<- Kapitel 239
Kapitel 240
 
Jess schiebt die offene Rechnung mit dem Büffeljäger weit von sich und denkt an Takodas Worte, dass Luther Jenkins seinen Hass nicht merkt und er sich nur selbst damit schadet. Es geht mit dem Laufen auf Krücken langsam aber sicher voran, aber viel kann er auf der Ranch arbeitsmässig noch nicht leisten. Da kommt der Vormann Patrick zu Jess und meint:
"Der Büffel läuft dauernd so unruhig am Zaun entlang. Dem fehlt nichts, aber diese Unruhe macht die Bullen ganz nervös. Was soll ich da machen Jess?"

Jess meint dazu:
"Eigentlich ist die Brunftzeit erst Mitte Juli bis Ende August, er ist früh unruhig Patrick. Mach das Tor auf, lass ihn laufen! Du brauchst ihn nicht mehr mit einer Hand in roter Farbe auf dem Hintern kennzeichnen, es dürfen ja keine Büffel mehr geschossen werden. Daran halten sich auch die Cheyenne, also raus in die Freiheit mit Tatanka."

Hetty hört zu:
"Jess, ich habe noch nie einen Büffel angefasst, ich möchte ihn so gern mal von nahem sehen. Warum lässt du ihn einfach gehen?"

Jess meint:
"Hetty, dann geh`doch mit Patrick! Mir ist das zu weit auf Krücken. Tatanka gehört nicht mir, er gehört sich selbst oder der Natur. Er hat sich nur entschieden zeitweilig auf der Tumbleweed unter meinen Bullen zu leben.

 
 
Mir steht es nicht zu ihn festzuhalten. Ich habe ihn Tatanka genannt nach der Legende der Plainsindianer vom weißen Büffel, dann lassen ihn die Cheyenne in Ruhe."

So kommt es, dass Hetty Patrick zur Bullenweide begleitet und sich sogar traut Tatanka zu streicheln bevor Patrick das Tor öffnet.

 
 
Hetty strahlt:
"Patrick, ich hätte nie gedacht, dass ich mal einen lebenden Indianerbüffel anfasse. Das ist einfach verrückt was ich hier erlebe."

Patrick lacht:
"Hetty, das habe ich schon manches Mal gedacht. Man lernt nie aus über den Boss und seine Viecher."

Tatanka zieht langsam seines Weges und guckt sich nicht mehr um.

 
 
Er verschwindet in der Ferne wo man ihn noch unter einem Mammutbaum sehen kann.
 
 
Währenddessen reitet Laura auf Rhett nach Laramie, weil er neue Hufeisen braucht.
 
 
Ausgerechnet beim Schmied läuft sie direkt Luther Jenkins, der sein Pferd auch dort zum Beschlagen hat über den Weg. Laura hört wie der Schmied Harry ihn mit Namen anspricht und ihm sagt, dass er sein Pferd in einer Stunde abholen kann. Sie stellt sich vor Jenkins hin und es bricht aus ihr heraus:
"Luther Jenkins, was du meinem Mann angetan hast ist schrecklich. Das war nichts anderes als ein Mordversuch. Wenn er dich nicht vor Gericht bringt, werde ich es tun. Du hast ihn mit deinen Leuten fast tot geschlagen, obwohl er in Frieden gekommen ist. Ich bin froh, dass er inzwischen wieder auf Krücken laufen kann. Aber dafür wirst du bezahlen!"

Jenkins grinst:
"Ach, du bist die kleine Lady von diesem Rancher, der mir das Geschäft kaputt gemacht hat. Ich hätte geschworen, dass er tot ist. Der hat wohl mehr Leben wie eine Katze. Dann ist die Sache wohl noch nicht zu Ende. So eine nette Frau könnte mir auch gefallen, kannst ja ein bisschen nett zu mir sein. Dann lernst du mal einen richtigen Mann kennen."

Jenkins streichelt Laura mit seinen groben Händen über die Wange. Laura wird laut:
"Wage es nicht Jenkins! Lass mich in Ruhe!"

Der Schmied Harry ist durch den lauten Wortwechsel aufmerksam geworden und steht als noch weit größerer und stärkerer Mann mit dem schweren Schmiedehammer plötzlich neben Jenkins und Laura:
"Laura, brauchst du Hilfe? Jenkins, verschwinde und lasse die Frau meines besten Freundes in Ruhe! Sonst werde ich ungemütlich."

Laura bedankt sich bei Harry und reitet, nachdem Rhett fertig beschlagen ist, zurück zur Ranch. Sie erwähnt die Begegnung mit Luther Jenkins erst am nächsten Tag, als sie sich einigermaßen beruhigt hat. Jess hört ihr zu, aber sagt nichts dazu. Tief in seinem Inneren ist das Maß voll. Er spielt noch einmal mit der kleinen Sammy.

 
 
Er verabschiedet sich nacheinander von seinen Kindern mit den Worten:
"Egal was passiert, ich habe euch immer lieb."

Seine Älteste trifft er draußen. Inzwischen geht er kurze Entfernungen ohne Krücken. Aber es fällt ihm noch schwer.

 
 
Jess geht wieder und Jolene wundert sich sehr über das Verhalten ihres Vaters. Sie läuft zu Hetty und erzählt ihr:
"Dad ist so komisch, er hat gesagt egal was passiert, ich habe dich lieb."

Hetty kann es erst nicht einordnen aber dann fällt es ihr wie Schuppen von den Augen. Sie sucht Jess und findet ihn bei seinem jungen Quarterhorse, das er inzwischen bereits gesattelt hat.

 
 
Sie sieht, dass Jess die Haltbarkeit des Lassos Inch für Inch überprüft:
"Jess, was hast du vor? Willst du dich mit Luther Jenkins anlegen? Du bist noch nicht so weit, das machen deine Beine nicht mit Jungchen."

Jess antwortet:
"Hetty, das ist mir durchaus klar, aber ich muss die Sache jetzt erledigen. Jenkins wird keine Ruhe geben und hier auf der Ranch vor den Kindern muss es nicht sein. Du wirst mich nicht davon abhalten zu tun was getan werden muss. Du kannst mir höchstens Glück wünschen."

Hetty schüttelt ihren Kopf und sucht Laura:
"Laura, bring deinen Mann zur Vernunft! Er will sich mit Luther Jenkins anlegen."

Laura hat Golden Nugget von der Weide geholt.

 
 
Sie stellt sich vor Jess:
"Wenn du das tust was ich denke, dann bist du auch nicht besser als Luther Jenkins. Lass das ein Gericht entscheiden Jess! Du bist noch nicht so weit, dass du dich mit ihm anlegen kannst."

Jess schüttelt seinen Kopf:
"Laura, du wirst mich nicht aufhalten. Jetzt weiß er, dass ich nicht tot bin und wieder laufe. Er wird nicht eher Ruhe geben bis ich tot bin. Ich habe nur die Chance ihm zuvor zu kommen."

Laura schluchzt:
"Was habe ich getan? Ich bin schuld, dass er es weiß Jess. Das wollte ich nicht."

Jess tröstet Laura:
"Er hätte es so oder so erfahren Laura. Neuigkeiten verbreiten sich schnell in der Stadt. Ich bin dir nicht böse. Ich muss die Angelegenheit jetzt regeln. Ich liebe dich Honey!"

Mit einem letzten "Bye, bye!" sitzt Jess mühsam auf, wirft die Krücken weg, nimmt den zu Boden gefallenen Zügel auf und reitet mit einem letzten Blick auf die Tumbleweed langsam los.

 
 
Laura guckt ihm völlig perplex hinterher und ruft ihm nach:
"Wenn du Luther Jenkins tötest bist du nicht besser als er, dann verlasse ich dich Jess!"

Jess fühlt sich so in die Enge getrieben, dass der Showdown mit Luther Jenkins unausweichlich ist.