<- Kapitel 33
 
Kapitel 34
 
Nachdem Jess wieder auf der TWR angekommen ist holt er noch nach wozu er nicht gekommen ist, er stellt Old Henry auf die Bullenweide.
 
 
Jess sieht den Ponysattel und das Zaumzeug im Gras liegen und wird wieder an den schrecklichen Anblick von Lucille erinnert. Er nimmt das Tack, das Lucille nie wieder brauchen wird, und nimmt es mit nach Hause. Inzwischen ist es spät geworden und alle außer Jess sitzen schon beim Abendessen. Laura sieht ihn kommen und stellt ihm ein Gedeck hin. Jess winkt ab und sagt
Kaffee reicht. Hunger ist mir gründlich vergangen, alles Bullshit heute. Ich würde diesen Tag am liebsten aus meinem Gedächtnis streichen.

Dad
Jess, du kannst deshalb aber nicht in Zukunft von Kaffee leben. Iss wenigstens eine Kleinigkeit! Du hast heute morgen zum Frühstück das letzte Mal richtig gegessen.

Jess winkt ab.
Gerade du hast es nötig Dad! Du hast mich bei Kathy ganz schön in die Pfanne gehauen. Du hast genau gewusst, dass dem Pony nicht mehr zu helfen ist und dann machst du der Kleinen Hoffnung und ich stehe da mit dem Gewehr. Das allein ist schon schlimm genug oder glaubt ihr, ich mache das gern? Bei einem Hirsch, den ich nicht kenne, habe ich da weniger Schwierigkeiten. Aber den hat ja der Puma gefressen, sollte also auch nicht sein. Außerdem mache ich mir Gedanken, ob wir Kathy je wieder auf ein Pony bekommen. Ausgerechnet ihr musste das Unglück passieren.

Laura
Jess, sie hat doch schon hinter dir auf deinem Smart Chic gesessen als ihr zur Bullenweide geritten seid.

Jess
Das ist nicht dasselbe. Selbst reiten ist was anderes. Sie hat sich da völlig auf mich verlassen und sich an mich geklammert. Zurück ist sie ja mit Dad gelaufen. Na ja, muss ich auf mich zukommen lassen! Ein neues Pony werde ich erst einmal nicht kaufen. Wir haben ja noch die Quarterponies, den kleinen Schimmel, den Cremello und den Schecken. Das muss reichen.

 
 
 
Schon tragisch, es erwischt bei solchen Unfällen immer die Besten! Lucille war so umgänglich und genau richtig für kleinere Kinder.

Jess hat an diesem Abend keine Lust sich noch lange mit den anderen zu unterhalten. Nicht einmal nach einem Feierabendbierchen steht ihm der Sinn. Nach diesem harten Tag geht er früh ins Schlafzimmer und schläft auch gleich ein. Laura denkt noch, dass ihn die Sache weit mehr mitgenommen hat, als er nach außen hin zugibt. Sie kann ihn aber gut verstehen, sie musste noch nie ein Pferd erschießen und hier auf der TWR bleiben die unangenehmen Sachen immer an ihm hängen.

Am nächsten Tag gehen alle wieder wie gewohnt ihrer Arbeit nach. Jess kümmert sich am Nachmittag um das Training der Juniorreiter.

 
 
Sie haben Spaß mit den Quarterponies und Jess hat als guter Beobachter sehr wohl gesehen, dass sich Kathy in der Nähe hinter einem Busch versteckt hat. Er tut aber so als wäre ihm das entgangen. Später sitzt Kathy mit dem Schweinchen Schnitzel im Gras.
 
 
Jess hat sich Bingo genommen und sucht sie zusammen mit seiner Emily.
 
 
Hi Kathy, hier steckst du also! Ich muss noch die Ponies füttern und brauche dabei einen fleißigen Helfer. Wie wäre es? Kommst du mit?

Kathy
Weiß nicht, ich muss immer an Lucille denken.

Jess
Nun komm schon! Um so eher sind wir fertig. Die warten schon auf uns

Kathy lässt sich doch von Jess überreden und kommt mit ihm mit. Die Ponies warten tatsächlich.

 
 
 
Danach meint Jess
Nun geht es noch Bullen füttern! Wie wäre es mit einer kleinen Runde reiten Kathy?

Kathy zögert, aber Bulle ist kein Pony denkt sie sich und Jess hält ihn ja fest. Jess sattelt und führt Kathy eine Weile herum.

 
 
Siehst du Kathy, Reiten ist doch was Schönes! So Kathy, ich sattle jetzt ab und du wartest hier auf mich.

Jess sattelt den Bullen ab und kommt nach einer Weile wieder. Kathy traut ihren Augen nicht.

Jess hat den gutmütigen Charly gesattelt und kommt mit ihm und einer Longe über dem Arm an.

 
 
 
Jess weiß genau, dass es immer Kathys Wunsch war einmal Charly reiten zu dürfen. Jess hat immer abgelehnt, weil er zu groß für Kathy ist.

Kathy ruft nur
Oh nein, ich setze mich nie wieder auf ein Pony.

Jess
Oh doch kleine Lady und zwar jetzt sofort. Du drehst eine kleine Runde im Schritt. Ich habe Charly an der Longe. Es kann nichts passieren. Du wolltest ihn immer schon reiten. Das ist jetzt die Gelegenheit. Greif zu!

Jess sieht in Kathys Gesicht, dass sie hin- und hergerissen ist. Er fackelt nicht lange und hebt sie auf Charlys Rücken.
Los nimm die Zügel und ab geht es! Ich habe die Longe fest in der Hand. Du kannst mir vertrauen.

Kathy guckt erst sehr skeptisch. Je mehr Runden sie im Schritt dreht um so glücklicher wird ihr Gesichtsausdruck.

Jess
So Lady, jetzt werden wir mal etwas schneller.

Er treibt das Pony zu einem Trab an und Kathy lacht glücklich. Jess lässt die Beiden so noch ein paar Runden drehen, dann nimmt er die Longe immer kürzer und sagt
Kathy, ich denke das reicht für heute. Wahrscheinlich tun dir nachher alle Knochen weh, aber auf jeden Fall kannst du reiten.

Kathy
Jess, ich darf wiederkommen und reiten? Du bist mir nicht böse wegen dem Unfall?

Jess
Nein Kathy, es ist einfach passiert. Ich bin froh, dass dir außer den Prellungen nichts fehlt. Jetzt gehen wir ins Haus und gucken mal ob Laura vielleicht für uns ein schönes Stück Kuchen hat.

Kathy sattelt unter Jess`Aufsicht Charly ab und dann nimmt sie Jess an die Hand und die Beiden laufen fröhlich in die Küche zu Laura, die Kathy und Jess schon vom Fenster aus beobachtet hat. Laura denkt
Ich weiß ja nicht was Jess mit Kathy gemacht hat, aber es war wohl das Richtige. Er hat doch eine gute Hand für Kinder. Kathy sieht wieder so fröhlich aus.