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Kapitel 73
 
Jess und Jolene machen sich auf die weite Heimreise. Von Prissy haben sie noch ein dickes Fresspaket mit auf den Weg bekommen. Das Pony ist in einem der hinten am Zug angehangenen Viehwaggons verladen. Jess hat noch eine Schrecksekunde in einer Nacht der langen Bahnreise als er aufwacht und Jolene nicht mehr neben ihm ist. Da kommt einer der Zugbegleiter und sagt
Sir, Ihre Tochter ist beim Pony. Das hat sich hingelegt und die Kleine liegt bei ihm. Wir haben sie zugedeckt. Die Viehwaggons sind immer so zugig.

Jess ist erleichtert. Er hatte schon Bedenken, dass Jolene irgendwo ausgestiegen ist. Nach 5 Tagen Zugreise kommen sie in Laramie an und nehmen die Postkutsche nach Hause.

Das Pony lässt sich Jess von einem befreundeten Farmer im Wagen nach Hause fahren, da es weit ist und es nicht mit der schnellen Postkutsche Schritt halten kann.
Das muss man sich so vorstellen:

 
 
Farmer verladen alles mögliche auf ihren Fuhrwerken.

Zu Hause angekommen nehmen sich Laura und Jess bei der Hand und sind glücklich wieder zusammen zu sein.

 
 
Laura, Frank und die Mannschaft der TWR lachen über den Kauf des Zwergs für die Kids.
 
 
Jess grinst dazu und meint
Jolene fängt schon früh mit der Pferderettung an. Das hat sie vermutlich von mir. Ihre Mutter hätte dafür nichts übergehabt. Da konnte ein Pferd nicht nobel genug sein. Sie hat immer nur gelacht über den alten Zossen, den ich mir damals im Mietstall ausgesucht habe. Dabei war er so nett, hat es schnell kapiert mit dem Kompliment damit ich mit dem Gipsarm besser hochkam und man konnte gut auf ihm in den langsamen Gängen sitzen.

Dann geht Jess zu seiner kleinen Loretta, die er die ganze Zeit sehr vermisst hat. Die Kleine ist beweglicher geworden, sieht ihren Dad, streckt ihm ihre Ärmchen entgegen und kräht gleich
Dad, Arm!

 
 
Nach dem freudigen Wiedersehen mit der Familie will sich Jess das neue Pferd ansehen, dass sich Patrick gekauft hat. Jess wundert sich warum Patrick so geknickt ist und dann erzählt er
Dazzle Dance ist furchtbar ungestüm. Er ist gestiegen und hat sich schlimm am linken Hinterbein verletzt.
 
 
Patrick hat ihm einen Verband angelegt und führt ihn vor.
 
 
Jess beguckt sich den Hengst und schüttelt nur mit dem Kopf.
Den hätte ich mir auch gern gekauft. Hast du ein Glück, dass ich weg war! Aber ich hätte ihn dir schon überlassen. Patrick, ich will ja nichts sagen, aber der Hengst hinkt ganz gewaltig. Ich denke nicht, dass du ihn noch lange quälen solltest. Du weißt was kommt! Ich bin nicht scharf darauf ein so schönes Pferd zu erschiessen, aber quälen muss auch nicht sein. Das Pferd hat große Schmerzen. Das Leben ist schon hart. Ich hole die Winchester und du hälst ihn, dass es schnell geht und er nicht im entscheidenden Moment den Kopf verreißt.

Patrick guckt Jess nur entsetzt an und läuft weg.

Jess schimpft vor sich hin
So ein verflixtes Weichei, klar ist es Bullshit aber nunmal nicht zu ändern.

Abby ist da und läuft Patrick hinterher. Er schließt sich aber in seinem Zimmer im Ranchhaus ein und will mit niemandem sprechen. In der Zwischenzeit hat Jess seine Winchester geholt und flucht vor sich hin, dass der Mist immer an ihm hängenbleibt. Er nimmt Dazzle Dance, schießt und der Hengst wirft den Kopf hoch. Jess stutzt, sieht ihm in die Augen und nimmt sein Gewehr wieder über den Arm.

 
 
Er streichelt dem Hengst über den Kopf und meint
Junge, du hast noch so viel Feuer in den Augen, ich glaube wir machen da einen Fehler. Ich habe da so ein Bauchgefühl, das etwas anderes sagt.

Jess ruft laut nach Abby. Sie kommt und meint
Ich wusste gar nicht, dass Patrick so ein Seelchen sein kann. Nicht einmal mich will er sprechen. Jess, du hast doch geschossen und der Hengst steht da noch...

Jess grinst
Ja, jetzt bin ich auch ein Seelchen. Warum sollen Männer immer stark sein Abby? Ich habe plötzlich Skrupel bekommen. Du bist Ärztin. Ich habe mir das Bein gerade noch einmal angesehen und abgefühlt. Ich meine deutlich einen Riss im Knochen gefühlt zu haben. Konnte natürlich nicht lange tasten sonst erschlägt er mich. Sag mal, du hast doch sicher Gips? Wir werden das Bein eingipsen damit es Ruhe bekommt. Mich hat der Doc in New Orleans auch nicht erschossen mit den gebrochenen Knochen, Quetschungen, Zerrungen und was da noch alles kaputt war nach dem Unfall mit dem Bullen. Der muss mich einige Male durch die Arena geschleudert haben was ich nicht mehr mitbekommen habe.

Abby lacht
Du bist ja auch ein Mensch und kein Pferd, du Witzbold! Meinst du das geht?

Jess meint
Manchmal bewirkt Ruhigstellen Wunder. Wenn bei einem Bruch von zwei Knochen 5-6 Wochen reichen muss das auch für einen Riss reichen. Wenn es dann nicht klappt bleibt immer noch Erschiessen übrig. Wir bringen ihn ganz unten am Fluß auf die Weide mit dem Unterstand. Da kommt Patrick nie hin. Denk an deine ärztliche Schweigepflicht. Ich möchte nicht, dass Patrick da in ein Wechselbad der Gefühle gerät falls es doch schief geht. Ich kann seine Reaktion verstehen. Das ist nicht einfach nur ein Pferd für ihn sondern als Gypsy Vanner ein Stück Heimat aus Irland. Als ich solange in New Orleans fest gelegen habe und nicht weg konnte, haben mich auch nur die Bilder von meinen Eltern und von Laura aufrecht gehalten. Los jetzt, lass uns das Ganze eingipsen.

Jess hält Dazzle Dance und Abby macht sich ans Werk.

 
 
 
Nach getaner Tag holt Jess noch den Oldtimer dazu damit Dazzle Dance etwas Pferdegesellschaft hat.
 
 
Die Tage vergehen. Abby kann schweigen und Patrick hat sich so weit gefangen, dass er seine Arbeit verrichtet. Aber seine alte Fröhlichkeit findet er nicht wieder. Nicht einmal Bier oder Whisky wollen ihm schmecken.