<- Kapitel 40
 
Kapitel 41
 
Die nächsten Tage läuft der Ranchbetrieb wie üblich weiter. Jess sieht zu wie seine Frau Laura mit Southern Star arbeitet.
 
 
Anschließend belohnt ihn Laura fürs Mitarbeiten mit einer Möhre.
 
 
Jess hat noch zwei "Wilde" auf der Ranch, die gezähmt werden sollen.
 
 
 
Den Dunalino Cheveyo hat Jess inzwischen so weit, dass er ihm ein Halfter anlegen kann, aber er reißt sich immer wieder los.

Jess hat schon einige Stunden investiert und scheucht ihn mit dem Lasso, aber der Mustang denkt nicht daran auf Jess zu reagieren. Er bleibt allerdings hartnäckig. Nachdem auch noch Vickys Ziegenbock auftaucht ist alles zu spät und Jess gibt für diesen Tag auf.

 
 
Er erwartet als Pferdezüchter das letzte Fohlen dieses Jahres von der alten Araberstute Suzie. Sie ist eine umgängliche Stute zu der Jess ein gutes Verhältnis hat.
 
 
Jess guckt sich die Stute an und stellt fest, dass ihr Euter angeschwollen ist und an den Zitzen Harztropfen sitzen. Daraufhin bringt er sie in den Stall in die große Box um sie besser unter Kontrolle zu haben. Er überlegt, man steckt nicht drin aber es sollte bald so weit sein vermutlich heute Nacht. Die meisten Stuten bringen ihre Fohlen komplikationslos zur Welt, aber hier hat er kein gutes Gefühl - warum weiß er selbst nicht so recht. Suzie ist sehr unruhig, schwitzt stark, legt sich hin und steht wieder auf. Das ist so weit normal und geht 4 Stunden so.

Jess nimmt sich noch die Zeit für einen nur sehr kurzen Schlaf bis kurz vor Mitternacht. Dann steht er auf und sieht nach der Stute, die auf der Seite liegt und kräftig presst.
Los Suzie, bald hast du es geschafft und dein Kleines ist da, streng dich an! spricht er mit der Stute. Jetzt ist ein Bein zu sehen, die Stute quält sich weiter, aber es passiert nichts mehr. Jess ist aufs Äußerste beunruhigt. Er vermeidet es Geburtsabläufe zu stören, aber hier dauert alles zu lange. Er läuft in die Küche und macht Wasser heiß und nimmt sich Handtücher und Seife mit.

Das Gewehr holt er auch aus dem Waffenschrank und steckt sich ein paar Patronen in die Tasche.

Tierärzte gab es damals noch nicht im Westen und jeder Cowboy oder Rancher hatte gewisse Kenntnisse in der Tiermedizin. Auf der Ranch ist Jess mit Pferden und Mulis groß geworden und hat viel erlebt mit Krankheiten und Geburten. Als er wieder in den Stall kommt, kämpft die Stute immer noch, aber es geht nicht wirklich voran. Jess hat inzwischen Angst beide zu verlieren und die Winchester benutzen zu müssen, damit sich die Stute nicht länger quälen muss. Er würde nie ein Tier leiden lassen. Aber erst probiert er alles für ihn machbare.

 
 
Die Winchester stellt Jess an die Stallwand und Emily muss vor der Box warten um die Stute nicht zu beunruhigen.

Jess wäscht seine Arme und Hände und spricht beruhigend mit der Stute.
Suzie, ich helf dir. Ich bin auch vorsichtig, aber ich muss das Bein in die richtige Lage bringen, damit dein Kleines kommen kann. Das wird so nichts. Das dauert alles schon viel zu lange.

Er fühlt am Hals herunter nach dem anderen Vorderbein und kann es in die richtige Lage bringen. Nun geht die Geburt voran. Die Fruchtblase ist zu sehen und das Köpfchen des Fohlens auf den Vorderbeinen.

Das Köpfchen tritt durch und nun geht alles ganz schnell. Das Fohlen ist da. Suzie steht mit einem Ruck wieder auf und die Nabelschnur reißt. Die Eihaut ist nicht gerissen und das Fohlen kann nicht atmen. Jess wird wieder ganz schnell und wischt die Eihaut über den Nüstern des Fohlens weg damit es atmen kann.
Los mach schon Kleiner, atme!!!
Bullshit, jetzt bist du endlich auf der Welt, los nun schnauf schon! Du sollst doch leben, deine Mama hat sich so gequält.

Suzie guckt und spürt, dass etwas mit ihrem Hengstfohlen nicht stimmt. Jess handelt, jetzt gibt es nur noch eine Möglichkeit. Es fällt ihm kräftemässig nach der langen Nacht und dem anstrengenden Arbeitstag nicht leicht, aber er reißt das Fohlen an den Hinterbeinen ruckartig hoch damit das Fruchtwasser aus Nüstern und Nase abfließen kann. Jetzt kann der kleine Hengst endlich atmen. Jess wischt sich den Schweiß von der Stirn.
Endlich geschafft Kleiner, das war knapp. Du bist eben doch ein Kämpfer. Suzie ich schwörs dir, das war dein letztes Fohlen und wenn ich die Kerle alle einsperre! So sollst du dich nie wieder quälen müssen. Ich bin so froh, dass ich die Winchester nicht brauche.

Jess ist geschafft von der Anstrengung und sackt an der Boxenwand herunter.

 
 
Der kleine Hengst macht inzwischen seine ersten zaghaften Aufstehversuche. Suzie beschnuppert ihn und leckt ihn trocken.

Nach weiteren knappen zwei Stunden ist er auf gutem Weg zu Suzies Zitzen. Langsam wird es Zeit für die erste Milch und Jess hilft dem Kleinen ein wenig auf den Weg.

 
 
Für das Fohlen ist diese erste Milch überlebenswichtig. Inzwischen ist es früher Morgen geworden und Patrick kommt zum Füttern. Er muss lachen als er seinen Boss an der Boxenwand lehnen sieht.
 
 
Jess ist so k.o., dass er schon im Sitzen einschläft.
Hallo Boss, guten Morgen! Bist du schon die ganze Nacht hier?

Jess erzählt Patrick von den Komplikationen. Patrick meint
Warum hast du mich nicht aus der Scheune geholt?

Jess
Du hast Redwoodbäume gesägt und hättest ohnehin nichts machen können. Ich bin froh, dass es kein Kaltblutfohlen war. Das hätte ich wohl nicht hochreißen können.

Patrick
Das ist ja ganz schwierig gewesen. Auf das wunderschöne gesunde Fohlen sollten wir einen Whisky trinken.

Jess
No way, wir sollten aufhören weniger zu trinken. Ich bin total kaputt.

Patrick lacht und lacht.
Dir bekommen Fohlengeburten nicht, du erzählst Müll. Geh lieber pennen!

Jess
Genau das mache ich jetzt auch. Lasst mir Mutter und Kind in Ruhe, nicht dass dann die Kinder alle gucken gehen. Die Beiden brauchen etwas Zeit für sich allein.