<- Kapitel 79
 
Kapitel 80
 
Nachdem Jess seiner kleinen Jolene noch anerkennend auf die Schulter geklopft hat setzt er sich an den Frühstückstisch. Er zieht sich seine Stiefel aus und reibt sich seine Füsse.
Bullshit, ich bin nicht als Fussgänger erschaffen worden. Wozu habe ich so viele Pferde? Erst tritt einem Mary-Ellen dauernd beim Scheunentanz auf die Füsse und dann noch die ganze Nacht mit Charly durch die Gegend stapfen! Bullshit!

Jess guckt suchend über den Tisch und sieht eine passende Schüssel. Er kippt das Obst einfach auf den Tisch, geht zur Pumpe und lässt die Schüssel voll mit kalten Wasser. Dann zieht er seine Socken aus und steckt seine schmerzenden Füsse in die Schüssel und es kommt ein erleichterndes
Ah, das tut gut!

Laura und Frank gucken ihn nur strafend an, aber Jess lässt das völlig kalt. Er grinst Laura nur an und meint
Mädchen, du hast gewusst auf was du dich mit mir einlässt! Jetzt eben noch frühstücken und dann seid ihr mich los. Ich geh Matratze horchen bevor ich im Stehen wie ein Gaul einschlafe nach dieser Nacht.

Jeremy, Vicky und Patrick beeilen sich mit dem Frühstück und gehen dann lieber wieder ihrer Arbeit nach. Sie sind der Meinung, dass sie familiäre Differenzen nichts angehen. Sie kennen ihren Boss, den das ohnehin einen Bullshit schert wie er sagen würde.

Jess geht pennen ist aber vom Tagesablauf her ziemlich durcheinander und wacht pünktlich zum Mittagessen auf, das er sich nicht entgehen lässt. Auf richtige Arbeit mit Beritt hat er kein Verlangen und er kommt zu der Feststellung, dass er mal wieder im Schutzgebiet für die Mustangs zum Rechten sehen könnte. Vielleicht sind ja schon ein paar Fohlen da.

Er holt sich seinen Appaloosa Bingo von der Koppel und begegnet im Stall Jolene mit ihrer Shaggy. Jess traut seinen Augen nicht und murmelt:
Nein, ich glaubs nicht! Kann ich nicht mehr richtig gucken, so abgefüllt war ich gestern ja wirklich nicht. Die paar Gläser Bowle! Jolene! Lass das nicht Grandpa sehen! Der ist eigen mit seiner Jacke. Ich hab auch schon mein Fett wegbekommen wegen der dämlichen Schüssel.

Jess muss aber lachen bis ihm fast die Tränen kommen. Shaggy sieht mit der Jacke seines Vaters einfach zu albern aus.

 
 
Jolene meint dazu nur
Shaggy hat mir gesagt, dass ihr kalt ist und so kleine Decken haben wir nicht. Grandpas Jacke ist genau richtig.

Jess grinst
So, das hat sie dir gesagt! o.k., wenn du meinst Jolene! Lass dich nicht von Grandpa erwischen! Ich reite jetzt los und bin aber heute Abend wieder hier. So long!

Jess macht sich mit Bingo auf den Weg. Gewehr und Lasso hat er für alle Fälle dabei.

 
 
Unterwegs kann er einen einsamen Büffel in der Ferne beobachten.
 
 
Ein Stinktier kreuzt auch noch seinen Weg.
 
 
Hau bloß ab! Ich lege keinen Wert auf nähere Bekanntschaft mit dir! ist der Kommentar von Jess zu dieser Begegnung. Er reitet weiter und kann endlich eine kleine Herde Mustangs beobachten.
 
 
 
 
Jess beobachtet genau und stellt fest, dass der steigende Fuchspinto seine Herde sehr fest im Griff hat und auch nicht zimperlich mit Zubeißen ist. Er guckt sich um und sieht plötzlich einen jungen Hengst abseits stehen.
 
 
 
Als Pferdenarr schmilzt Jess dahin, als er den süßen Blick des jungen Hengstes sieht, der in dieser Herde wohl keine Chance hat.
 
 
Jess nimmt sein Lasso und fängt ihn kurzerhand ein. Der hübsche Kerl leistet gar nicht großartig Widerstand. Er scheint Menschen zu kennen.
 
 
Jess spricht mit ihm.
Na, du hübscher Wuschel! Du scheinst ja Menschen zu kennen. Ein Brandzeichen hast du nicht, also gehörst du jetzt mir und kommst mit auf die Tumbleweed. Ich glaube hier hast du keine Chance. Das endet nur mit Verletzungen oder noch schlimmer! Mit der starken Kruppe bist du auch kein Mustang. Vielleicht bist du ja von einem der Siedlertrecks entlaufen. Keine Ahnung! Aber wenn die nicht auf ihre Zossen aufpassen können nehme ich dich erstmal mit.

Jess krault ihn eine Weile und dann macht er sich auf Bingo mit dem gefunden Wuschel als Handpferd auf den Weg nach Hause.

 
 
Inzwischen schlägt das Wetter um und es regnet. Der Rückweg wird für alle ungemütlich. Zurück auf der Ranch sieht sich Jess den jungen Hengst von allen Seiten an.

Wuschel konnte es nicht lassen und hat sich im nassen Gras gewälzt.

 
 
 
Wie schon beim Einfangen festgestellt, gibt es kein Brandzeichen als Besitzhinweis. Auf spätere Nachfrage in Laramie beim Sheriff ergibt sich auch nichts und auch in Johns Laden hängt kein Aushang nach dem so ein Pferd von jemandem vermisst würde. Jess freut sich, dass er um so ein schönes Pferd, das mit Sicherheit Quarterhorseblut in sich hat, reicher ist.