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Kapitel 69
 
Tage später sitzen Frank und Laura über den Büchern und entdecken eine Rechnung über Spezialfutter für die beiden Esel auf der Tumbleweed, Brighty und Olivia, die keinen Vermerk hat, dass sie bezahlt ist.
 
 
Jess kommt dazu und meint ganz schuldbewusst, dass er das wohl verschusselt hat wegen dem Zwischenfall mit dem Bären. Deshalb beschließt er nach dem Mittagessen nach Laramie zu reiten und die Sache zu erledigen. Jolene möchte auch unbedingt mit. Jess überlegt welches Pferd er nehmen soll und entschließt sich für den Mustang Lakota Sunrise, den er im Herbst aus der Mustangherde herausgefangen hat.
 
 
Beim Versuch ihn einzufangen dreht Lakota Sunrise Jess erst einmal die kalte Schulter zu.
 
 
Jess lockt ihn mit einem Apfel zu sich.
 
 
 
Lakota Sunrise bekommt das Paradetack aufgelegt und darf noch ein bischen damit freilaufen bevor es losgeht nach Laramie.
 
 
 
Jess hat Jolene vor sich im Sattel und hält sie gut fest. Sie hat Spaß am schnellen Ritt und so brauchen sie keine zwei Stunden bis sie in Laramie ankommen. Jess bringt sein Pferd wie gewohnt in Harrys Mietstall und muss lachen, weil Jolene schon zu Johns Laden rast. Er selbst schlendert gemütlichen Schritts dorthin. Jolene sitzt schon auf der Theke und isst eine Lakritzstange. Jess grinst
Kleine Lady, wie heißt das Zauberwort, wenn man was geschenkt bekommt?

Jolene wird rot und sagt gleich
Dankeschön John!

Der erwidert
Sei doch nicht so streng Jess! Unverkennbar deine Kleine, du warst auch immer schon verrückt nach Lakritzstangen Jess. Was führt dich her?

Jess
Sorry John, ich habe die Rechnung verschludert für das Eselfutter, dazu kommt noch dieser Einkaufszettel von Laura und dann pack mal noch ein paar Lakritzstangen dazu für Zuhause.

John muss lachen.
Wird gemacht! Sag mal, gehst du noch in den Saloon?

Jess überlegt
Hm, das ist mit Jolene so eine Sache, ach egal, ich habe mich jetzt solange auf der Ranch vergraben, wird Zeit, dass ich mal wieder unter Leute komme, ein, zwei Bierchen und vielleicht eine kleine Pokerpartie.

John ist begeistert, packt schnell die Sachen für Jess und kassiert. Dann dreht er das Schild an seiner Ladentür auf "Closed" (Geschlossen) und die Drei gehen zielstrebig in den Saloon.

Jolene bekommt eine Limo und die Männer natürlich Bier. In der Ecke sitzt eine gemütliche Pokerrunde aus der zwei Spieler ausscheiden, die Cowboys einer großen Herde sind, die in Laramie Station macht. Die große Herde soll nach Denver ins große Schlachthaus getrieben werden. In der Pokerrunde ist auch ein alter Goldgräber dabei, der nach den nächsten zwei Spielen alles Bargeld gesetzt hat. Er hat aber wie er denkt ein gutes Blatt in der Hand und meint
Gentleman, wie wäre es, kann ich mein Reittier setzen?

Inzwischen sind alle außer Jess ausgestiegen. Er meint noch zu Jolene, die inzwischen auf seinem Schoß sitzt
Halt die Klappe was Dad in der Hand hat, sonst werde ich sauer!

Sam, der Saloonbesitzer, muss sich schon das Lachen verbeißen und denkt an das letzte Mal mit den Tanten und Onkel in der Hand. Diesmal geht aber alles gut und Jolene schweigt. Der Goldgräber meint
o.k., dann zeig mal, ich habe einen Flush.

Jess grinst
Sorry Oldtimer, Full House, ich muss jetzt mit der Kleinen zurück zur Ranch. Dann wollen wir mal zum Mietstall dein Reittier holen. Verloren ist verloren!
und steckt das Geld in seine Jackentaschen.

Nun geht es zu Harrys Mietstall wo der Oldtimer schon von seinem Reit- und Packtier erwartet wird. Harry hat es in die hinterste Box gestellt, weil es seine untergestellten und die Mietpferde mit seinem Geschrei irre macht. Der Oldtimer streichelt seinen Esel ein letztes Mal und es schimmert feucht in seinen Augen.

Lillybeth, du bekommst jetzt ein neues Zuhause auf einer Ranch. Dann brauchst du dich nicht mehr mit Gepäck abschleppen und mich vom Yukon bis hierher tragen.

Jess schlägt sich mit der Hand vor den Kopf und denkt
Oh mein Gott, ich glaube die Gehirnerschütterung hat mir doch geschadet. Wie konnte ich bloß glauben, dass ein Digger ein vernünftiges Pferd hat. Lillybeth, oh man!! Laura bringt mich um.

Jess stellt sich Lillybeth mit voller Goldgräberausrüstung vor.

 
 
Der Digger erzählt weiter
Meine Goldgräberausrüstung habe ich noch am Yukon verkauft und das ist schon Lillybeth, die Fünfte. Ich habe immer Esel gehabt, eine ist von Wölfen gerissen worden, eine hat sich das Bein gebrochen, die Vierte hat ein Kodiakbär gerissen und das ist jetzt Nummer 5.

Jess schüttelt den Kopf
Oldtimer, du hängst doch an dem Esel und ich habe schon zwei auf der Ranch. Das reicht eigentlich.

Der alte Mann erwidert
Verloren ist verloren und ich will mit dem Zug nach Boston zu meiner Tochter und meinem Schwiegersohn. Da kann ich Lillybeth nicht mitnehmen und ich will sie auch nicht den Cowboys mitgeben zum Schlachthof nach Denver. Das hat sie nicht verdient. Bei dir ist sie sicher gut aufgehoben. Das Zierhalfter kannst du auch behalten. Ich brauche es ja nicht mehr.

Er guckt zum Besitzer des Mietstalls.
Hast du einen Job für mich? Ich habe kein Geld mehr für die Zugfahrt, alles verspielt.

Jess meint
Keine Nuggets mehr in der Tasche, ein Leben lang gebuddelt und alles weg?

Der alte Mann schüttelt den Kopf. Alles Gold umgetauscht und an meine Tochter die Dollars überwiesen damit ich keine Dummheiten mit dem Geld mache.

Jess grinst
Komm alter Mann, hier hast du die Dollars für die Bahnfahrt nach Boston und ich wünsche dir noch viele gute Jahre bei deiner Familie. Lillybeth als Salami, nein, das geht ja gar nicht. Ich habe mein Lebtag noch kein Pferd, Esel oder Muli gegessen.

Jolene hüpft begeistert von einem Bein aufs andere als Harry Lillybeth aus der Box lässt.
Sie ist so schön warm und hat ganz weiches Fell.

 
 
 
Jess gibt sich geschlagen und ist jetzt einen Esel reicher. Er murmelt vor sich hin.
o.k. ein Esel für den Esel. Selbst schuld!

Eigentlich wollte er mit der Kleinen vor Einbruch der Dunkelheit zu Hause sein. Aber Lillybeth ist die Gegend fremd, sie muss dauernd stehenbleiben und gucken und Jess weiß nur zu gut aus der Zeit der Mulizucht, dass man bei Eseln Geduld ohne Ende haben muss.

 
 
Er redet ihr immer wieder gut zu damit sie ihren Weg fortsetzt und denkt, dass der Digger wohl Jahre vom Yukon nach Laramie bei diesem Tempo unterwegs gewesen sein muss.
 
 
Es wird 22 Uhr bis er mit einer eingeschlafenen Jolene vor sich auf dem Pferd auf der Ranch ankommt und er stellt Lillybeth in die leere Box im Stall und füttert sie.

Jolene und Jess haben beide Hunger nach dem langwierigen Ritt und so macht Jess noch Spiegeleier. Laura und die anderen schlafen bereits seelig. Dann fängt noch die kleine Loretta an sich zu mucken, weil sie gewickelt werden muss. Es wird fast 24 Uhr bis Jess endgültig hundemüde ins Bett fällt. Jolene hat sich neben ihn gelegt und die beiden schlafen seelig aneinander gekuschelt bis weit in den Morgen. Laura ist wie immer sehr früh aufgestanden und wundert sich, dass ihr Mann noch so tief schläft. Sie ist ein bischen sauer, weil sie denkt er ist im Saloon hängengeblieben. Also ruft sie
Aufstehen ihr Schlafmützen! Die Arbeit wartet und du Jolene bist groß genug, dass du in deinem eigenen Bett schlafen kannst.

Jess schreckt hoch und Jolene reibt sich die Augen.
Laura, du bist doch viel größer und schläfst bei Dad im Bett.

Jess muss lachen.
Ich wäre jetzt aber beleidigt, wenn das nicht so wäre. Laura ist schließlich meine Frau. Oh schon so spät, jetzt aber schnell anziehen!

Inzwischen kommen Vicky, Jeremy und Patrick aus dem Stall und kriegen sich nicht mehr ein vor Lachen. Jolene meint
Wir haben gestern etwas mitgebracht aus Laramie. Dad hat eine ganz nette Freundin. Die ist ganz warm und flauschig.

Patrick meint
Und mit ihrer Stimme kann sie Tote aufwecken. Ich habe vor Schreck den Futtereimer weggeschmissen und Jeremy hat sich fast die Heuforke in den Fuss gerammt.

Laura guckt Jess zweifelnd an.
Eine Freundin, sag mal gehts noch?

Jolene
Ja, die hat Dad im Saloon beim Pokern gewonnen.

Jess muss grinsen.
Ehe hier falsche Vorstellungen die Runde machen gehe ich euch wohl lieber Lillybeth, die Fünfte vorstellen.

Alle gehen in den Stall.

 
 
Über die Stalltür gucken nur die langen Ohren.
Im Stall steht Lillybeth, die sich schon mit einer der Stallkatzen angefreundet hat.
 
 
Jess holt sie aus dem Stall und stellt sie vor was sie mit ohrenbetäubenden Ii Ah untermalt.
 
 
Jess Vater ist ganz begeistert als Eselliebhaber und auch Lauras Herz hat Lillybeth im Sturm erobert.
 
 
Jess hält ihr eine Möhre hin als Leckerchen und meint
Manche Leute haben einen Hahn der weckt, wir haben Lillybeth.
 
 
Jetzt bringe ich sie raus auf die Weide zu Brighty und Olivia. Mal sehen was die beiden zu Lillybeth meinen.
 
 
 
 
 
Jess führt Lillybeth zu den beiden anderen Eseln auf die Weide. Olivia läuft stürmisch auf Lillybeth zu und Brighty setzt sich erst einmal hin und peilt die Lage.
 
 
So nun vergnügt euch zusammen auf der Weide.
 
 
Laura muss immer noch über sich selbst und ihre dumme Eifersucht lachen und meint
Jess, nun lass deine neue Freundin auf der Weide und jetzt geht es endlich frühstücken.
 
 
 
Tumbleweedranch | Februar 2013 | top
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