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Kapitel 93
 
Nach der Episode mit Grumble, der Jess doch gewaltig erschreckt hat, als er so plötzlich vor ihm stand nimmt ihm die Crew und auch Laura und sein Vater weiterhin alles ab was anstrengend sein könnte. Jess kommt sich immer mehr bemuttert vor was er gar nicht ab kann. Er ist es einfach als Cowboy und Bullrider nicht gewöhnt umsorgt zu werden.
 
 
Eines Nachts als er wieder einmal mangels körperlicher Auslastung nicht in den Schlaf kommt, hört er die Trommeln der Lakota, die eine gute Jagd verkünden. Jess freut sich für die Indianer - Chato ist wieder mit seinem Stamm in der Gegend. Er erinnert sich an die Worte seines Blutsbruders - Wir sehen uns wieder Grauer Wolf, irgendwann - irgendwo!

In Jess nimmt ein Gedanke Formen an: Auf zu den Indianern, die einen nicht in Watte packen so gut es auch gemeint ist!

Am nächsten Abend verabschiedet er sich in einem unbeobachteten Moment von seiner kleinen Loretta.

 
 
Er geht wie gewohnt zusammen mit Laura ins Bett. Als die Hälfte der Nacht um ist wacht er auf und packt seine Sachen. Er nimmt seine Jacke mit, dicke Decken um sich nicht wieder im Tipi den Hintern abzufrieren, Kaffee!!! und als Gastgeschenk einen großen Sack Mehl. Es klingt nicht wertvoll, ist aber für die Lakota Gold wert, da ihnen kaum ein Weißer in den Geschäften der umliegenden Städte und Dörfer etwas verkauft. Die Lakota sind arm, haben kein Geld höchstens Felle zum Tausch wo sie auch noch meist von Weißen über den Tisch gezogen werden. Jess überlegt, dass er wohl bei der Sache mit dem Elch nicht fit war, dass er einfach seine Winchester über das Sattelhorn gehängt hat.

Sie soll in Zukunft seine Schulter nicht mehr verlassen. Das passiert ihm nicht mehr, dass ein Pferd einfach mit seinem Gewehr Fersengeld gibt.

 
 
Während er packt und seinen Gedanken nachhängt taucht die kleine Jolene auf, die ihren Vater gehört hat. Sie sagt leise weil sie Laura nicht wecken will:
Dad was hast du vor? Warum packst du ? Willst du weg?

Jess:
Psst, Jolene, leise! Ich will die Lakota besuchen, ich habe meinen Blutsbruder Chato schon so lange nicht mehr gesehen.

Jolene:
Dad, du sollst doch nicht reiten und dich schonen. Wenn Mom das merkt! Darf ich mit?

Jess gibt sich geschlagen.
o.k., aber keinen Mucks, hol deine dicke Jacke, aber leise, weck nicht Loretta auf!

Er schreibt Laura einen Zettel:
Liebste Laura, sei mir nicht böse, aber ich brauche eine Auszeit. Ich bin bei den Lakota. Ihr braucht mich nicht zu suchen, ihr habt ja ohnehin Angst skalpiert zu werden Jolene ist bei mir. Sie ist alt genug eine andere Kultur kennenzulernen. So long bis irgendwann...Jess!

Am nächsten Morgen wundert sich Laura über das leere Bett an ihrer Seite und findet den Zettel. Sie läuft atemlos zu Frank:
Lies das mal, der Lümmel ist einfach abgehauen! Dein Sohn ist unmöglich. Wir haben doch alles für ihn getan, warum macht er das?

Frank liest den Zettel und tröstet Laura:
Weißt du Laura, so war er als Kind schon. Übermässiges Bemuttern kann er nicht leiden und er versucht sich zu entziehen. Schon seltsam, er war immer an der Seite seiner Mutter ohne je ein Müttersöhnchen gewesen zu sein. Er hat sie abgöttisch geliebt und sie ihn. Als er auf der Welt war, war ich abgemeldet bei Margaret und nur noch Jess zählte. Ich weiß noch als ich ihn im Alter von drei Jahren das erste Mal mit bei Matt Henderson hatte und er gleich in einem unbeobachteten Augenblick inmitten der Rindviecher war. Matt hat nur gelacht und gemeint, dass mein Kleiner mal Cattlerancher wird. Es ist mit Bullriding dann anders gekommen. Diesen Job beim Rodeo hat er seiner Mutter immer verschwiegen damit sie nicht noch mehr Angst um ihren Sohn haben muss. Lass ihn, er kommt schon irgendwann wieder wenn ihm der Sinn nach Zivilisation steht. Das kann bei ihm aber dauern! Auch noch die Kleine mit zu den Wilden zu nehmen, obwohl es ist ja doch wohl anders als wir von den Lakota denken. Ich vertraue da meinem Sohn. Er wird wissen was er tut Laura.

Jess hat inzwischen schon ein großes Stück in Richtung Grand Teton zurückgelegt. Er hat Jolene in eine Decke gewickelt vor sich im Sattel auf Dandy, einem zuverlässigen starken Bay Roan Quarterhorse aus seiner Zucht.

 
 
Unterwegs begegnen Jess und Jolene zwei Cowboys von Matt Henderson, die dabei sind einen entlaufenen Longhornbullen einzufangen.
 
 
Jess fragt sie nach der Lagerstätte der Lakota. Sie wissen es aber nicht genau und meinen nur Hauptsache die Rothäute schlachten nicht unsere Rinder.

Jess meint daraufhin nur:
Falls doch, Matt Henderson weiß Bescheid, dann schickt mir die Rechnung.

Die beiden Cowboys haben wenig Verständnis und reiten mit dem eingefangenen Bullen weg.

Jess und Jolene reiten weiter. In einem Baum sehen sie einen Baumstachler zu dem Jolene ganz verzückt meint:
Vielleicht ist es ja Josefine!

 
 
 
Jess muss laut lachen, weil er an seinen Dad mit dem Stachel im Hintern denken muss.

Sie reiten weiter und begegnen dem Trapper Gus Ferguson.

 
 
Jess hält Dandy an.
Howdy Gus! Weißt du wo die Lakota genau ihr Lager aufgeschlagen haben?

Der Trapper antwortet:
Am Fuss des Grand Teton am kleinen See, dort gibt es reichlich Fische und noch viel gutes Gras für die Indianerponies. Ich habe mit Chato Tauschgeschäfte gemacht. Er hatte gute Felle.

 
 
Chato konnte gleich zwei Büffel schießen und damit ist der Stamm gut versorgt über den Winter. Weiß der Geier woher er das Gewehr hat! Ich dachte immer die Regierung hätte den Lakota alle Schusswaffen abgenommen.
 
 
 
Jess erwidert:
Danke Gus, denk dran, ich dulde auf Gebiet der Tumbleweed kein Fallen stellen, so long, muss weiter!

Im Stillen muss er grinsen wegen dem Gewehr, das er Chato geschenkt hat. Er nutzt es also gut zum Wohl seines Stammes.

Jess und Jolene reiten weiter und sehen einen Pferdeschädel. Das restliche Skelett ist weg, von Raubtieren verschleppt und aufgefressen.

 
 
Jess setzt seinen Weg in Richtung des Sees fort. Plötzlich ertönen Trommeln. Jolene ist es unheimlich. Jess beruhigt sie.
Das sind die Späher der Lakota. Sie haben uns längst gesehen und verkünden unser Kommen. Du musst keine Angst haben.

Plötzlich steht Leotie, die Frau des Häuptlings Chato, vor ihnen.

 
 
Ihr jüngstes Kind hat sie bei sich.
 
 
 
Jess begrüßt sie herzlich und Jolene spürt instinktiv, dass sie keine Furcht haben muss, wenn ihr Vater so selbstverständlich mit der Indianerin umgeht.
 
 
Leotie gewinnt gleich Jolenes Herz als sie ihr den indianischen Namen Winona gibt - Erstgeborene!

Sie sieht dem Grauen Wolf die Müdigkeit nach dem beschwerlichen Ritt an und nimmt ihm die Kleine ab.

 
 
Jess reitet mit seinem Gepäck Leotie hinterher zum kleinen See.
 
 
Im Lager der Lakota herrscht ein buntes Treiben. Der Häuptling Chato steht im Mittelpunkt und beobachtet die Bogenschützen. Der Medizinmann tanzt eine Danksagung für die gute Jagd.
 
 
Chato begrüßt Jess sofort. Er nimmt ihn an den Schultern.
Mein Bruder! Ich wusste es, wir sehen uns wieder Grauer Wolf. Du siehst müde aus.

Chato winkt einem jungen Krieger, dass er sich um das Pferd von Jess kümmern soll. Der meint nur:
Das ist ein Weißer, ich mache nichts für ein Bleichgesicht.

Chato herrscht ihn an:
Willst du meinen Befehl in Frage stellen? Dieser Weiße hat unseren Stamm gerettet vor den Soldaten und der Bürgerwehr aus Laramie. Er ist mein Blutsbruder.

Der junge Krieger fügt sich und kümmert sich um Dandy. Er sattelt ihn ab, reibt ihn trocken und stellt ihn zu den Indianerponies.

Jess sagt:
Sei nicht so streng mit deinem jungen Krieger! Ich kann ihn verstehen. Auch bei uns Weißen gibt es genug Menschen, die über die Rothäute schimpfen und sie am liebsten tot oder in Reservate eingesperrt sehen würden. Guck dir die Kinder an! Vielleicht machen sie später alles besser als wir und die Generationen vor uns.

Jolene hat sich ohne Lakota zu sprechen schon mit einem Indianermädchen angefreundet, dass den großen Sack Mehl vor sich stehen hat.

 
 
Chatos ältester Sohn imponiert mit seinen Reitkünsten.
 
 
An diesem ersten Abend fällt Jess im Tipi von Chato und Leotie sofort in einen tiefen traumlosen Schlaf. Jolene hat sich an seine Seite gekuschelt.

Am nächsten Morgen führen Chato und Jess ein Gespräch unter Männern. Chato spricht ihn gleich darauf an, dass er nicht gut aussieht und auch am Morgen keinen ausgeruhten Eindruck macht. Also muss Jess rausrücken mit seiner verschleppten Erkältung und den Herzattacken.

Chato meint:
Grauer Wolf, ruh dich hier aus, du kannst solange bleiben wie du möchtest! Um deine Kleine kümmert sich Leotie. Sie spielt mit unseren Kindern. Meine Krieger kümmern sich um dein Pferd. Es ist für alles gesorgt.

Ohne Jess`Wissen sagt er auch gleich dem Medizinmann Bescheid. Jess will sich gerade einen ordentlichen Kaffee kochen.

 
 
Da erscheint der Medizinmann. Er hält eine Schale in der Hand.
 
 
Zu Jess Verwunderung spricht er in sehr gutem Amerikanisch:
Grauer Wolf, ich habe von Chato gehört was mit dir los ist. Der Kaffee der Bleichgesichter tut dir nicht gut. Trink das, der Tee wird deinem Herzen gut tun.

Jess ist völlig verdattert und muss die weitere Bemutterung hinnehmen. War wohl nichts mit Kaffee!

Nach einigen Tagen merkt er aber, dass ihm die Kräuter des Medizinmannes gut tun. Er fühlt sich deutlich besser und langsam auch wieder stärker.

Jolene genießt das bunte Treiben im Lager.

 
 
Sie beobachet Chato vor dem sie großen Respekt hat auf seinem Pferd.
 
 
Jess und Jolene essen im Indianerlager nicht nur gutes Büffelfleisch sondern auch viel Fisch, den der See hergibt. Es legt wieder ein junger Krieger mit seinem Fang am Ufer an.
 
 
Jess kann es sich gut gehen lassen und ausruhen. Er kann immer gut entspannen beim Beobachten der Pferde.
 
 
Leotie arbeitet auch mit Pferden.
 
 
Die Junghengste messen ihre Kräfte was Jess mit Vergnügen beobachtet.
 
 
Jolene verbringt ihre Zeit mit den Kindern der Lakota. Sie spielen die Spiele der Indianer, Fangen, Ballspiele, verstecken. Sie hat viel Spaß in dieser Zeit.

Jess hat viel Zeit seinen Gedanken nachzuhängen. Er überlegt ob es richtig war das Findelkind zu Kylie und Lyle zu schicken. Der Sheriff hatte keine Lust lange nach der Mutter zu fahnden. Er hat einfach zuviel mit Viehdiebstahl zu tun, den es zu ahnden gilt um schlimmere Weidekriege zu verhindern. Beim Gedanken an das kleine Mädchen bekommt Jess immer mehr Sehnsucht zu seiner Laura und der kleinen Loretta und so beschließt er nach 14 Tagen wieder den Weg zur Tumbleweed anzutreten.

 
 
Der Rückweg bergab ist leichter zu bewältigen und schneller. Laura sieht erfreut, dass Jess erholter aussieht. Sie macht ihm keine Vorwürfe sondern ist einfach nur froh ihren Mann und Jolene wieder bei sich zu haben.
 
 
 
 
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