<- Kapitel 283
Kapitel 284
 
Sofort nach den Weihnachtstagen erscheint der alte Doc David Bricks auf der Tumbleweed. Er klopft in Erwartung schlimmer Nachrichten sehr zögerlich an die Tür. Frank öffnet und strahlt seinen Freund an:
"Howdy Dave? Du hast es vielleicht schon gehört, unsere Gebete sind erhört worden, Jess geht es besser. Wir sind alle so glücklich."

Der Doc kann es gar nicht fassen und geht sofort ins Krankenzimmer. Jess begrüßt ihn:
"Hallo Doc! Wie du siehst, Unkraut vergeht nicht."

Der Doc schüttelt seinen Kopf, kontrolliert den Puls, misst Fieber und verordnet dann wegen dem Blutverlust viel Flüssigkeit, Bettruhe und meint, dass Jess etwas nahrhafteres, leicht verdauliches und keine Brühe mehr bekommen soll, worauf sich Jess` Miene aufhellt. In der Zwischenzeit hat Paddy bei seinem Bruder in Arcola die Zeitung gelesen in der ausführlich über das Ende der Benson Gang berichtet wurde und er ist sofort mit Abby zurückgekehrt nach Laramie.

 
 
Nachdem er sich einen Überblick über anliegende Arbeiten verschafft hat, geht er zu Jess ins Zimmer um ihm über die Ranchbelange zu berichten. Vorher hat er sich in der Küche den Teller vollgeladen und setzt sich zu Jess auf einen Stuhl am Bett um zu essen:
"Mensch Boss, ich wusste gar nicht, dass du so ein Hotshot bist! Die ganze Benson Gang zu erledigen, das macht dir keiner so schnell nach Jess! Aber du siehst ziemlich mitgenommen und blass um die Nase aus."

Jess grinst:
"Schätze ich habe die Gang ans Höllentor genagelt außer Ken Benson. Das habe ich nicht fertiggebracht. Er war so vorsichtig mit Raylan. Mich haben sie auch fast erwischt. Paddy, du hast eine Art Komplimente zu machen, ein echter Hit bei den Ladies. Hoffentlich weiß Abby was sie an dir hat. Zu Fuß über den Purgatorypass bei dem Wetter ist die Hölle, glaub mir Paddy!
Ohne Zachary Jones hätten Raylan und ich nicht überlebt.

 
 
Hatte viel Zeit nachzudenken und möchte gern wissen wie es ihm geht."

Jess guckt und leckt sich über die Lippen, als er Paddy genüsslich in einen Hühnerschenkel beißen sieht:
"Mich lassen die hier verhungern Paddy."

Jess greift nach dem Hühnerschenkel auf Paddys Teller, der haut ihn spielerisch auf die Finger:
"Lass das Jess, das verträgst du jetzt nicht."

Paddy grinst nur als Grandpa Frank von der Küche aus ruft:
"Geduld Jess, dein Essen kommt sofort."

 
 
Frank erscheint mit einem Teller Kartoffelsuppe mit Milch in die er noch eine große Scheibe Weißbrot in Brocken hinein gegeben hat:
"Lass es dir schmecken Jess!"

Der guckt absolut skeptisch auf den Teller und fragt zweifelnd:
"Was ist das zum Teufel?"

Hetty kommt und ermuntert Jess:
"Das ist Kartoffelsuppe, viel nahrhafter als Brühe und leicht verdaulich. Du isst jetzt jeden Löffel davon junger Mann wie es der Doc verordnet hat. Paddy, sieh zu, dass er es auch tut! Ich habe noch Arbeiten zu erledigen."

Obwohl Jess vor Minuten noch geklagt hat vor Hunger zu sterben guckt er in die klumpige helle Suppe als würde sie ihn jeden Moment anfallen:
"Paddy..." klagt er. Paddy bemüht sich ernst zu bleiben:
"Du hast gehört Jess, oder soll ich dich füttern?"

Jess knurrt:
"Das kannst du ja mal versuchen..."

Paddy kann kaum noch ernst bleiben, schafft es aber mit seinem Bissen im Mund ein ernstes Gesicht zu machen.

Jess lenkt ihn ab:
"Wir können ja tauschen. Oder gib mir wenigstens ein kleines bisschen von deinem Essen. Ich putze dann auch alle Geschirre."

Jess guckt in seinen Teller. Paddy kann kaum noch ernst bleiben, weil Jess den Löffel hält und einen Blick drauf hat als würde er eine Stange Dynamit in der Hand halten um Baumstümpfe zu sprengen bei Waldarbeiten.
"Das steht jetzt nicht auf und tanzt. Nun iss endlich!" meint Paddy.

Jess guckt skeptisch:
"Das sieht krank aus, als hätte es jemand ausgekotzt. Keine Kartoffel, die sich selbst respektiert, schwimmt so herum und ich sterbe vor Hunger."

Paddy kann sich nicht länger zusammenreißen und schreit Jess an:
"Nun iss endlich, das wird dir gut tun."

Genau so kommt es auch, wie der Doc gesagt hat, die Suppe bleibt im Magen und macht länger satt.

Nach weiteren zwei Tagen wird es Jess langweilig. Er weiß, dass Laura und die Kinder in der Stadt sind zum einkaufen, da das Wetter kurzfristig etwas milder geworden ist. Die Sonne scheint einladend durch das Fenster. Ihm ist etwas schwindelig, aber er schafft es sich anzuziehen und geht Richtung Stall.

 
 
Jess besucht sein altes Pferd Splash, das auf der Tumbleweed sein Gnadenbrot bekommt, der verlässliche Begleiter aus seiner Kinder- und Jugendzeit. Teddy begleitet seinen Herrn wie immer.
"Hallo alter Junge! Warum hat dich denn keiner rausgelassen bei dem schönen Wetter? Du hast mich hoffentlich nicht vergessen."
 
 
Auf dem Dachboden hat sich eine Eule niedergelassen.
 
 
Jess führt seinen alten Painthorsewallach nach draußen. Splash hat ein forderndes Wiehern für ihn und sucht nach Leckerchen bei Jess.
 
 
Da ertönt plötzlich Hettys Stimme aus dem Hintergrund:
"Was wird das denn? Haben wir dich endlich gefunden! Jess Harper, du bist der unverantwortlichste Mann unter der Sonne. Du hast Bettruhe und machst einfach Ausflüge ganz allein. Du bist fast gestorben."

Jess kann nicht an sich halten und schnappt zurück:
"Bin ich aber nicht und ich brauche jetzt den Himmel über mir, frische Luft und will nicht mehr eingesperrt in vier Wände an die Decke gucken."

Frank muss grinsen:
"Dann geht es dir besser, wenn du dich beklagen kannst. Hast du wieder den ganzen Würfelzucker geklaut um die Pferde zu verwöhnen? Du bist ein elender Softie."

 
 
Jess erwidert:
"Bin kein Softie und nur Splash bekommt Zucker."

Frank antwortet:
"Doch Softie! Ich habe es immer gewusst."

Jess gibt auf. Stattdessen genießt er die Sonne und das zufriedene Schnauben von Splash. Dann reitet ihn der Teufel. Er will endlich wieder, und wenn es nur kurz ist, ein Pferd unter sich spüren. Hetty und Frank beobachten ihn sorgenvoll, wie er ins Schwitzen kommt, als er sich eine Aufstiegshilfe heranzieht.

 
 
 
Er hat kräftemäßig Mühe auf sein Pferd zu kommen, aber schafft es und sitzt mit grinsendem Gesicht glücklich auf dem Pferderücken. Hetty und Frank gucken sorgenvoll zu, aber können es nicht verhindern, dass Jess ein paar Runden im Paddock reitet.
 
 
Danach steigt er zufrieden ab und meint:
"Jetzt bin ich kaputt, aber schön war`s. Zu eurer Beruhigung gehe ich jetzt wieder in mein Bett und kein Wort zu Laura. Die zieht mir am Ende das Fell über die Ohren."

Frank grinst:
"Genau das hättest du dir redlich verdient nach diesem unerlaubten Ausflug. Jetzt ab ins Bettchen!"