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Kapitel 83
 
Laura weiß, dass viele Zuschauer auf der Parade zum Independenceday sehr irritiert zugesehen haben, dass Jess die kleinen Mädchen so hautnah mit den Bullen umgehen lässt. Sie weiß aber ganz genau, dass ihr Mann nichts riskiert was seinen Töchtern schaden könnte. Da ist Jess sehr verantwortungsbewusst. Seit Jolene auf der Tumbleweed zu Hause ist hat er ihr immer genau das Verhalten der verschiedenen Tiere erklärt und wie man am besten mit ihnen umgeht, so dass sie dem Menschen vertrauen und ihn nicht gleich als Feind sehen. Die Kleine hat genau wie ihr Vater die Gabe sich in das Verhalten von Tieren hineinzuversetzen und kann daher gut mit ihnen umgehen auch mit Wildtieren. Das soll sich bald zeigen. Zwei Tage nach der Parade spielt Jolene draußen und hört plötzlich etwas in den Blättern rascheln. Sie sieht überrascht hoch und entdeckt dort ein Tier.
 
 
Es ist ein junger Baumstachler, der sich etwas ungeschickt bewegt und Jolene direkt vor die Füsse purzelt. Jolene weiß von ihrem Dad, dass es sich um einen Baumstachler handelt. Sie spricht mit ihm und hält ihm eine Möhre hin.
 
 
Arme Josefine, bist du aus dem Baum gefallen? Du hast dir ja weh getan und hinkst.

Der Urson geht gleich zielstrebig auf die Möhre zu.

 
 
In dem Moment kommt Opa Frank und will Jolene vor dem Baumstachler retten. Er gestikuliert wild und schreit. Da stellt der Baumstachler seine Stacheln auf.
 
 
Er dreht sich mit seinem Hinterteil zu Opa Frank und dann passiert es - er schießt seine Stacheln zur Verteidigung ab.
 
 
Opa Frank wird erwischt und flucht laut:
Du gottverdammtes Mistvieh, ich bring dich um!

Jolene heult laut:
Nein, Grandpa, nein, Josefine hat doch nur Angst vor dir gehabt.

Jess ist im Stall und will mit Patrick besprechen was arbeitsmässig am nächsten Tag anliegt. Da hört er den Tumult draußen.

 
 
Jess lässt Bingo stehen, gibt Patrick schnell den Auftrag ihn zurück in den Stall zu bringen und rennt ganz schnell los zum Ort des Geschehens.

Dort sieht er Jolene mit seinem Vater stehen, der vorwurfsvoll einen Stachel in der Hand hält.

 
 
Jess muss trotz der eskalierten Lage grinsen.
Dad, wie war das noch? Man soll nicht vor Kindern fluchen, steht auch außerdem in der Bibel. Hat dich der Baumstachler erwischt? Du hälst den Stachel so grantig. Wo hat er dich denn erwischt?

Frank guckt ganz grimmig und reibt sich sein Hinterteil. Jess erfasst die Lage gleich und schüttet sich aus vor Lachen. Er japst:
Herzlichen Glückwunsch, du hast soeben die Ar..karte gezogen! Dad, jetzt bloß nicht bewegen, da sitzt noch was vom Stachel in deinem Ar..., sorry Allerwertesten. Bei jeder Bewegung bohrt sich das noch tiefer ein. Bleib schön stehen als lebendes Denkmal wie man nicht mit Baumstachlern umgehen sollte. Das kommt von deinem Rumbrüllen. Jolene hat sich ganz richtig verhalten. Sie kann schon ganz gut auf sich selbst aufpassen im Gegensatz zu dir.

Frank knurrt nur noch:
Auf deine Klugscheißerei kann ich verzichten Jess. Ich bring dich um.

Jess lacht:
Denk dran, nicht bewegen, mit etwas Glück kommt Abby gleich. Sie kennt ja dein Hinterteil bereits von der Sache mit dem Furunkel.

Dann wendet er sich Jolene zu.
Was ist denn los mit dem Baumstachler?

Jolene guckt ihren Dad an und meint:
Das ist Josefine, sie ist aus dem Baum gefallen und hat sich weh getan.

Jess
Wieso Josefine?

Jolene
Das hat sie mir erzählt. Ich habe ihr eine Mohrrübe gegeben. Du hast mir mal erzählt, dass Baumstachler Laub, Triebe, Früchte u.s.w. essen. Die wollte sie auch nehmen und dann kam Grandpa und hat so rumgeschrieen. Da hat Josefine Angst bekommen.

Jess grinst:
So, das hat sie dir also erzählt. Und wenn deine Josefine ein Joe ist? Ich guck da nicht drunter, bin ja nicht blöd.

Jess holt ein dickes Sattelpad und greift sich den Baumstachler.

 
 
So macht man das Dad! Dann wird man auch nicht in den Ar...geschossen.

Jess stellt fest, dass die Vorderpfote nicht gebrochen ist und sich das Tier wohl nur beim auf dem Boden aufkommen vertreten hat. Der Urson schmiegt sich ganz vertrauensvoll an Jess. Jolene ist ganz begeistert während Opa Frank immer noch vorwurfsvoll guckt.

 
 
Wie kann man bloß als Baumstachler aus dem Baum fallen Josefine? Du bist wohl genau so schusselig wie ich es manchmal bin.

Nach der Untersuchung lässt Jess den Baumstachler wieder laufen.

 
 
In der Zwischenzeit hat Abby von Patrick gehört, dass Opa Frank einen Zusammenstoss der unangenehmen Art hatte.
Sie kommt auf ihrem Joker angeritten und hat ein Schild aus Jess`Wohnzimmer dabei.
Hallo, ich hab schon gehört was passiert ist. Jess, ich habe das Schild mitgebracht. Ich wollte das mal mit dem echten Tier vergleichen. Ich habe so ein Tier noch nie gesehen, hatte wohl im Holzfällerlager schon mit ihren Stacheln zu tun.

Opa Frank
Ich glaubs nicht, ich leide und du vergleichst das Schild mit dem Tier. Du bist ja genau so irre wie mein Sohn.

Jess lacht
Abby, du gefällst mir. Lass meinen Alten ruhig etwas zappeln! Selbst schuld! Das Schild hängt als Schmuck an der Wand im Wohnzimmer. Ich habe es von Chato und Leotie geschenkt bekommen. Es ist aus Stacheln vom Baumstachler gefertigt. Die Lakota nehmen die Stacheln auch als Zierde für Körbe und Bekleidung. Ich glaube dir sofort, dass du schon bei den Holzfällern mit den Stacheln zu tun hattest. Die Viecher sind nachtaktiv und dann kommen die Holzfäller und schmeißen sie lautstark aus ihrem Bett im Baum. Da würde ich mich auch bedroht fühlen. Das ist ja dasselbe als würde einen jemand mitten in der Nacht mit Gebrüll aus dem Bett werfen.

 
 
Opa Frank steht immer noch da mit dem rausgezogenen Stachel in der Hand wie ein lebendiger Vorwurf. Jess guckt seinen Vater grinsend an und meint:
Denk dran nicht bewegen! Sonst dreht sich der Rest vom Stachel noch tiefer ein und es tut noch mehr weh. Abby walte deines Amtes als Doc!

Opa Frank
Hier draußen? Ich bring dich um Jess. Dafür kriege ich vor jedem Gericht mildernde Umstände. Was habe ich getan um mit diesem Sohn gestraft zu sein?

Jess lacht laut:
Denk dran, nicht bewegen Dad! Du kannst dann demnächst schön im Stehen essen. Ich glaube Jolene und ich gehen jetzt lieber ehe du uns erschlägst und Abby du kannst jetzt tun was du tun musst. Immer schön stillhalten Dad, ein harter Kerl kennt keinen Schmerz. Komm Jolene, ich glaube wir zwei essen heute Abend lieber im Stall.