<- Kapitel 69
 
Kapitel 70
 
Ein paar Tage weiter sitzen alle beim Frühstück und Jess kratzt sich gedankenverloren an seiner juckenden Wunde von der Bärenpranke und murmelt vor sich hin:
Bullshit, ich werde noch irre - nein, meine Hunde haben keine Flöhe.

Laura muss lachen.
Jess, das heilt gut, aber lass es doch in Ruhe. Lenk dich ab!

Jolene lacht
Ich weiß was, ich hatte mal Windpocken, das hat fürchterlich gejuckt und da hat mir meine Mom Fausthandschuhe angezogen.

Jess schreckt hoch
Sind meine Ladies jetzt alle irre geworden? Heilen ist ja schön und gut, aber mit Handschuhen kann ich nicht arbeiten. Jolene, du hast wirklich die Klappe der Leute aus dem Süden, immer müsst ihr mich ärgern. Ich versuchs jetzt mit Ablenkung und Arbeit. Meine Kraft kommt langsam aber sicher wieder. Ich habe übrigens von Harry einen neuen Heuwagen kaufen können, der alte ist nicht mehr reparierbar. Das gebe ich auf, klappt auch nicht mit Harrys Hilfe. Da muss zuviel neu kommen an Teilen. Ich habe günstig einen Neuen kaufen können, immer mehr kleine Farmer geben auf. Ich habe heute vor zu den Mustangs zu fahren und ihnen Heu zu bringen aus unserem Bestand. Das Gras ist noch nicht nährstoffreich genug und die trächtigen Stuten sehen zum Teil bemitleidenswert aus.

Opa Frank schüttelt den Kopf und kann seinen Sohn nicht wirklich verstehen. Aber er weiß, dass er nicht dagegen ankommt, wenn sich Jess etwas in den Kopf gesetzt hat. Laura steht voll auf der Seite ihres Mannes und meint
Es reicht nicht ein Schutzgebiet für wilde Pferde zu haben, die müssen dort auch Futter finden in kargen Zeiten. Jess macht es schon richtig.

Jess geht auf die Weide und überlegt welches Pferd er anspannen soll.
Er überlegt ob er Winter Dream, Flowergirl oder Shandor nehmen soll und muss über Winter Dream und Vickys Ziegenbock lachen.

 
 
Wie bekommst du es bloß hin, dass Winterdream zu den neuen frischen Blättchen passend hinläuft? Winter Dream fällt also aus.

Shandor kommt gleich angelaufen, weil er arbeiten möchte. Also macht Jess ihm das Halfter um und nimmt ihn mit zum Stall.

 
 
 
Im Stall ist Tommy, der Shandor am Halfter festhält, weil Jolene so gern auf ihm sitzen möchte. Jess steht dabei für den Fall, dass seine Kleine ins Rutschen kommt.
 
 
Nachdem Jolene eine Weile auf Shandor gesessen hat und keine Lust mehr hat, nimmt Jess sie herunter und bittet Tommy Shandor zu halten, weil er das Geschirr holen möchte.

Da muss er sehen, dass Tommy ihm mit dem Fuss einen Tritt verpasst, weil Shandor nicht still stehen bleiben möchte.

 
 
Jess ist geladen und ruckzuck hinter Tommy, packt ihn und versetzt ihm auch einen Tritt gegen das Bein.
 
 
Tommy schreit
Au, was soll das?

Jess
Eben was soll das? Ich dachte meine Standpauke hätte gereicht, jetzt fängst du wieder mit so einem Blödsinn an. Ein Pferd ist keine Maschine und man sollte sich unter Kontrolle haben, wenn man mit Tieren arbeitet. Jetzt reicht es mir, eigentlich wollte ich dich zu den Mustangs mitnehmen, aber das kannst du vergessen! Mach dich vom Acker!
Nun weißt du wie es ist, wenn man getreten wird und glaub mir, das war noch harmlos. Hätte ich richtig getreten würdest du am Boden liegen.

Tommy haut geknickt ab. Jess ruft ihm hinterher
Ich werde mit deinen Eltern sprechen und mir auch noch was für dich überlegen. So geht es überhaupt nicht! Das hat der brave Shandor nicht verdient. Es reicht schon, dass ich ihn aus schlechter Haltung rausgeholt habe.

Jess spannt Shandor an und holt den Heuwagen.

 
 
 
Jeremy und Patrick beladen den Wagen mit Heu.
 
 
Jess möchte losfahren, da kommt Jolene an und möchte so gern mit. Jess lässt sich breitschlagen. Jolene ist begeistert
Dann habe ich endlich meinen Dad ganz für mich allein.

Jess muss lachen und hievt die Kleine hinter sich auf den Wagen.

 
 
Jolene hält sich an ihrem Dad fest und hat viel Spaß oben auf dem Heu.
 
 
Die Beiden haben einen weiten Weg vor sich zu dem Gebiet der Mustangs. Dort muss Jess allein das Heu abladen. Er deponiert es an verschiedene Stellen damit sich die Mustangs nicht ins Gehege kommen und sagt noch zu seiner Kleinen
Psst, ganz leise, schmetter jetzt nicht laut Oh Susannah, dann sehen wir keine Mustangs!
und muss lachen. Jolene ist tatsächlich ruhig und so können die Beiden bevor sie rechtzeitig zum Abendessen nach Hause fahren, Mustangs beobachten.

Zwei Junghengste sehen beim Heu abladen zu und nähern sich dann vorsichtig der neuen Futterquelle.

 
 
Es dauert nicht lange und sie fressen vom Heu.
 
 
Jolene ist völlig begeistert von den wilden Pferden und freut sich an ihrem Anblick. Dabei nimmt sie ihren Dad bei der Hand. Jess freut sich ebenso, dass die Mustangs die Heugabe akzeptieren. Nach einer Weile des Beobachtens geht es wieder zurück zur Ranch mit einem jetzt leeren Wagen.

Jolene und ihr Dad hatten einen schönen Tag bei den wilden Pferden und in Jess ist der Ärger über Tommy etwas verraucht aber nicht verschwunden. Ein paar Tage später ist Tommy wieder auf der Ranch und Jess hat eine zündende Idee. Zuerst begrüßt er seine Pferde
Hi Champagne und April! April, du gehst bald auf Reisen zu Lyle und Kylie auf die Ponderosa.

April schmust mit der Stallkatze oder die Stallkatze mit ihm. Das weiß niemand so genau. Champagne guckt auch ganz neugierig aus der Box. Jess versammelt seine Jugendreiter und meint
So ihr Youngster, das passiert wenn man mit Pferden nicht liebevoll umgeht. Dann dürfen junge Cowboys mit überschüssigen Kräften nur noch Esel reiten. Tommy, wenn du auf die Idee kommst Lillybeth zu treten, die ist stur und dann erreichst du nur, dass sie stehenbleibt und sich nicht mehr von der Stelle rührt. So ein Esel kann einem durchaus vernünftiges Benehmen gegenüber Tieren beibringen. Guckt euch das an Girls und sagt mir Bescheid, wenn sich unser junger Cowboy nicht benehmen kann!

 
 
Jess muss grinsen während er Lillybeth am Halfter hält und Tommy macht gute Miene zum bösen Spiel, dass er jetzt zur Strafe nur noch auf einem Esel sitzen darf. Tommy schämt sich vor den Girls, die ihn gnadenlos auslachen.