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Kapitel 263
 
Bei der guten Pflege vom Boss persönlich und von der Landärztin Abby, die auffallend oft Patrick besucht, geht es ihm schnell besser, auch wenn er es nicht gewöhnt ist, dass sich jemand um seine Gesundheit sorgt. Jess grinst dazu nur:
"Abby übertreibe es nicht, so schlecht geht es dem Kerl nicht mehr, zu viele Besuche sind nur teuer. Es reicht, wenn ich seinen Lohn weiter zahle."

Abby und Patrick hören gar nicht was Jess sagt. Abby hält Patricks Hände und die beiden gucken sich nur verliebt an. Jess schließt leise die Tür zu Patricks Zimmer und murmelt in seinen nicht vorhandenen Bart:
"Muss Liebe schön sein!"

Laura kommt gerade aus dem Schlafzimmer:
"Was redest du denn da Jess? Dann komm doch wieder ins Schlafzimmer!"
und schon zieht sie ihn an der Gürtelschnalle ins Zimmer und schließt die Tür ab. Jess grinst und wird seinerseits aktiv.

Am späten Morgen befindet Jess, dass Patrick etwas frische Luft gut tun würde. Er hilft ihm beim Anziehen und lässt ihn auf der Bank vor dem Stall sitzen.

Dann holt er ein Geschirr.

 
 
"Paddy, du Faulpelz, jetzt mach dich mal nützlich! Hier sind so einige Riemen gerissen, das könntest du reparieren. Ich will noch nach dem neuen Fohlen sehen."
 
 
Wenige Tage später ist der Vormann wieder in der Lage leichtere Rancharbeiten zu verrichten. Seine Rippen schmerzen nicht mehr so unerträglich. Eigentlich gibt es jetzt für Abby keinen Grund mehr häufig auf die Tumbleweed zu kommen, wäre da nicht Patrick auf den sie mehr als ein Auge geworfen hat. Sie findet immer einen Grund zu kommen und Patrick überlegt wo er mit ihr allein sein kann. Da fällt ihm der alte Stall ein wo die Milchkuh mit dem Kälbchen steht und gibt als Grund an ihr das Kälbchen zeigen zu wollen.
 
 
Abby sieht sich das Kälbchen kurz an und setzt sich dann auf den Strohballen. Patrick hält ihre Hände und guckt ihr tief in die Augen. Abby erwidert seinen Blick und lächelt ihn ermunternd an. Patrick seufzt und meint:
"Wenn uns jetzt nicht irgendwer oder irgendetwas stört, verliere ich die Kontrolle über mich."

Abby zieht ihn näher zu sich:
"Darauf warte ich doch schon die ganze Zeit Paddy."

Auf einmal ein lauter Schrei, Abby schrickt zusammen:
"Was war das?"

Patrick beruhigt Abby:
"Keine Angst Liebes, das war die Schleiereule, die hier wohnt."

 
 
Abby ist erleichtert und hat nur noch Augen für Patrick.
 
 
Patrick gibt Abby einen langen liebevollen Kuss, löst dann gekonnt ihre Schleife, die den langen roten Zopf zusammenhält und bewundert ihre lose fallende lange Haarpracht.

Nur Monty, Patricks Pferd, weiß vom Liebespaar. Aber der Pinto kann schweigen.

Bevor Abby wieder in die Stadt zur Arztpraxis reiten will begegnet sie Jess, der Hermanns Rücken krault.

 
 
Jess grinst:
"Was machst du denn hier Abby? Patrick geht es doch wieder gut."

"Ich war mit Paddy etwas spazieren. Ich habe eine Schleiereule gesehen. Kannst du mir etwas über den Vogel erzählen Jess?"

Jess kann sich ein gewisses Grinsen nicht verkneifen:
"So, so, spazieren nennt man das jetzt. Dann weiß ich auch wo ihr gewesen seid. Der alte Stall ist ein lauschiges Plätzchen wo man nicht gestört wird. Aber ihr habt die Schleiereule gestört."

 
 
Jess erzählt:
"Die nordamerikanische Schleiereule wiegt über 500 Gramm und ist damit größer als die in der alten Welt. Sie nistet in Scheunen, Kirchtürmen manchmal auch in Baumhöhlen. Die langen Flügel sind eine Anpassung an die Jagd in offenem Gelände. Sie fängt kleine Nagetiere, Vögel, Reptilien, Frösche. Entdeckt sie Beute, lässt sie sich aus dem Flug herabfallen und greift mit den bekrallten Zehen zu. Mit dem Wendezeh verhindert sie, dass die Beute entkommt. Sie ist sehr ortstreu. Während der Jungenaufzucht dehnt sie die Jagd auch mal in den Tag aus. Diese Schleiereule wohnt schon lange im alten Stall. Wenn es wenig Mäuse gibt kann es sein, dass die Schleiereule nicht brütet. Der Bestand bei uns ist nicht gefährdet im Gegensatz zum Bison."