<- Kapitel 49
 
Kapitel 50
 
Nach einiger Zeit lässt es Jess keine Ruhe ob sich nicht doch jemand gemeldet hat, der Ansprüche auf Royal Flush stellt. Für den Ritt nach Laramie hat ihm Patrick den Walkaloosa André bereit gestellt.
 
 
In Johns Laden stellt Jess erfreut fest, dass sich bis jetzt niemand auf seinen Aushang gemeldet hat. Plötzlich ist draußen ein Tumult, Leute laufen zusammen, jemand schreit laut
Indiander in der Stadt! Jess läuft aus dem Laden und sieht eine Gruppe Lakota Indianer unter ihnen sein Freund Chato und seine Frau Leotie.
 
 
 
Ein Weißer reißt gleich das Wort an sich. Jess kennt ihn, es ist Brett McCaine, der Boss der Bürgerwehr von Laramie.
Was wollt ihr hier? In der Stadt ist kein Platz für Rothäute, verschwindet hier ihr rotes Gesindel!

Chato bleibt ruhig auch wenn es ihm schwer fällt.
Wir brauchen den weißen Arzt. Wo ist er?

McCaine
Unser Doc behandelt keine Rothäute.

Jess mischt sich ein.
Chato hat höflich gefragt. Dann kann er auch eine höfliche Antwort erwarten. Wen der Doc behandelt ist immer noch seine Sache. Das hast du nicht zu bestimmen McCaine.

McCaine
Natürlich Harper, der Indianerfreund, halt dich da raus, die Indianer können ohnehin nichts zahlen.

Jess
Der Doc nimmt sicher auch gern Bisonfleisch. Stehen wir nicht alle manchmal in seiner Schuld? Lass es doch den Doc bestimmen!

McCaine
So weit kommt es noch. Raus aus der Stadt sonst mach ich euch Beine ihr rotes Gesindel, Diebe, Mörder!

Jess schüttelt nur den Kopf und flüstert Chato etwas zu. Die Indianer müssen unverrichteter Dinge wieder abziehen. Jess weiß nur zu gut, dass die Menschen in Laramie voller Angst und Hass gegen die Indianer sind und da ist er lieber vorsichtig. Er trifft sich hinter dem nächsten Hügel mit den Indianern und muss von Chato erfahren, dass es seinem Vater, dem alten Häuptling Red Cloud sehr schlecht geht. Der Medizinmann ist mit seinem Wissen am Ende und kann ihm nicht helfen, deshalb wollen sie es mit dem weißen Doc versuchen. Jess bietet Chato an, dass er seine Familie mit dem kranken alten Häuptling in die Scheune der TWR bringen kann und er spricht mit dem alten Doc, der natürlich auch Indianer behandelt. Am Abend kommt der alte Doc mit seinem Buggy zur TWR und sieht sich Red Cloud mit besorgter Miene an. Der alte Häuptling kann nicht mehr sprechen und ist halbseitig gelähmt - ein Schlaganfall. Der Doc meint, manchmal bessern sich die Dinge noch mit viel Ruhe aber wirklich helfen kann er auch nicht mehr. Jess ist erschrocken über den Zustand von Red Cloud, den er als Jugendlicher als einen stolzen starken Mann und Chatos Vater kennengelernt hat. Er bietet an, dass die Indianer weiter in der Scheune bleiben dürfen. Jess macht beim Abendessen die Ansage, dass die Indianer bei ihm Aufnahme gefunden haben aber niemand darüber sprechen soll sonst würden alle nur in Gefahr kommen. Selbst Frank kann es inzwischen nachvollziehen, dass Jess den Indianern hilft auch wenn er kein gutes Gefühl dabei hat. Leider soll es Opa Frank auch nicht täuschen. Ein paar Tage geht es gut, dass sich die Indianer nicht aus der Scheune rühren, aber dann passiert es, dass Chatos ältester Sohn draußen Schlingen legt um Kaninchen zu fangen, weil er als "Krieger" mit seinen kaum 11 Jahren unbedingt einen Beitrag zur Versorgung der Familie leisten will. Prompt wird er von einem Mann der Bürgerwehr, die die TWR unter Beobachtung haben, gesehen und er denkt sich seinen Teil, reitet nach Laramie im Galopp um die Bürgerwehr zu holen. Jess sieht den Mann noch wegreiten und hat keine Wahl mehr wenn er nicht seine Familie und Jeremy, Vicky und Patrick gefährden will. Er rennt zu Chato und schimpft
Du hast deinen Youngster nicht im Griff. Er ist gesehen worden, verdammt, ich hätte euch gleich was zu Essen gebracht, aber nein, er muss ja Schlingen legen. Packt eure Sachen, ich lasse den Planwagen anspannen, ihr müsst schnell hier weg. Die Bürgerwehr dürfte bald hier auftauchen. Da sollten wir schon einige Meilen hinter uns gebracht haben.

Jess läuft ins Haus und lässt Vicky und Patrick den Planwagen anspannen. Er entscheidet sich für zwei Pferde, die er schon länger in der Fahrausbildung hat und er ausgebildet verkaufen wollte.

 
 
Zu Patrick meint Jess
Du bist verantwortlich wenn ich weg bin. Du weißt Bescheid was arbeitsmässig anliegt. Riskiert nichts mit der Bürgerwehr, ihr Boss McCaine ist zu allem bereit und schreckt vor nichts zurück.

Opa Frank
Junge was hast du vor? Du hast doch schon genug für die Indianer getan und bist ihnen nichts mehr schuldig.

Jess
Chato ist mein Freund und Freundschaft rechnet man nicht auf. Ich muss etwas tun, aber das wird nicht einfach werden.

Opa Frank
Pass auf dich auf Jess!

Laura hat Jolene an der Hand und guckt Jess ganz entsetzt an. Sie steht wie versteinert da.

Jess herrscht sie an:
Los mach schon! Ein paar Happen zu Essen, Kaffee, die dicke Decke, hab keine Lust mir im Tipi wieder einen abzufrieren. Wir werden ins Indianerlager am Fluß fahren, wo der Stamm lagert.

Jess geht zum Waffenschrank, schnappt sich Colt und die Winchester und stopft sich seine Jackentaschen mit allen Patronen voll, die er noch hat. Dann streichelt er Jolene noch einmal übers Haar und gibt ihr und Laura einen liebevollen Abschiedskuss. Danach steigt er auf den Planwagen auf dem Chato mit seiner Familie unter der Plane sitzt und treibt die Pferde erbarmungslos zur Eile an, so dass die Leute von der TWR nur noch eine Staubwolke sehen. Laura stehen die Tränen in den Augen. Jetzt wo sich endlich alles beruhigt hat in der kleinen Familie, muss sich Jess auf so ein Abenteuer einlassen. Auf der anderen Seite kann sie ihn schon verstehen, dass er es einfach tun muss. Es dauert nicht lange, da taucht die Bürgerwehr von Laramie auf. Die Männer gucken in Ställe und Scheune, aber können keine Indianer finden. Opa Frank hat die ängstliche Jolene an der Hand und Laura meint mutig
Was sucht ihr hier?

Der unsympathische McCaine baut sich auf seinem Pferd vor ihr auf.

 
 
Das weißt du genau Lady! Wo sind die Indianer und dein Mann, der Indianerfreund? Sags besser gleich, sonst halte ich dir mein Messer an den Hals!

Laura zittert vor Angst, sagt aber ganz mutig
Da kannst du lange warten McCaine. Such sie doch selbst!

In dem Moment kommt der Scout der Bürgerwehr.
Boss, ich habe die Spuren. Die sind mit einem Planwagen, Zweispänner, in Richtung Berge. Los hinterher!

Ein gutes Dutzend schwer bewaffnete Männer der Bürgerwehr sitzt wieder auf und reitet im Galopp davon. Zurück bleibt die sehr besorgte Familie und Mannschaft der TWR.