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Kapitel 67
 
Nach der Auswilderung der kleinen Bärin und dem zweistündigen Ritt ist Jess so k.o., dass er das Mittagessen verpennt und erst am Nachmittag wieder aufwacht. Laura hat zwischendurch mal ins Schlafzimmer gesehen und hat ihn schlafen lassen. Frank versteht nicht warum alle so einen Wirbel um einen Bären machen und sich Jess deshalb so verausgaben muss wo er doch alles andere als fit ist. Er hätte das Problem mit der Winchester gelöst. Er muss aber einsehen, dass sein Sohn die Ranch eben anders führt. Jess sieht aus seinem Schlafzimmerfenster und stellt fest, dass der Nachmittag schon reichlich angebrochen ist. Er zieht sich wieder an und schlurft in die Küche wo Laura beschäftigt ist.

Sie grinst
Na, hast du ausgeschlafen? Du hast so fertig ausgesehen, dass wir dich alle in Ruhe gelassen haben.

Jess gähnt.
Honey ich weiß auch nicht was mit mir los ist. Irgendwie ist meine Kraft weg und ich bin immer so müde. Hast du einen Kaffee für mich? Vielleicht rettet der ja was.

Laura meint dazu
Du bist einfach viel zu ungeduldig mit dir selbst. Abby hat gesagt, dass du an dem hohen Blutverlust sicher wenigstens 6 Wochen zu knacken hast. Daher kommt die Mattigkeit.
Lass dir Zeit und essen solltest du jetzt auch etwas, kannst ja nicht nur von Kaffee leben.

Laura macht Jess die zurückgestellte Portion Mittagessen warm und meint dann
Ich belästige dich eigentlich ungern mit den Ranchbelangen, aber die Jugendreiterin Suzie war gestern bei mir und hat sich ausgeheult, weil sich Tommy wohl nicht benehmen kann. Er hat sie versucht zu küssen.

Jess grinst
Ach Tommy, ich glaub der ist 14, da ist es wohl mit dem jungen Hengst etwas durchgegangen. Der testet jetzt wohl seine Grenzen aus. Er ist seit dem letzten Jahr tüchtig gewachsen, hat mich ja schon fast eingeholt, aber im Kopf ist er noch ein richtiges Kind. Ein Kuss, weiter wird er ja wohl nicht gegangen sein!

Laura
Er hat Suzie wohl ins Heu gedrückt und sie wollte eben nicht. Sie wusste sich nicht anders zu wehren und hat ihm dann wohl das Knie dorthin gedrückt wo der Mann am männlichsten ist. Gestern hat sie sich bei mir ausgeheult. Aber ich denke, es ist besser wenn du als Mann mit Tommy redest.

Jess grinst
Autsch, das tut doch weh, aber hat ihn sicher auf den Boden der Tatsachen gebracht. Ich werde mal bei Gelegenheit mit ihm reden, dass es so nicht geht. Ich gebe den Jugendreitern auf der Ranch alle Chancen, aber ich möchte nicht, dass die Girls belästigt werden. Das geht nicht! Hätte ich der kleinen Suzie gar nicht zugetraut. So kann man sich täuschen.

Einige Tage später ergibt sich für Jess die Gelegenheit mit Tommy zu reden. Jess beobachtet mit Wohlwollen Suzie, die draußen mit Strawberry Jam Barrel Racing übt.

 
 
Er ruft ihr zu
Gut so, noch ein bischen mehr nach links legen, geh mit der Bewegung deines Ponies mit Suzie!

Dann sieht er Tommy auf dem Schimmelpony Buddy. Die Dalmatinerhündin Maya begleitet das Reiterpaar und läuft voraus. Tommy treibt Buddy erbarmungslos an, benutzt Hacken und die Klatsche des Bosals völlig rücksichtslos, so dass das arme Pony schon blutige Striemen zeigt.

 
 
Jess erfasst es sofort und schreit Tommy an
Sofort runter vom Pony! Aber zackig! Das hat der arme Buddy nicht verdient.

Tommy antwortet
Warum? Man muss dem Pony zeigen wer der Boss ist und das bin ich.

Jess zerrt ihn vom Pony.
Jetzt ist Schluß mit lustig. Wovon träumst du Nachts? Du und der Boss? Du bist ja noch nass hinter den Ohren, werde erst einmal erwachsen. Guck dir an was du angerichtet hast mit deinem rücksichtslosen Verhalten!

Jess hat ein Halfter in der Hand und Buddy schnell von Sattel und Bosal befreit.

 
 
Jess hat schon das Schweißmesser in der Hand, weil der arme Buddy klitschnass geschwitzt ist nach dem harten Galopp.
 
 
Er zieht den Schweiß ab und desinfiziert Buddys Wunden, danach streichelt er ihn und stellt ihn in die Box. Tommy hält die Winchester und die beiden Hunde sind die ganze Zeit dabei.
 
 
Tommy ist total hin und weg von der Winchester, die so gut in der Hand liegt. Er bewundert Jess wegen seiner Schießkünste wie jetzt auch wieder mit der erschossenen Bärin.
 
 
Jess bringst du mir Schießen bei? Du kannst das besser als unser Sheriff.

Jess schüttelt nur energisch den Kopf.
Tommy, du bist erst 14.

Tommy entgegnet
Opa Frank hat gesagt, du hast dein erstes Gewehr mit 12 Jahren bekommen.

Jess lacht.
Junge, das waren andere Zeiten. Ich wollte ohnehin mit dir sprechen, von Mann zu Mann oder besser gesagt von Mann zu jungem Schnösel. Mir sind da Sachen mit Suzie zu Ohren gekommen, das geht auf keine Kuhhaut. Mit Gewalt erobert man weder ein Girl noch ein Pferd. Das hat Suzie nicht verdient und Buddy auch nicht. Der heißt nicht umsonst Buddy - Kumpel. Das Pony tut alles für seinen Reiter, den brauchst du nicht so rücksichtslos antreiben und Girls wollen erobert werden. Entschuldige dich bei Suzie, das verlange ich von dir und dann wirst du die nächste Zeit hier auf der Ranch kein Pony mehr reiten, zumindest nicht solange bis du wieder klar im Kopf bist. Eigentlich wollte ich dich dieses Jahr Mystic Of The Night reiten lassen, weil du gut warst und jetzt die passende Größe hast. Aber das kannst du nach dieser Vorstellung heute vergessen.
Her mit der Winchester! Von der darfst du länger träumen, kannst mich mal fragen ob du Zielschießen auf Blechdosen machen darfst in meiner Anwesenheit, aber nicht bevor du 16 und wieder klar in der Birne bist. Eine Winchester ist kein Spielzeug für rücksichtslose Youngster. Kennst du diesen Song? Der sagt im Grunde alles.

A young cowboy named Billy Joe
Grew restless on the farm
A boy filled with wanderlust
Who really meant no harm
He changed his clothes and shined his boots
And combed his dark hair down
And his mother cried as he walked out;

Refrain:
"Don't take your guns to town, son
Leave your guns at home, Bill
Don't take your guns to town."

He laughed and kissed his mom
and said "your billy joes a man.
I can shoot as quick and straight
as anybody can.
But I wouldnt shoot without a cause,
Id gun nobody down."
But she cried again as he rode away

Refrain:
"Don't take your guns to town, son
Leave your guns at home, Bill
Don't take your guns to town."

He sang a song as on he rode,
His guns hung at his hips
He rode into a cattle town,
A smile upon his lips
He stopped and walked into a bar and laid his money down
But his mother's words echoed again;

Refrain:
"Don't take your guns to town, son
Leave your guns at home, Bill
Don't take your guns to town."

He drank his first strong liquor then to calm his shaking hand
And tried to tell himself at last he had become a man
A dusty cowpoke at his side began to laugh him down
But his mother's words echoed again;

Refrain:
"Don't take your guns to town, son
Leave your guns at home, Bill
Don't take your guns to town."

Bill was raged and Billy Joe reached for his gun to draw
But the stranger drew his gun and fired before he even saw
As Billy Joe fell to the floor the crowd all gathered 'round
And wondered at his final words;

Refrain:
"Don't take your guns to town, son
Leave your guns at home, Bill
Don't take your guns to town."

Tommy wird klein nach der Abfuhr und muss sich ansehen, dass Jess das Saddlebred holt, liebevoll mit dem großen Hengst spricht und ihn streichelt.

 
 
Siehst du, so macht man es und nicht mit rücksichtsloser Gewalt. Pferde und Ponies sind sensible Tiere und ich dulde es nicht, dass sie hier auf der Tumbleweed hart angefasst und womöglich gequält werden. Denke drüber nach Tommy, ein richtiger Mann hat kein solch rüdes Verhalten nötig. Genau damit imponierst du auch nicht Suzie. Die Girls lieben die Ponies und würden sie am liebsten den ganzen Tag tätscheln. Kann man als Kerl schon fast neidisch werden! Ich hoffe, du hörst auf meine Ratschläge. Wenn du dich besser benimmst kannst du wieder reiten kommen. Aber jetzt geh nach Hause und komme mir diese Woche nicht mehr unter die Augen.

Tommy geht weg wie ein geprügelter Hund nach den Ansagen des Bosses und Jess denkt sich, dass es vielleicht doch einfacher ist mit Töchtern. Er hat noch einiges in Laramie zu erledigen und sattelt sich den Quarterhorsewallach Unexpected Surprise.

 
 
Die Winchester nimmt Jess mit für den Fall, dass ihm unterwegs ein jagdbares Wild begegnet. Emily begleitet ihn wie fast immer.