jess sehr anstrengend und er fällt beinahe hin. Aber Frank und Laura halten ihn. Jess grinst dazu:
"Danke, ich war mal ein Gleichgewichtskünstler mindestens 8 Sekunden auf einem bockenden Bullen und jetzt habe ich Schwierigkeiten mit ein paar Schritten auf Krücken, Bullshit. Unsere kleine Sammy ist besser zu Fuß als ich."

Abby ermahnt ihn:
"Jess, sei nicht so ungeduldig mit dir selbst. Dein Kreislauf ist vom langen Liegen etwas schwach. Du musst wieder neu laufen lernen. Das dauert seine Zeit. Nun bist du froh, dass du im Schultergürtel und den Armen Kraft hast. Das hat Hetty gut gemacht mit dir."

Jess lacht:
"Ja Abby, die Beinarbeit lässt noch zu wünschen über. Aber ich schwöre euch, das wird bald!"

So kämpft sich Jess jeden Tag ein bisschen mehr ins Leben zurück. Nach einigen Tagen nimmt er sogar die Treppe nach oben ins gemeinsame Schlafzimmer in Angriff als er wieder nicht schlafen kann. Mit einer Hand am Treppengeländer rutscht ihm mitten in der Nacht die Krücke weg, dass es nur so scheppert. Frank steht im Nachthemd mit Gewehr im Anschlag in seiner Schlafzimmertür und ruft:
"Hände hoch wer immer da ist oder ich schieße!"

Jess kann nicht mehr vor Lachen:
"Dad, lass den Unsinn als Nachtgespenst! Ich bin`s doch nur auf dem Weg in unser Bett ins Schlafzimmer. Es gibt Dinge, die ein Mann schaffen muss und das gehört dazu. Es wäre schön wenn du mir die Krücke wiederholst."

Inzwischen sind alle wach vom Krach. Jess lässt sich ungerührt ins Bett fallen und meint:
"Darling, ich bin völlig kaputt, heute passiert gar nichts mehr."

Alle freuen sich, dass Jess sich wieder zurück ins Leben kämpft. Nur Takoda ist noch hin- und hergerissen. Er freut sich, dass seine Medizin endlich helfen konnte, aber seine Vision der schwarzen Wolke über der Tumbleweedranch ist nach wie vor stärker da als je.

 
 
Er beschwichtigt die Geister mit seinem Gesang und wieder warnt er Jess:
"Hüte dich vor Luther Jenkins! Dein Totem, der Wolf, hat dir geholfen was die Familie angeht. Aber die Sache mit dem Büffeljäger ist nicht zu Ende. Da muss der Geist des Büffels helfen. Ich rufe ihn wieder an!"
 
 
Jess weiß nicht recht was er davon halten soll. Er hat eigentlich nicht vor sich mit Luther Jenkins anzulegen.