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Kapitel 259
 
Inzwischen ist es Abend geworden und Jess hat erst einmal die Schlachtung des Hahnes auf den nächsten Tag verschoben. Er weiß, dass es sein muss, aber hat es nicht eilig damit. Am nächsten Morgen nimmt ihn sein Vater ins Gebet.
 
 
"Hör mal zu Jess! Wann hast du vor den weißen Hahn zu schlachten? Soll der im Käfig weiterleben? Das ist kein Leben für einen Hahn und du weißt das genau. Du willst nur gut vor Raylan dastehen. Wer Fleisch essen will, der muss eben auch schlachten. Das brauche ich dir doch nicht zu erklären."

Die blauen Augen von Jess blitzen böse:
"Ja doch Dad! Hast ja recht. Ich werde das nachher erledigen."

Hetty nimmt Jess an den Schultern und schüttelt ihn leicht:
"Oh Jess! Ihr wollt euch doch wohl nicht so kurz vor Ostern streiten?"

Bei Jess ist der Zorn verflogen und er muss schon wieder lächeln:
"Du weißt ja Hetty, mein alter Herr hat immer recht und das ist es wohl was ich nicht ab kann."

Jess frühstückt gemeinsam mit den anderen, sagt aber wenig und schon gar nichts über den Hahn. Danach widmet er sich seiner Arbeit. Er sieht den Bullen nach der Fütterung zu und muss laut lachen über Big Johns Frühlingsgefühle.

 
 
Jess ruft laut:
"He Big John! Lass das! Und du Pitch Black bist auch noch so blöd und bleibst stehen. Du bist doch keine Kuh. Big John du hast wohl sehr große Frühlingsgefühle, tut mir ja leid, aber einen ehemaligen Rodeobullen will niemand in der Nachbarschaft als Deckbullen."

Jess denkt nach und freut sich, dass die Deckgelder der Herfordbullen und des Angus gutes Geld eingebracht haben. Der hornlose James ist in der ganzen Gegend beliebt.

 
 
Nachdem die Arbeit auf der Ranch getan ist will Jess gerade das Beil suchen um den Hahn zu schlachten. Da sieht er von weitem Tommy von Carolines Farm kommen.
 
 
Tommy begrüßt Jess:
"Howdy Jess! Ich habe dir die Möhren und Äpfel in die Sattelkammer gestellt. Ich war gerade in der Stadt. Mein Arbeitspferd brauchte neue Eisen."

Jess antwortet:
"Hallo Tommy! Danke, aber du machst ja ein Gesicht wie sieben Tage Regenwetter. Was ist denn passiert?"

Der junge Mann meint:
"Frag lieber nicht! Ein Kojote hat ausgerechnet unseren Hahn geholt. Ich habe ihn noch weglaufen sehen und habe ihm noch schnell eine Kugel aus meinem Jagdgewehr hinterher geschickt. Aber ich habe ihn verfehlt, weil alles so schnell ging. Jetzt bekommen wir ohne Hahn keine Küken und Mom wollte mehr Hühner. Ich war in der Stadt und habe mich umgesehen um von deinem Geld einen neuen Hahn zu kaufen. Mom hat so gern einen weißen Hahn, aber keiner hat einen zu verkaufen. Verdammt!"

In Jess´ blauen Augen blitzt es auf:
"Den verflixten Kojoten habe ich an der Wasserstelle gesehen. Unsere Hühner laufen auch frei herum. Mal sehen ob ich ihn irgendwann vor die Flinte bekomme!

 
 
Aber ich glaube, ich habe da was, das deine Laune ausgesprochen verbessern würde."

Tommy strahlt mit der Sonne um die Wette als Jess ihm den Käfig mit dem weißen Hahn überreicht:
"Das hier ist ein Prachthahn, der seinen Job auf dem Hühnerhof tun wird, sogar ein weißer wie du gesucht hast Tommy. Bezahlt hast du ja schon mit den Möhren. Happy Easter für dich und deine Mom!"

So kommt der Zufall zu Hilfe und der weiße Hahn bekommt einen eigenen Hühnerhof auf Carolines und Tommys Farm in der Nähe der TWR. Dieses Mal macht das Tauschgeschäft Tommy und besonders Jess sehr zufrieden. Nur Hetty und Frank müssen auf Hühnerfleisch verzichten. Der kleine Raylan ist überglücklich, dass der Hahn weiterleben darf:

 
 
"Dad, du bist der Beste! Aber ich bin schon groß, ich weiß, dass man Tiere schlachten muss wenn man Fleisch essen will. Aber nicht meinen Truthahn!"

Jess grinst sich eins und weiß, dass er bei Hetty und seinem Vater gut Wetter machen muss. So sattelt er den für die beiden zugerittenen Mustang Black Bear mit dem Paradesattel und Frank führt ihn mit Hetty im Damensitz.

 
 
Frank meint zu seinem Sohn:
"Gute Arbeit mit Blacky! Der macht uns viel Freude."

Jess strahlt:
"Kann ich doch mal was richtig machen Dad! Hetty, du kannst Blacky ruhig allein reiten, aber nur Schritt im Damensitz!"

Hetty vertraut Jess und macht allein auf dem Pferd eine gute Figur. Die Männer sehen sich an und wissen ohne Worte, dass Hetty einfach sehr gut auf die Tumbleweed passt.

 
 
Das Osterfest kommt und Jess beobachtet lachend Emmylou, das Muli von Frank, die sogar für die weißen Kaninchen bremst.
 
 
Hetty zeigt Jess, der den Brahma Sancho führt, stolz die ersten Küken pünktlich zu Ostern. Der Brahma ist gezähmt und beachtet das Geflügel nicht mehr.
 
 
Hetty hat Jess längst verziehen, dass der weiße Hahn einen neuen Hühnerhof gefunden hat. Im Grunde ihres Herzens ist sie froh über diese Lösung.

Die Tiere auf der TWR leben in Eintracht. Auch die Katze akzeptiert das Geflügel.

 
 
Hetty und Frank erinnern sich an das letzte Ostern als sie allein zum Picknick waren, weil Jess Hetty nicht akzeptieren konnte.
 
 
Jess erinnert sich auch und ist froh, dass dieses Jahr alles anders ist und er nach einer für ihn sehr schweren Zeit nach dem Zusammenstoß mit dem Büffeljäger Luther Jenkins gesund inmitten seiner Familie steht auf die er sich immer verlassen kann. Inzwischen kann er sich das Leben ohne Hetty auf der Ranch gar nicht mehr vorstellen und so feiert die Familie Harper ein glückliches Osterfest.

Mit diesem Familienbild wünschen Andrea und die Bewohner der Tumbleweedranch

H A P P Y
E A S T E R !!!