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Kapitel 267
 
Der 4th of July wird gebührend in Laramie gefeiert.
 
 
 
 
 
Nach dem abschließenden Feuerwerk geht es für die Familie Harper wieder nach Hause. Nur Patrick bleibt noch länger beim Tanzvergnügen und beobachtet, dass Abby häufiger mit Charles Ingram, dessen Vater sehr reich ist und auf seiner Ranch als Hobby Vollblüter züchtet, tanzt. Abbys Vater klopft Patrick auf die Schulter:
"Das ist ein Mann nach meinem Geschmack, gute Manieren und Bildung, gut gekleidet und viel Geld. Er kann meiner Tochter alles bieten was sie sich nur wünschen kann. Patrick, du hast ja ohnehin gesagt, dass nichts schlimmer ist als sein Pferd zu verlieren oder zu heiraten. Steh meiner Tochter nicht im Weg!"

Patrick sagt nichts dazu, sondern geht nach draußen, um frische Luft zu schnappen. Da sieht er im Halbdunkel Abby, die Charles umarmt und ihm einen Kuss auf die Wange gibt. Er hat genug gesehen, holt sich seinen Monty aus dem Mietstall und reitet auf die Tumbleweed.

Was er nicht sieht und hört, war die Unterhaltung zwischen Charles und Abby. Ermuntert durch Abbys Vater umwirbt Charles Abby heftig:
"Komm mit mir auf die Ranch, dann wirst du sehen, dass ich dir alles bieten kann und du nicht mehr früh aufstehen musst, um als Ärztin zu arbeiten. Dafür ist eine schöne Frau wie du viel zu schade. Schmuck, schöne Kleider, Theater, Oper in San Francisco, das kann ich dir alles geben, wenn du es nur möchtest. Wir Ingrams sind eine angesehene Familie, in die du einheiraten kannst."

Abby sieht Charles an. Ja, er sieht nicht übel aus und kommt aus einer reichen Familie. Aber tief in ihrem Inneren hält sie etwas ab.
"Charles verstehe mich nicht falsch, aber da hatte wohl wieder mein Vater die Hände im Spiel. Er will mich unbedingt unter die Haube bringen, mit jemandem nach seinem Geschmack. Ich mag dich, aber als guten Freund, mehr nicht. Dann weißt du woran du bist. Ich kann das nicht."

Charles sieht sie traurig an, aber akzeptiert was sie sagt. Abby tut er leid, sie umarmt ihn und gibt ihm einen freundschaftlichen Kuss auf die Wange.

Das war die Szene, die Patrick im Halbdunkel gesehen hat. Das Gespräch konnte er nicht hören, da die Beiden zu weit weg standen und immer noch Böller zum Independence Day gezündet wurden.

Auf dem Rückweg zur Tumbleweed überlegt Paddy lange und sein Entschluss steht fest. Noch am Abend sieht Jess Licht in Paddys Zimmer. Jess will aber nicht stören. Um das Licht macht er sich keine Gedanken. Die Flamme geht aus wenn das Petroleum abgebrannt ist. Noch ganz früh am Morgen besucht Paddy seinen wilden Tinker:
"Ich hätte nicht gedacht, dass sich unsere Wege trennen, aber es ist besser du bleibst hier. Vielleicht kann ich dich irgendwann nachholen. Aber ich will nicht mit einem so wilden Pferd durch die Gegend ziehen. Lebwohl mein Schöner! Jess wird sich um dich kümmern."

 
 
Dann nimmt er Dazzle Dance das Halfter ab und verstaut seine wenige Habe auf Monty.

Jess kommt noch etwas schläfrig aus dem Haus und wird schlagartig wach als er Paddy mit Monty sieht:
"Was wird das denn Paddy? Ich kann mich nicht erinnern, dich irgendwohin geschickt zu haben."

Paddy erwidert:
"Nach was sieht es denn aus Jess? Ich verlasse deine Ranch. Ich war schon viel zu lange hier. Es wird Zeit, dass ich weiterziehe. Ich habe gehört, dass mein Bruder Aron in der Nähe von Arcola wohnen soll."

Jess guckt Paddy völlig überfahren an:
"Jetzt sag schon was passiert ist Paddy! Ich bin mir keiner Schuld bewusst."

Da bricht es aus Paddy heraus. Er erzählt Jess was er in der Nacht gesehen hat und er Abby nicht im Weg stehen will.

Jess kann es gar nicht fassen und meint dazu:
"Warum kämpfst du nicht um Abby? Ist nicht Liebe wichtiger als Geld und wenn du das nicht möchtest, wir haben schon andere Sachen geschafft, du kommst darüber weg und auch andere Mütter haben schöne Töchter. Ich will nicht meinen Vormann verlieren und noch weniger einen der besten Freunde, die ich je hatte, Paddy, bitte überleg dir das!"

Paddy hat Jess zugehört und als Antwort kommt nur:
"Da gibt es nichts mehr zu überlegen. Abby kommt immer wieder auf die Tumbleweed und das würde mich nur erinnern. Ich habe einen Brief an sie geschrieben. Er liegt in meinem Zimmer."

Jess will Monty festhalten, aber Patrick steigt auf und treibt ihn heftig an. Jess muss an die Seite springen sonst würde er über den Haufen gerannt.

Es weht am frühen Morgen nur ein schwacher Wind als Paddy Monty auf dem letzten Hügel von dem er die Ranch noch sehen kann anhält

 
 
Paddy sieht noch einmal zurück auf die Ranch und denkt an seine Liebe Abby und die Familie Harper, besonders an Jess, der ihm, dem Herumtreiber, eine Chance gegeben hat und später auch seine Freundschaft. Er kann sich nicht erinnern, dass ihm jemals ein so schwacher Wind Tränen in die Augen getrieben hat. Er wischt sie weg und reitet los, langsamer als ein Mann, der es eilig hat von einem Ort weg zu kommen.