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Kapitel 58
 
Jess wundert sich, dass Laura ihn wegen der heimlichen Schlittentour mit seiner kleinen Tochter nicht ausschimpft. Er weiß nicht, dass die Shitegalpille bei Laura so gut gewirkt hat. Selbst nimmt er sie nicht mehr. Er hat eingesehen, dass es für seinen Kopf und Prellungen vom Sturz besser ist alles etwas langsamer angehen zu lassen und findet allmählich immer mehr Gefallen daran einfach nur faul zu sein. Er hat Shannon für Patrick gesattelt damit er ihn bewegt was Jess ja nicht darf.
 
 
Patrick
Jess du bekommst hier nicht mehr so viel mit, weißt du eigentlich, dass Jeremy mit Vicky zu seinen Eltern nach Maine wollte um Vicky vorzustellen? Er hat die Bahntickets und traut sich nach der Sache mit dem Steigbügel nicht zu fragen ob sie Urlaub bekommen.

Jess
Dummer Kerl, ich bin doch gar nicht so. Wenn es so ernst ist, sollen sie fahren. Du bist da, Dad und Laura packen mit an und bei mir wird es ja auch besser. Beritt machen wir zwischen den Jahren nicht. Das wird schon gehen.

Nachmittags geht Jess zu Fuss los und schießt zwei wilde Truthähne fürs Weihnachtsessen, das sich in den USA nicht großartig von Thanksgiving Essen unterscheidet.

Natürlich macht sich Jess den Spaß über dem Stalleingang einen Mistelzweig aufzuhängen nach altem Weihnachtsbrauch - Küsse unter dem Mistelzweig. Dieser Brauch bildet die Ausnahme, dass sich auch Unverheiratete öffentlich küssen dürfen. Jess ruft Jeremy zu
Los, jetzt mal ran und dann ab nach Maine! Merry Christmas!

Die Beiden sind völlig überfahren, aber nutzen ihre Chance, danach schnappt sich Patrick Abby, die gekommen ist um Joker zu reiten. Jess grinst
Hier ist ja reger Betrieb. Jetzt muss ich nur noch dran denken, das Ding zwölf Nächte nach Weihnachten abzufackeln sonst wird das nichts mit einer Heirat innerhalb eines Jahres. Warum soll es denen besser gehen als mir?
und lacht sich eins.

Laura beobachtet die Szene sehnsüchtig.

Jolene zupft an der Jacke ihres Dads.
Los Dad, du auch und Laura.

Jess grinst
Wir sind doch schon verheiratet aber das heißt ja nicht, dass wir uns nicht küssen dürfen.

Schnappt sich Laura und küsst sie sehr lange. Opa Frank wundert sich was hier wieder los ist.

Der Abend vor Christmas ist gekommen und Jess legt noch letzte Hand an den Baum.

 
 
Zum Abendessen hat sich die Mannschaft der TWR auf Jess, Laura, Opa Frank und Patrick verringert. Jeremy und Vicky sind unterwegs - coming home for Christmas. Abby ist zum Abendessen auf der TWR eingeladen. Laura hat einen der Truthähne mit Pilzfüllung zubereitet. Es duftet gut und Opa Frank meint zu Jess
Du bist hier der Boss, dann zerteile das Tier mal und vergiss nicht ein Tischgebet wie es sich gehört.

Jess stutzt.
Mit dem Messerchen hier schneide ich ja ewig.

Er greift in seinen Stiefel, holt sein mindestens 35 cm langes Jagdmesser raus und spült es mit heißem Wasser ab.
So Leute, DAS hier ist ein Messer.

Ruckzuck ist der Truthahn zerlegt. Abby guckt interessiert.

Jess
Hat dich mein Messer so beeindruckt?

Abby
Nicht wirklich! Wenn du jetzt das Vieh wieder so kunstvoll zunähen könntest wie du es zerteilt hast, dann wäre ich beeindruckt.

Jess lacht
Typisch Doc, ich will das Vieh essen und nicht zunähen.

Opa Frank
Wo bleibt das Tischgebet?

Jess verlegen
Glaub ich hab keins, war unter Cowboys und Bullridern wirklich nicht üblich und ist schon so lange her. Moment ich glaube jetzt fällt mir wieder was ein.
Komm Herr Jesus sei unser Gast und segne was du uns bescheret hast, doch heute bleibe lieber fern unseren Turkey essen wir selbst gern. Guten Appetit!

Abby verschluckt sich vor Lachen an ihrem Getränk. Patrick kann nicht mehr vor Lachen. Opa Frank guckt seinen Sohn strafend an und Laura ruft laut
Jess!!! Für die Nummer kommst du gleich mit in die Kirche und keine Widerrede. Du hast genug zum Abbitte tun.

Jess guckt entsetzt.
Du meinst aber nicht wirklich mich. Ich wollte eigentlich gepflegt einen Whisky trinken, weil ich mit mir selbst am liebsten trinke und dann Matratze horchen gehen. Die Pferde sind alle versorgt und ich bin müde, hab schließlich das erste Mal wieder richtig zugepackt bei der Arbeit. Laura, du hast aber eine Art einem den Abend zu verderben.

Laura
Strafe muss sein für die Nummer. Es wird dir nicht schaden. Kannst langsam anspannen gehen!

Für so viel Leute muss wieder der Planwagen herhalten.

 
 
Patrick hilft beim Anspannen und mit dem Song Whisky in the jar geht alles noch viel besser. Frank, Abby und Laura finden es allerdings wenig weihnachtlich was die Männer nicht stört. In der Kirche angekommen werden alle vom Reverend an der Kirchentür begrüßt. Jess lächelt ihn entwaffnend an
An Weihnachten kommen auch die Sünder, aber nur unter Zwang. Merry Christmas!

Dann setzen sich alle auf ihre Plätze. Zu Anfang wird Amazing Grace gesungen. Die Leute der TWR haben die zweite Reihe, die erste Reihe ist für Hendersons T-Bone Ranch, deren Vormann, ein Kerl wie ein Schrank, vor Jess sitzt. Jess versteckt sich hinter dem großen Typen und sinkt langsam immer tiefer. Er bekommt nicht mehr wirklich mit, dass seine Knie an der Bank vor ihm anstossen und ihn bremsen. Er macht ein zufriedenes Gesicht und regelmässige Atemzüge als der Reverend mit der Predigt anfängt. Die kleine Jolene hat sich zwischen ihn und Laura gekuschelt und hat auch schon seelige Träume. Laura sieht es entsetzt und meint zu Frank
Was machen wir, wenn er jetzt anfängt Redwoodbäume zu sägen nach dem Truthahn und Whisky? Dann wird es peinlich.

Frank
Glaub ich nicht, der schnarcht nur, wenn er auf dem Rücken liegt abwarten.

Jess und Jolene verpennen den gesamten Gottesdienst. Erst als die ganze Gemeinde als Abschluß Rock of Ages beginnt zu singen, springt Jess auf und singt mit, eines der wenigen Lieder zu denen er den Text im Kopf hat. Zum Schluß verabschiedet der Reverend wieder die Gemeinde persönlich und fragt Jess
Wie hat dir denn meine Predigt gefallen?

Jess
Ja, hm, interessant!

Reverend
Dein Platz ist frei, komm doch wieder!

Frank und Laura verbeißen sich das Lachen wie gekonnt Jess mit dem Reverend umgeht. Jess hat schließlich überhaupt nichts vom Ganzen mitbekommen. Er will jetzt nur noch schnell nach Hause und die harte Kirchenbank mit seinem Bett tauschen.

Am nächsten Morgen guckt Jolene in die Socken, die über dem Kamin hängen und freut sich über viele Süßigkeiten, einen Block und Malstifte. Jess meint
Ich glaube, das war noch nicht alles. Wartet mal etwas!

Dann zieht er ab und alle wundern sich. Er wäre kein Bullrider, wenn er sich nicht etwas Besonderes für das Weihnachtsfest hätte einfallen lassen. Er geht auf die Weide und holt Jacky.

 
 
So Junge, jetzt hast du deinen großen Auftritt. Das bist du mir schuldig nach der Nummer mit Hendersons Kühen.
 
 
 
 
 
Jess zieht mit Jacky fröhlich Jingle Bells singend vors Ranchhaus und ruft dann laut Ho, Ho, Ho.

Jacky trägt für alle Geschenke. Die kleine Jolene bekommt noch zwei Spielzeugpferde, die sie in Johns Laden angehimmelt hat was Jess sehr genau beobachtet hatte.

 
 
Alle sind begeistert von dieser ungewöhnlichen Bescherung zu der Opa Frank meint
Langweilig wird es mit Jess nie. Er lässt sich immer was einfallen.

Jolene ist glücklich mit Jess, Laura und Frank und diesem schönen Weihnachtsfest.

 
 
 
Tumbleweedranch | Dezember 2012 | top
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