<- Kapitel 27
 
Kapitel 28
 
Der Samstag ist vorüber und am Sonntag sieht Jess, dass Jeremy schick angezogen wegreitet. Jess denkt sich seinen Teil.
Na also, geht doch! Man muss ihn nur in die richtige Richtung schubsen. Es nützt doch keinem was wenn er hier auf der TWR versauert. Hier kommt kein Mädchen angeflogen, Ausnahme Laura, glaube, der Trottel bin wohl eher ich.

Am Montagmorgen sitzen schon alle außer Laura beim Frühstück. Jess poltert die Treppe runter und ruft
Sorry, hab irgendwie verschlafen! Wo ist Laura?

Frank
Deine Frau ist schon unterwegs nach Laramie Vorräte aufstocken, du Schlafmütze!

Jess
Na wie man es macht, ist es nicht recht. Hoffentlich vergisst sie nicht den Kaffee. Alles andere ist nicht so wichtig.

Jess wirft einen Blick auf Jeremy.
Na Junge, hattest du ein nettes Wochenende? Du guckst ja nicht mehr so griesgrämig drein. Warst wohl doch erfolgreich bei den Damen? Siehst ja nicht schlecht aus und ein festes Einkommen hast du auch bei mir, alles gute Voraussetzungen. Kenne ich die Glückliche?

Jeremy ist ganz verlegen und wird rot.

Frank
Jess, nun lass doch unseren Kleinen in Ruhe. Ist ja nicht jeder so ein wilder Feger wie du in deiner Jugend warst. Du hast Ma und mich mit deinen wechselnden Damen zur Verzweiflung gebracht. Meckernde Eltern, junge Mädchen, die sich beschwert haben, dass du dich nicht mehr blicken gelassen hast....man, man, das waren wilde Zeiten. Wie war das noch mit Katy Too?

Jess grinst
Was kann ich denn dafür, dass die mir nach der Sache mit der Stampede von Hendersons Rindviechern alle hinterhergelaufen sind? War auch ein Grund, dass ich mich nach Calgary zum Rodeo abgesetzt habe. Irgendwann ist mir das alles zu anstrengend geworden. Ja, Katy, die habe ich übrigens wiedergetroffen. Sie ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder.

I'm not the going steady kind
I miss 'em all, all the time
I told Annie I'd be true
But I still think about Katy too

Katy too, Katy too
I still think about Katy too

If you should see miss Mary-Ann
Just tell her I'm her loving man
Give my love to Jane and Sue
But don't forget ol' Katy too

Katy too, Katy too
Don't forget ol' Katy too

I like Sadie's chicken stew
And Suzie's good at stitchin' wool
I like Mary's barbecue
But I still like ol' Katy too

Katy too, Katy too
I still like ol' Katy too

Now, girls I'm not the flirty kind
But I just can't make up my mind
I'd like to marry all of you
But I still miss ol' Katy too

Katy too, Katy too
I still miss ol' Katy too

To all the girls I make this toast
I love you eveyone the most
But don't ask me to say "I do"
'Cause I still miss ol' Katy too

Katy too, Katy too
I still miss ol' Katy too

Cupid you bet you been good to me
I got more girls than I can see
But if you give me all but two
Then let's squeeze in ol' Katy too

Katy too, Katy too
Let's squeeze in ol' Katy too

Irgendwie konnte ich mich damals nicht wirklich entscheiden. In der Zureitphase mit den bockigen Mulis waren mir die wichtig, die gut kochen konnten, im Winter waren warme Klamotten nicht schlecht, für Barbecue bin ich immer zu haben und das Chicken Stew, einmalig! Damals hatten wir ja noch Dads Mulizucht, störrische Viecher. Mir sind Pferde lieber. Da ist Laura genau die Richtige. Sie macht auf dem Pferd noch manchem gestandenen Cowboy was vor. Über Mut brauchen wir bei ihr auch nicht zu reden. Den schnellen Teufelsritt zu den Indianern macht ihr niemand so schnell nach. Aber ich sag euch, wenn ich mitbekomme, dass jemand über meine diversen Damen ein Wort zu Laura sagt, dem ziehe ich das Fell über die Ohren. Das war mal und wird auch nie wieder so sein. Für mich gibt es nur noch Laura. Sie ist diejenige, die ich nie vergessen habe, auch nicht auf der langen Zeit bei den Rodeos.

Jess fällt die vorsichtige Annäherung von ihm und Laura wieder ein.

 
 
Danach ging alles Schlag auf Schlag und er hat mit der schnellen Heirat Nägel mit Köpfen gemacht.

Frank
Man bin ich froh, dass du endlich zu Verstand gekommen und erwachsener geworden bist, zwar nicht immer, über die Sauftouren lässt sich noch streiten, aber man kann bei dir wohl nicht alles haben!

Jess
Na endlich kapierst du es Dad.

Alle müssen lachen. Zwischen Vater und Sohn ist eben doch mitunter dicke Luft was Jess aber nicht wirklich bekümmert.

Inzwischen geht alles seinen gewohnten Gang auf der TWR, Pferde versorgen, ausbilden, das Ponyreiten hat Jess auch wieder zur Freude von der kleinen Kathy übernommen.

 
 
 
Er ist sogar bereit und hat den Ratschlag des Docs angenommen nach dem Mittagessen ein Mittagsschläfchen zu machen. Die beiden Hobos sind auch noch da und so muss Jess nicht mehr so viel selbst zur Versorgung der Pferde beitragen und kann sich die Zeit nehmen. Laura hat auch darauf geachtet, dass er sich nicht zuviel zumutet. Einmal hat er es sogar fertiggebracht bis kurz vor dem Abendessen zu schlafen. Er ist aufgewacht, guckt irritiert nach draußen auf die Sonne und meint
Bullshit, das muss ja schon mindestens 6 Uhr Abends sein. Werde ich jetzt ein Murmeltier???

Der Erfolg war trotz Bierchen am Abend Schlaflosigkeit in der nächsten Nacht was ihn nicht verwundert. Er zieht in sein Zimmer um und öffnet sein Fenster. In weiter Entfernung hört er die Trommeln der Indianer. Er überlegt und weiß was sie sagen, Buffalo Hunt, die Büffeljagd geht los. Schlagartig wird ihm klar was er für die Indianer tun kann. Er erinnert sich an die Jagdszene mit dem einsamen Büffel, die er mit Laura auf der Carttour beobachten konnte.

 
 
Am nächsten Morgen packt Jess sehr früh seine Sachen. Er steckt seinen Colt in die Jackentasche, holt seine Winchester aus dem Waffenschrank und alle noch vorhandene Munition.

Frank meint
Jess, was hast du vor? Willst du auf Jagd? Warum nimmst du so viel Muniton mit, willst du die gesamte Tierwelt der Rocky Mountains abknallen?

Jess
Quatsch, ich habe meine Gründe. Mit ein bischen Glück kann ich vielleicht einen Hirsch schießen, der unsere Speisekarte nach dem ewigen Rindfleisch bereichern könnte. Ich weiß, es ist jetzt ein schneller Entschluss, aber ich muss los. Ich werde den Indianern bei der Büffeljagd etwas unter die Arme greifen. Die haben überhaupt keine Feuerwaffen mehr und müssen sich mit Pfeil und Bogen abmühen was auch nicht ungefährlich ist. Vom Elend des langen Sterbens der Büffel will ich gar nicht reden.

Frank
Pass auf dich auf Junge, zurückhalten kann man dich ja doch nicht. Ist der lange Ritt nicht doch etwas zu viel für dich?

Jess
Wird schon gehen - muss gehen!

Er will dieses Mal nicht seinen Smart Chic nehmen, weil er die letzte Zeit schon so sehr beansprucht worden ist und entscheidet sich für sein zuverlässiges starkes Painthorse Twinkle.

 
 
Jess verabschiedet sich noch schnell von Laura und Dad.
Seht zu, dass auf der Ranch alles läuft! Behaltet Emily im Haus bis ich weg bin. Ich will sie nicht mitnehmen. Ich weiß nicht wie lange ich weg sein werde, 5-6 Tage, vielleicht auch eine Woche, je nachdem wie alles läuft!