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Kapitel 26
 
Frank ist zum Wasserbehälter mit denen die Loks vor der Steigung in die Rocky Mountains getankt werden gefahren und hat zwei Hobos anheuern können, die sich mit Pferden auskennen.

Vicky ist zur Miller Farm geritten und Mrs. Miller hat gern zugesagt morgens wenn ihre Kinder in der Schule sind einige Stunden Laura beim Haushalt der TWR unter die Arme zu greifen damit sie sich um Jess und auch den Beritt der Pferde kümmern kann. Die Millers sind arme Farmer und können das zusätzliche Einkommen gut brauchen. Jess hat also gut geplant und kann sich selbst ausruhen. Am nächsten Morgen haben alle gefrühstückt, alle gehen ihrer Arbeit nach und Mrs. Miller werkelt in der Küche. Vorher hat sie sich noch gewundert, dass Schnitzel nicht den Weg des Spanferkels gegangen ist.

 
 
Typisch Jess Harper dachte sie, er kann Kindern nichts wegnehmen, das sie so gern haben. Die kleine Kathy hat sich gleich mit dem Schweinchen angefreundet, als es Jess und Frank von der Miller Farm mitgebracht haben. Die kleine Kathy geht schon so lange auf der TWR auf Ponies reiten, seit Jess liebe Ponies für Kinder auf der Ranch hat. Gerade Kathy ist seine spezielle kleine Freundin mit der er zu Anfang große Schwierigkeiten hatte. Sie hatte einen Unfall ihres Vaters mit einem Kaltblüter ansehen müssen und hatte seither eine panische Angst vor allen Pferden.

Jess hat sie mit seiner ruhigen Art wieder behutsam an den Umgang mit Pferden herangeführt. Inzwischen traut sie sich auch den Ponies Möhrchen zu geben.

 
 
Jess war zur Frühstückszeit noch nicht wach und Laura hat ihn schlafen gelassen. Inzwischen ist er wach geworden, setzt sich im Bett auf und meint zu seiner Emily
Bullshit, ich kriege hier noch einen Rappel, wenn ich hier noch lange liege. Langsam tut mir der Rücken weh. Wird Zeit, dass ich wieder in die Senkrechte komme, stimmts Emily! So ists langsam langweilig und ich möchte so gern einen Kaffee. Mir steht dieser Tee bis zur Halskante. Pfui Teufel, Mistzeug!

Er hustet, es dauert eine Weile, aber zieht sich seinen Morgenmantel an mit dem er nie zum gemeinsamen Frühstück erscheinen würde. Da ist er immer rasiert und angezogen. Jess schlurft langsam los, er ist noch ein bischen schwindelig, aber er bringt es fertig sich zu waschen und zu rasieren.
Siehst du Emily, wenigstens etwas geschafft! Sonst seh ich bald aus wie Wild Bill Hickok und kann Leute erschrecken. Der Bart muss ab und gewaschen fühle ich mich jetzt auch wohler.
Los Emily, jetzt geht es in die Küche! Da ist einer, sicher Laura oder Dad.

Er geht in die Küche und läuft Mrs. Miller fast in die Arme.
Sorry, guten Morgen, sorry für meinen Aufzug, ich wusste nicht, dass Sie hier sind.

Mrs. Miller
Oh Gott, Mr. Harper! Ich dachte Sie schlafen noch. Das meinte jedenfalls Laura. Sie sollen doch nicht aufstehen, jedenfalls nicht allein. Setzen Sie sich gleich wieder hin! Was möchten Sie denn frühstücken? Laura meint, ich soll Tee kochen, wenn Sie wach würden.

Jess
Liebe Mrs. Miller, bloß nicht. Ich möchte jetzt endlich wieder einen guten Kaffee trinken, das reicht. Hunger habe ich nicht.

Mrs. Miller
Sie müssen aber was essen. Ich habe da was für Sie, meinen Apfelkuchen schlagen Sie gewiss nicht aus.

Jess
Wunderbar, da lasse ich mich gern überreden. Was macht Laura eigentlich?

Mrs. Miller
Sie hat gesagt sie müsste mit einem Grauen arbeiten.

Jess
Ach du großer Gott! Doch nicht etwa mit dem Kiger Mustang? Der hat mich vor dem Bad mit dem blöden Bullen unsanft runterbefördert und hat mich noch in den Rücken getreten, deshalb kann ich wohl so schlecht länger liegen. Das ist ein Teufel. Bitte laufen Sie rüber und holen Sie Laura von diesem Pferd.

 
 
Mrs. Miller läuft in die Reithalle. Laura ist wider Erwarten gut mit dem widerspenstigen Mustang fertiggeworden, belohnt ihn fürs Mitmachen und sattelt ihn ab. Danach geht sie zu Jess und hält ihm eine Predigt wegen seinem Alleingang mit Aufstehen und Rasieren. Ihn stört das alles aber nicht. Er isst genüsslich seinen Apfelkuchen und trinkt seinen Kaffee. Erst danach legt er sich wieder in das inzwischen frisch gemachte Bett und langweilt sich. Eine Weile hat er sich damit beschäftigt Bücher zu lesen zu denen er vorher vor lauter Arbeit nicht gekommen ist. Abends sitzt er vor seinem geöffneten Fenster. Sein Dad schaut rein wie es ihm geht und meint
Na Junge, heulst du jetzt den Mond an als Grauer Wolf?

Jess muss wieder husten und grinst
Ich bin wohl eher die bellende Variante. Sag mal wie lange muss ich hier noch so rumhängen, ist das alles langweilig!!!

Frank
Werde du erst einmal wieder gesund. Arbeiten kannst du noch genug. Jess schau mal dahinten, da ist unser Freund!

Jess schaut aus dem Fenster und traut seinen Augen nicht. Auf dem Hügel steht der Medizinmann auf seinem Appaloosa und hebt zum Gruß seine Lanze. Jess grüsst ihm mit einem indianischen Handzeichen, das Frank nicht kennt.
Dad, hast du Freund gesagt oder habe ich mich verhört?

Frank
Nein, du hast dich nicht verhört. Ich habe viel über die Indianer nachgedacht. Ohne die Hilfe vom Medizinmann und Chato wärst du wohl nicht mehr auf dieser Welt.
Was ich dich noch fragen wollte, warum hattest du den Timberwolfzahn in der Jackentasche?

Jess grinst.
Das war eine ganz blöde Geschichte beim Bull Riding. Ich habe bei einer schnellen Rolle runter den Zahn irgendwie im Mund gehabt und gedacht, ich hätte mir einen eigenen ausgeschlagen. Hab noch gedacht, so große habe ich nicht. Meine Kumpels haben alle gelacht, als ich den Zahn dann aus dem Mund geholt habe. Seitdem habe ich den lieber in der Jackentasche gehabt.
Wo ist eigentlich mein 45er geblieben? Ich habe den Colt gut saubergemacht und wieder zusammengesetzt. Der Abzug geht sehr leicht und ich möchte nicht, dass er in unbefugte Hände gerät. Ich denke da an die Kinder.

Frank
Kannst beruhigt sein, ich habe den Colt in den Waffenschrank gelegt. Der wird jetzt ohnehin nicht gebraucht.

Jess
War mir klar, dass Laura ihn nicht hat. Sie kann damit nicht zielen geschweige denn treffen. Allerdings kann sie mit der Winchester mit Zielvorrichtung ganz gut umgehen.

Frank
Kann ja nicht jeder aus der Hüfte schießen wie du.

Jess grinst.
Dazu habe ich auch einige Zeit gebraucht, war im Leben aber schon häufig ganz nützlich.

Nun kommt Laura und unterbricht das Gespräch der beiden Männer.
So Jess, es wird Zeit für Brustwickel und deinen Tee.

Jess
Kannst du das nicht einfach mal vergessen? Was ist dieser Tee eigentlich für Teufelszeug? Danach werde ich immer furchtbar müde. Der Kaffee war eine richtige Wohltat dagegen besonders geschmacklich. Aber was erträgt man nicht alles?

Laura muss lachen.
Du wirst es schon überstehen. Du hustest ja schon bedeutend weniger.

Am nächsten Tag kommt Laura am späten Vormittag schon mit dem Tee, weil sie merkt, dass Jess immer unrastiger wird und nicht mehr im Bett liegenbleiben will.

Jess meint
Stell mal hier ans Bett, ich trink das gleich.

Laura geht zum Mittagessen, das alle gemeinsam einnehmen. Dafür lässt sich die ganze Mannschaft Zeit. Diese Zeit nutzt Jess.
So Emily, mal gucken wie der Zimmerpflanze der Tee schmeckt! Schnell anziehen und ab durchs Fenster, was die Indianer können, können wir auch.

Jess schwingt sich über die Fensterbank, kann noch einen Hustenanfall unterdrücken. Emily hat er vorher über die Fensterbank gehievt.

Danach geht er schnell in den Stall und guckt nach einem Ponyfohlen.

 
 
Alles o.k. denkt er, schnell ein Bosal holen. Wozu wackelig zu Fuss gehen, wenn man doch genug Pferde hat?

Er schwingt sich auf seinen gutmütigen Appaloosa Bingo Too und Emily begleitet ihn. Er genießt den langsamen Ritt im Schritt bei dem schönen Wetter. Er rechnet allerdings nicht damit, dass die kleinen Kathy in der Nähe im Gras sitzt und sich mit Schnitzel beschäftigt.

 
 
Jess bemerkt sie zu spät und will Bingo noch rückwärts richten.
 
 
Kathy hat Jess aber schon gesehen und läuft freudig zu ihm hin.
 
 
Jess, Jess, da bist du ja! Alle sagen, du bist so krank und dir geht es so schlecht. Uns Kindern sagt ja gar keiner etwas.

Kathy ist sogar so mutig, dass sie Jess`Bingo in den Zügel greift.

Jess muss lachen und husten gleichzeitig.
Hi Kathy, es geht schon halbwegs wieder. Ich kann zwar diese Woche noch nicht das Kinderreiten betreuen, aber sicher nächste Woche wieder. Ihr seid doch sicher mit Opa Frank zufrieden.

Kathy
Mit Opa Frank ja, aber nicht mit Jeremy, der ist immer so ernst, ganz anders wie du und dein Dad.

Jess
Kathy, gib dem jungen Mann doch eine Chance, er lernt schon noch besser mit Kindern umzugehen. Sag mal Kathy, wäre es vielleicht möglich, dass du unsere Begegnung hier vergisst?

Kathy
Jess, man soll aber nicht lügen!

Jess
Ja Kathy, hast ja recht. Viel Spaß noch mit Schnitzel! Ich muss jetzt wieder nach Hause. Nach dem kleinen Ritt um das Haus bin ich jetzt doch müde. Machs gut kleine Lady!

Kathy
Gute Besserung Jess, werde schnell wieder ganz gesund. Mit dir ist das Ponyreiten viel schöner!

Jess stellt Bingo wieder auf die Koppel und will den gleichen Weg über das Fenster wieder zurück in sein Zimmer.
Bullshit, das Fenster ist zu, die haben es gemerkt, Holy Shit - entfährt ihm nur noch. Also muss er wohl oder übel den Weg durch die Haustür nehmen, wo ihn schon alle erwarten.

Von Dad und Laura bekommt er eine tüchtige Predigt, die er klaglos über sich ergehen lässt. Zum Schluß meint er nur
Seid ihr jetzt fertig? Der Ausflug bei dem schönen Wetter war einfach fantastisch. Ich leg mich ja jetzt wieder hin. Nun bin ich ja auch müde.