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Kapitel 60
 
Der Abend ist gekommen, Doc Sherman ist wieder nach Laramie geritten und auf der TWR ist Ruhe eingekehrt, alle sind zu Bett gegangen. Jess ist nach dem Fussmarsch wegen dem Vielfraß rechtschaffen müde und schläft wie ein Toter bis er wach wird, mit dem Arm neben sich fühlt und feststellt, dass seine bessere Hälfte gar nicht neben ihm liegt. Er überlegt und zieht sich seinen Morgenmantel an. Dann geht er im Halbschlaf die Treppe herunter und sieht Licht in der Küche brennen. Laura sitzt mit leuchtenden Augen vor einem großen Teller Schokoladenkuchen. Daneben hat sie ein Glas saure Gurken. Jess fallen die Augen fast aus dem Kopf.
Honey, jetzt noch Erdbeerwein gefällig? Was ist das für eine Kombi, ich habe heute noch nicht gekübelt. Herrgott, guck dich mal im Spiegel an! Ich habe eine schlanke Frau geheiratet und keine Barrel Racer Tonne. Verdammt noch mal!

Laura
Du Mistkerl! Lass mich doch, ich habe Hunger. Außerdem hast du gestern selbst gesagt, dass dir der Hosenbund unangenehm eng ist.

Jess verlegen
Kein Wunder nach den vielen Feiertagen, aber gut wars schon! Honey, so geht es aber nicht weiter. Ich glaube wir essen zuviel Schokoladenkuchen seit die Kleine auf der Ranch ist. Das muss anders werden. Im Stall hilfst du auch nicht mehr obwohl ich noch nicht so kann und Vicky und Jeremy noch nicht wieder hier sind und reiten willst du auch nicht. Was ist mit dir los Laura? Du bist die letzte Zeit auch immer so blass, das gefällt mir gar nicht. Wenn Abby das nächste Mal auf die TWR kommt werde ich ihr sagen, dass sie dich mal untersuchen soll und keine Widerrede! Lass uns wieder schlafen gehen, ich bin total kaputt.

Laura meint dazu nur
Jess willst du auch was vom Schokoladenkuchen? Die Gurken sind auch lecker.

Jess grummelt
No way, lass mich bloß in Ruhe damit, vielleicht einen Whisky damit ich wieder in den Schlaf komme. Ja, das ist es!

Schnappt sich den Whisky, nimmt gleich einen Doppelten und haut wieder ab ins Bett.

Am nächsten Morgen ist Jess trotz Whisky schon früh bei der Stallarbeit. Als er fast fertig ist hört er einen Reiter kommen. Es ist ein Farmer aus der Nachbarschaft. Er hat ein etwa 5 Monate altes Fohlen im Schlepptau.

 
 
Hi Richard, was ist das für ein hübsches Fohlen?

Der Farmer
Morgen Jess, die Mutter ist mir verreckt vermutlich Kolik. Ich habe sie heute morgen tot im Stall gefunden. Hast du vielleicht eine Stute und andere Fohlen für die Kleine als Gesellschaft? Du bist doch Pferdezüchter. Sonst muss ich es vermutlich erschießen. Ich habe sonst nur Wallache für die Feldarbeit.

Jess
Richard, du weißt, dass ich die Fohlengeburten zum Frühjahr plane, hast aber Glück. Ich bekomme noch eine Schimmelstute, die ihr Fohlen sehr spät bekommen hat. Sie kommt heute an und ist ein Geschenk für meine Frau. Herrgott, man muss doch nicht gleich alles umbringen. Die Kleine hat ja einige Zeit bei ihrer Mutter verbringen können und ist alt genug, dass sie sich nicht ausschließlich von Muttermilch ernähren muss. Lass sie hier, ich versuche es!

Laura hat keine Ahnung, dass Jess alle Hebel in Bewegung gesetzt hat um für sie die wunderschöne Schimmelstute White Satin zu kaufen, die sie im Herbst in einem Züchterkatalog so angehimmelt hat. Leider wurde darin nicht erwähnt, dass die Stute ein Fohlen erwartet und so war das Fohlen zur Weihnachtszeit noch zu jung um transportiert werden zu können. Der Züchter in Cheyenne war für Jess auch verhandlungsmässig eine harte Nuss. Als er zum Rodeo dort war sind sich der Züchter und Jess aber doch handelseinig geworden und nun kann Patrick die Stute samt Fohlen von Laramie abholen. Laura ahnt nichts von Jess`großzügigen Geschenk. Patrick kommt gegen Mittag und lässt die Stute mit Fohlen auf die Koppel.

 
 
White Satin hat ein wunderschönes Hengstfohlen an ihrer Seite, das die Bahnfahrt auch gut überstanden hat. Jess ist sehr zufrieden mit dem Kauf. Beide haben sichtlich Spaß am Schnee. Nach ein paar Stunden trennt Jess die Stute kurz von ihrem Kleinen und lässt das mutterlose Appyfohlen zu dem kleinen Rappen. Die beiden beschnuppern sich und spielen auch gleich zusammen. Dabei nimmt das Appyfohlen den Geruch des kleinen Rappens an.
 
 
Jess ist sehr zufrieden mit der Entwicklung und lässt White Satin wieder zu ihrem Kleinen. Die Stute beschnuppert ihn, beleckt ihn und auch die kleine Appystute Quickstep ganz liebevoll. White Satin lässt nach ihrem Kleinen sogar die kleine Quickstep an ihr Euter das prallvoll ist.

Inzwischen ist es Nachmittag geworden und Abby kommt auf einen Abstecher ihrer Überlandarztbesuche auf der TWR vorbei um Patrick zu besuchen. Jess spricht sie gleich an und schildert ihr was ihm an seiner Laura die letzte Zeit aufgefallen ist, diese Fressattacken und blasses Aussehen. In ihrer Eigenschaft als Doc muss Abby schon grinsen und geht mit ihrer Arzttasche ins Haus. Sie untersucht Laura und hat auch gleich die Diagnose schwanger. Sie stellt fest, dass Laura alles etwas verdrängt hat und erfahrenere Frauen schon die ersten Bewegungen des Kindes spüren würden. Abby meint, nun sollte es der Vater aber auch wissen und du solltest dich etwas schonen. Es ist alles in Ordnung so wie es sein soll. Laura ist völlig durcheinander und muss lachen und heulen gleichzeitig. In dem Moment kommt Jess rein und ist bestürzt weil Laura so weint.
Honey was ist denn los mit dir? Ist es so ernst? und nimmt sie liebevoll in den Arm. Abby grinst - wie mans nimmt! Nun spann ihn doch nicht so auf die Folter Laura.

Laura guckt Jess so verliebt wie am ersten Tag an und rückt dann raus mit der Neuigkeit.
Du wirst Vater!

Jess ist perplex.
Nein, ich habe immer aufgepasst. Obwohl als ich von den Indianern wiedergekommen bin, die Nacht, da haben wir nicht viel geschlafen. Könnte hinkommen!

In dem Moment kommt Opa Frank und kann nicht mehr vor Lachen.
Dein Aufpassen ist wirklich fantastisch. Das ist fast 4 Jahre und sitzt in der Küche und isst sein Abendessen. Ein Baby für euch! Dass ich das noch erlebe, ich freue mich für euch!

Jess wird rot.
Dad, also wirklich! Kann ja mal passieren, außerdem sind wir verheiratet, also was solls? Honey, das ist das schönste Geschenk, das eine Frau einem Mann machen kann. Geht es dir gut? Diesmal bekomme ich es auch von Anfang an mit nicht so wie bei Melva, die mir als Vater keine Chance gelassen hat.

Jess umarmt Laura und küsst sie. Keiner bekommt mit, dass die kleine Jolene in der Tür steht und das Gespräch mitbekommen hat. Ihre Augen füllen sich mit Tränen. Opa Frank sieht es und tippt Jess auf die Schulter.
Ich glaube, da ist jemand um den du dich kümmern musst Junge.

Jess dreht sich um und sieht seine heulende Kleine.
Jolene, freust du dich gar nicht über ein Geschwisterchen?

Jolene schluchzt
Nein, muss ich dann wieder zurück nach New Orleans zu Oma und Opa und Tante Tara? Die sind böse. Du willst mich dann ja sicher nicht mehr, wenn du ein Baby mit Laura hast. Du wolltest meine Mom auch nicht. Hier war es so schön mit euch, Kathy, Suzie, Tommy und allen anderen Kindern.

Jess schluckt und nimmt Jolene in seine Arme und trocknet ihre Tränen.
Jolene, du wirst es erst verstehen, wenn du älter bist. Deine Mutter war eine wunderbare liebevolle Frau aber wir haben uns nicht so geliebt, dass es für ein Leben lang gereicht hätte. Aber du wirst immer meine Große bleiben und gehörst zu uns genauso wie das Baby, das wir erwarten. Du bist doch noch so klein und wirst egal was du in Zukunft machst immer einen Platz auf der Tumbleweed haben, nicht wahr Laura?

Jolene
Wirklich? Ich habe dich lieb Dad auch wenn ich zuerst etwas Angst vor dir hatte. Du warst immer lieb zu mir und hast tolle Sachen mit mir unternommen.

Jess und Laura nehmen die Kleine in ihre Mitte. Laura sagt Jolene
Du bist wie eine eigene Tochter für mich. Pass auf, wenn das Baby da ist, dann hilfst du mir.

Jess meint
Ich freu mich, ein Baby von meiner Lady. Nun kann ich auch mit deiner Zickigkeit umgehen, wenn ich das weiß, das ist wie bei meine Stuten, erst wenn sie rossig sind und dann wenn sie tragend sind. Dann ist auch ein Ende dieser Launen abzusehen - und muss laut lachen.
Honey jetzt trete ich wohl mit meinem Weihnachtsgeschenk ins Fettnäpfchen, reiten ist ja wohl nicht mehr, aber gucks dir an.

Sie gehen alle zusammen zu White Satin. Laura glaubt nicht was sie sieht und stammelt nur
Oh Jess!

 
 
Jess lacht
Na, dann ist die Stute eben noch in der Mutterzeit genau wie du. Sie wird sicher ein ganz tolles Damenreitpferd abgeben. Darum kannst du dich kümmern Laura wenn das Baby da ist. Wir haben Zeit.