<- Kapitel 249
Kapitel 250
 
Jess ist zufrieden den drohenden Indianerkrieg abgewendet zu haben und widmet sich jetzt wieder den Pferden der Tumbleweedranch. Er lässt erst den Morgan Second Chance die geöffnete Aufstellung für den Reiter üben,
 
 
dann holt er Gentle Marc und lässt ihn laufen.
 
 
Dann kümmert er sich um Champagne.
 
 
Später trifft er auf seinen Vater, der vom größten Rancher der Gegend Matt Henderson, eine Rinderhälfte abgeholt hat. Jess will seinem Dad Bud abnehmen, aber Frank winkt ab:
"Ich mach das schon mit dem Geschirr abnehmen, geh du ins Haus, Hetty und Laura warten sicher schon mit dem Essen."
 
 
Was Jess nicht weiß, Frank hat Henderson gefragt ob er ihm einen bestimmten Appaloosa verkauft. Als Matt erfährt, dass er für Jess sein soll macht er Frank einen günstigeren Preis. Matt schätzt Jess sehr als Nachbarn und aus seiner Cowboyzeit als junger Mann bei ihm und hat Jess alles über Rinder beigebracht was ihm auch in seiner Rodeozeit nützlich war. Er hätte Jess gern als Vormann gehabt, aber sein Lebensweg ging später als Bullrider in eine andere Richtung. Cowboy, selbst als Vormann oder Trailboss, war Jess nicht gut genug bezahlt.

Frank, Hetty und Laura legen für Jess zusammen. Sie sind der Meinung, dass er nach seiner langen Zeit der Krankheit eine besondere Freude haben soll. Nachdem Jess ins Haus verschwunden ist bringt Frank den hübschen Appaloosa, den er hinter der Scheune angebunden hatte, in den Stall.

Nach dem Essen lockt er Jess in den Stall unter dem Vorwand, dass am Geschirr von Bud ein Riemen gerissen ist. Jess murrt:
"Dad, kann ich mir das nicht später ansehen? Ich wollte jetzt einen Blick in die Zeitung werfen bevor ich wieder arbeite."

Laura flötet:
"Darling, tut dir das Bein wieder weh? Dann bleib sitzen alter Mann!"

Jess steht auf:
"Ich geh ja schon, ihr habt eine Art einen zu scheuchen. Nicht mal die Zeitung kann man in Ruhe lesen!"

Jess stapft missmutig zum Stall, greift nach dem Geschirr und findet keinen kaputten Riemen. Er grummelt nur " find nichts" vor sich hin. Frank muss sich schon das Lachen verbeißen:
"Junge, guck doch mal hoch! Da wartet jemand auf dich."

Jess guckt und traut seinen Augen nicht.

 
 
 
"Was macht Hendersons Cowboy Poetry hier?"

Hetty und Laura freuen sich über das fragende Gesicht von Jess. Laura ruft:
"Happy Thanksgiving Jess! Der ist für dich und soll dir Freude machen. Du wolltest ihn immer schon so gern haben. Nun steig schon auf!"

Jess lässt sich nicht zweimal bitten und reitet den großrahmigen Appaloosa voller Freude.

 
 
Jess ist begeistert von Cowboy Poetry:
"Auch wenn er als Wallach nicht in die Zucht gehen kann, er verkörpert das Cowboypferd des alten Westens, der immer mehr vor die Hunde geht. Auf dieses Pferd kann jeder Cowboy stolz sein. Er hat bei Henderson gleich meine Blicke auf sich gezogen. Er ist einfach wunderbar in Charakter und Aussehen mit seinen flashy Spots. Ich weiß gar nicht was ich sagen soll, danke, danke euch allen!"

Jess steigt ab und redet mit dem Wallach."Good Boy, good Boy!"

 
 
Cowboy Poetry ist ein aufgeweckter Wallach, an dem Jess in Zukunft viel Freude hat.

Als am Abend alle zusammen sind fragt Hetty:
"Ich komme ja aus dem Osten, was hat es mit dem Code des Westens auf sich? Manchmal denke ich Cowboys sind schon komische Kerle."

 
 
Jess grinst:
"Der Westen hat seine Rituale. Wisst ihr, dass ein Cowboy immer eine Ein-Dollar-Note im Hutband längsgefaltet hat? Es kann einem bei der Arbeit jeder Zeit etwas passieren, Indianer, Klapperschlangenbisse, wild gewordene Rinder, man weiß nie ob man den Abend noch erlebt, aber dann bekommt der Bestatter sein Geld. Das Pferd ist wichtigster Besitz. Wer sich daran vergreift, den erwartet der Strick. Viehdiebe werden aufgehangen. Gleich wie kaputt du nach einem langen Tag im Sattel bist, kümmere dich erst um das Pferd und gibt ihm Futter. Dann erst kannst du selbst essen. Wenn du das Pferd eines anderen ohne Erlaubnis reitest ist es so schlimm als wenn du mit seiner Frau ins Bett gehst. Schlage nie ein Pferd eines anderen! Cowboys sind bescheiden und zurückhaltend. Reite an niemandem vorbei ohne "Howdy" zu sagen! Winke keinem Mann auf einem Pferd, es könnte sich erschrecken und der Mann denkt du bist ein Idiot. Ein Nicken ist der geeignete Gruß. Verfluche alles was du willst, aber nur unter Männern, Pferden und Rindern! Helfe immer anderen und sei nett zu Kindern, Frauen und alten Menschen!
In Texas hat ein Rancher zwei arbeitssuchenden Cowboys Essen gegeben und dafür 50 Cents verlangt. Das geht nach dem Ehrenkodex gar nicht. Die beiden haben sich revanchiert und einem Stier in die Flanke gebrannt "meals - 50 cts.". Nun weiß jeder, dass der Rancher den Code gebrochen hat und Schande und Spott ist ihm sicher. Leute aus dem Osten wundern sich auch wenn ein Rancher oder Cowboy einem unbekannten Paar begegnet, dann wird der Mann mit Handschlag begrüßt und die Frau mit dem Zeigefinger an der Hutkrempe mit einem "Hi Ma`m" . Dieser Brauch kommt daher, dass früher ein Cowboy wenn er eine Frau hatte, sie meist eines der Mädchen aus den Bordellen war und ein ehrbarer Mann gibt einer solchen "Dame" nicht die Hand. Heute gibt es auch hier ehrbare Frauen. ( Um die Jahrhunderwende gab es im Wilden Westen um die 50.000 Bordelldamen, die den leichtgläubigen Cowboys das Geld aus der Tasche zogen.)
Seit der Erfindung des Stacheldrahtes und dem Ende der open range wird der Cowboy überflüssig und der Code des Westens außer Kraft gesetzt. Die Zeiten ändern sich, aber ich denke der Cowboy bleibt, wenn auch nicht mehr so viele gebraucht werden wenn alles eingezäunt ist."

Hetty nickt dazu und meint:
"Vieles verstehe ich jetzt besser. Aber auch hier im Westen wird das Leben zivilisierter."

Jess gähnt und meint:
"Euer mehr oder weniger zivilisierter Cowboy und Bullrider geht jetzt Matratze horchen. Ich habe sicher schöne Träume von Cowboy Poetry, einem Cowhorse der Spitzenklasse."

 
 
 
 
Tumbleweedranch | November 2018 | top
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