<- Kapitel 259
Kapitel 260
 
Es könnte alles so gut auf der TWR sein wenn, ja wenn sich Laura nicht so unbeachtet von ihrem Mann vorkommen würde. Nach dem wunderschönen Valentinstag ist für ihren Geschmack zu sehr der Alltag eingekehrt in dem die elterlichen Pflichten und der Haushalt überwiegen. Sie beobachtet, dass sich ihr Mann voll der Frühjahrsmüdigkeit ergeben hat.
 
 
Wieder einmal kommt die Landärztin Abby auf die Tumbleweed und Laura spricht mit ihr von Frau zu Frau.
 
 
Laura klagt Abby ihr Leid:
"Der dreht sich Abends nur noch um im Bett, kriegt noch Gute Nacht raus und dann hört man nur noch regelmäßige Atemzüge. Mein Gott,
ich habe doch den Bullrider geheiratet, den wilden Puma, der so unabhängig war
 
 
und nicht den ewig schläfrigen Hauskater."
 
 
Abby beruhigt Laura:
"Dir ist aber schon klar, dass Jess ein schweres letztes Jahr hatte mit der Luther Jenkins Sache und es ist schon ein Wunder, dass er sich so weit wie es jetzt ist ins Leben zurück gekämpft hat. Du bist eine attraktive Frau Laura, zeig es ihm, nur zu!"

Abby grinst und Laura meint:
"Vielleicht hast du ja recht Abby, Jess hat ja auch seine Sorgen mit der Ranch. Was führt dich eigentlich hier her?"

Abby guckt Laura vielsagend an:
"Ich habe eine Verabredung mit eurem Vormann. Wir reiten aus u.s.w."

Laura lacht:
"Was heißt und so weiter Abby? Ist da mehr, aber es geht mich ja nichts an. Lebenslustig bist du ja."

Abby nickt vielsagend aber weiter äußert sie sich nicht dazu. Sie genießt die immer häufiger werdenden Ausritte mit dem Vormann der Tumbleweed mit der irischen Abstammung.

 
 
Die beiden verstehen sich glänzend und sind sich sehr ähnlich vom Wesen, selbstbewusst, frei und unabhängig. Jess ist zwar mit seinen Pflichten als Ranchboss beschäftigt, aber er bekommt doch mit, dass Abby und Patrick sich anscheinend näher gekommen sind.

Am nächsten Tag treffen sich die Männer zufällig weit draußen auf dem Ranchgelände und machen zusammen eine Pause im Gras.

 
 
Patrick meint:
"Es geht doch nichts über einen guten Schluck Whiskey, Sonnenschein, gute Pferde, blauen Himmel und Unabhängigkeit."

Jess lacht:
"Na so unabhängig sind wir nicht. Die Rancharbeit will getan werden. Aber Pause muss auch sein. Es geht mich ja nichts an, aber ich frage mal als Freund und nicht als Boss. Paddy, was ist das mit Abby? Ist das was Ernstes? Sie ist kein Saloongirl. Dafür ist sie zu schade."

Patrick sieht Jess vielsagend an:
"Du hast es erfasst. Es geht dich nichts an. Abby ist, sagen wir mal so, genau so lebenslustig wie ich. Aber du weißt ja, nichts ist schlimmer als sein Pferd zu verlieren oder heiraten zu müssen. Der Gentleman genießt und schweigt würdest du sagen Jess. Es ist gut so wie es ist, damit ist das Thema für mich beendet."

Von Jess kommt nur ein langgezogenes
"Yeah, dann gib mir mal noch einen Schluck Whiskey, dann sollten wir zurück reiten."

Die Männer steigen wieder auf ihre Pferde. Sie reiten ein Stück durch das Mustanggebiet und sehen dann weit in der Ferne einen wunderschönen Schimmel.

 
 
Patrick meint:
"Hinterher, Boss? Der ist absolute Sonderklasse."

Jess antwortet:
"Nein, der ist zu weit weg. Ich will unsere Pferde nicht hetzen. Außerdem weißt du, dass ich lieber auf die gezüchteten Pferde setze, die Menschen von Geburt an kennen. Sie sind leichter zu zähmen."

Patrick sieht seinen Boss erstaunt an:
"Nie wieder Mustangs fangen? Ich habe von dir gelernt mit dem Lasso umzugehen und sie zu zähmen."

Jess antwortet:
"Doch Paddy, aber nicht jetzt, der ist zu weit weg, da haben wir keine Chance und guck, da braut sich ein Sturm zusammen. Wir sollten sehen, dass wir nach Hause kommen. Sicher fangen wir ab und zu Mustangs. Ich kriege sonst Ärger mit der Ranchervereinigung wenn es zu viele werden."

Patrick wirft noch einen letzten Blick auf den Schimmel, der die Männer gewittert hat und das Weite sucht.

 
 
 
Wieder zurück auf der Tumbleweed wird noch gemeinsam zu Abend gegessen, dann gehen die Kinder zu Bett und Patrick auf sein Zimmer.

Laura ist schon eher im Schlafzimmer und hat ihr schönstes Nachthemd angezogen und aufreizend die obersten Knöpfe geöffnet um einen tiefen Einblick zu geben. Kaum, dass sie ihren Mann hört, öffnet sie die Tür und greift Jess an der silbernen Gürtelschnalle. Ihr Blick ist vielsagend. Jess weiß gar nicht wie ihm geschieht und bringt es gerade noch fertig mit der linken Hand den Schlüssel im Schloss umzudrehen.

Grandpa Frank bekommt es mit, lächelt und murmelt vor sich hin:
"Das nennt man wohl stürmische Liebe."

Am nächsten Morgen trifft Jess seinen Dad beim Angusbullen Pitch Black.

 
 
Jess ist guter Dinge als er nach seinen Bullen sieht. Frank meint:
"Ihr hattet wohl eine stürmische Nacht. Aber guck mal wie der Sturm heute Nacht gewütet hat! Es war ein schlimmer Frühjahrsturm, den ihr wohl gar nicht mitbekommen habt bei eurem Sturm der Liebe. Es hat überall schwere Äste abgebrochen und Bäume entwurzelt in den Weidegebieten für das Vieh."

Jess lacht:
"Ich habe wohl gehört, dass es sehr gestürmt hat, aber kann ich ja auch nicht ändern. Der Gentleman genießt und schweigt. Ich werde mich darum kümmern, dass wir nach dem Sturm aufräumen. Ich muss dafür noch ein paar Arbeiter anheuern. Dann können wir loslegen mit aufräumen nach dem Sturm."