<- Kapitel 97
 
Kapitel 98
 
Nach der gelungenen Halloween Feier hält der Alltag wieder Einzug auf der Tumbleweed. Jess plagt die Sorge um Grumble, den zahmen Elch. Es ist Spätherbst und die Jagdsaison ist in vollem Gange. Als Besitzer der drittgrößten Ranch in der Gegend um Laramie kann Jess nicht überall die Augen haben. So überlegt er wie man einen Elch als Besitz kennzeichnen kann so weit man ein Wildtier als Besitz bezeichnen kann. Bandagen sind nicht geeignet. Er könnte im Unterholz oder Unterwasser in den Pflanzen hängenbleiben. Mit einer Kennzeichnung mit dem Brandeisen würde Jess Grumbles Vertrauen für immer verlieren, ist also auch nicht die Lösung. Dann hat Jess eine zündende Idee. Er hat noch Bänder in der Signalfarbe Orange.
 
 
Grumble gewöhnt sich schnell daran und trägt sie wie eine Auszeichnung am Geweih.
 
 
Jess grinst:
Sieht ja vielleicht etwas albern aus aber damit dürfte jeder Trottel erkennen, dass Grumble etwas Besonderes ist.

Nachdem Grumble so gekennzeichnet ist geht Jess auf die Weide um nach seinem alten Splash zu sehen der ihm bereits entgegenläuft.

 
 
Laura hat darauf geachtet, dass ihr Mann seine Jacke angezogen hat. Es wird immer kälter in den Rocky Mountains. Jess spricht mit seinem Splash und hat auch ein Leckerchen für ihn wie immer.
 
 
Die Ranchcrew nimmt Jess weiterhin die meiste Arbeit ab und so überlegt er wie er den Tag verbringen könnte. Er beschließt zu seinem Nachbarn Matt Henderson zu reiten und nachzusehen was sein Zugpferd macht und ob die beiden Cutter, die er ausgebildet hat, ihre Arbeit in Hendersons Herden gut machen. Unterwegs möchte er als Abwechslung zum Rindfleisch einen Hirsch schießen. Jess entschließt sich für den Ritt den gutmütigen Appaloosa Big Jake mit dem ausgreifenden Schritt zu nehmen.
 
 
 
 
Jess ist in zügigem Tempo unterwegs und kann auch erfolgreich einen Hirsch schießen ohne einen Jagdhund dabei zu haben.
 
 
Der älteren Emily will er den Weg zur T-Bone-Ranch nicht zumuten. Jess überzeugt sich, dass die beiden Cutter gut arbeiten. Danach sieht er sich das Zugpferd an.
 
 
Die Druckstellen sind abgeheilt und Matt Henderson bestätigt Jess, dass der Shire gut im unterpolsterten Geschirr läuft. Dann meint er:
Jess, du siehst immer noch etwas schmal aus. Jetzt warst du solange unterwegs. Ich habe einen chinesischen Koch neu angestellt. Der kocht ganz hervorragend. Schlag dir den Bauch voll und reite dann erst zurück! Du bist gern eingeladen.

Jess lässt sich nicht zweimal bitten und reitet zu Hendersons Ostweide wo der Küchenwagen steht. Von weitem hört er schon den chinesischen Koch laut lamentieren:
Du Untiel, du haben alles Fleisch fül die Hands von Mistel Hendelson geflessen. Was soll ich jetzt kochen? Du kein Göttelhund Ban Hu, du Ausgebult des Teufels! Ich dil schneiden Kehle durch, dann es gibt Chop Suey. Cowboys das nicht melken, wissen Lat, blauchen Albeit bei Mistel Hendelson.

Jess amüsiert sich köstlich über das "R", das der Chinese nicht sprechen kann. Dann erstirbt ihm das Grinsen auf den Lippen als er sieht, dass der Koch sich den Hund schnappt und ihm sein großes Küchenmesser an die Kehle hält. Der Hund spürt den Ernst der Lage und schreit in nie gehörten Tönen.
Stop, Chinamann, sofort aufhören, sonst lernst du mich kennen! Ich bin Jess Harper und dulde so etwas nicht.

Der Koch lässt den Hund vor Schreck über die tiefe laute Stimme von Jess los.
Mistel Halpel, diese Hund ist ein Untiel und hat alles Fleisch geflessen.

Jess kann nicht mehr vor Lachen.
Sag lieber Jess, ich glaube, das ist einfacher. Du solltest deinen Hund besser erziehen und füttern, Chinamann.

Der ist immer noch total wütend.
Ich töten Hund, schlimmel Dieb, kein Hund del Göttel.

Jess steigt vom Pferd.
Langsam machst du mich sauer. Reize mich nicht, sonst schneide ich dir deinen Zopf ab. Glaub mir ich kann mit dem Messer umgehen!

Der Chinese wird ganz blass.
Aber was ich soll kochen für so viele Leute, Fleisch weg!

Jess lacht:
Wir machen einen Deal, du kriegst meinen Hirsch, ich kriege deinen Götterhund Ban Hu oder wie immer dieser Bandit heißt.

Der Koch ist froh den Hund los zu werden. Er kocht eine hervorragende Mahlzeit mit Hirschfleisch. Jess schlägt sich den Bauch voll bis ihm schon fast übel ist. Dann nimmt er Kontakt zum Chow Chow auf.

 
 
Zwischen dem Hund und Jess ist es Liebe auf den ersten Blick. Der Hund erkennt Jess mit seiner tiefen Stimme und Verständnis für Hunde gleich als Boss an und schließt sich ihm bereitwillig an. Das erste Stück läuft der Hund neben Big Jake her.
 
 
Jess stöhnt:
Man Hund, bin ich vollgefressen. Dein Herrchen hat wenig Ahnung von Hundeerziehung aber kochen hat er drauf. Deine Wampe wackelt auch hin und her vom vielen Fleisch das du gestohlen hast und ein Meilenfresser bist du auch wohl nicht. Also absteigen und aufs Pferd hieven! Pech gehabt Big Jake, leichter als der Hirsch ist unser klauender Götterhund auch wohl nicht.

So setzt der Hund auf Big Jake seinen Weg fort.

 
 
Unterwegs muss Jess einige Male aufstossen. Zu seinen beiden Begleitern meint er:
Gut, dass es jetzt unterwegs passiert! Haufen ist eingefallen. Laura und Dad würden meckern, bei der Kleinen sind Bäuerchen so süß. Selbst schuld wenn man sich so überfrisst, aber das Chinaessen war verdammt gut!

Langsam aber sicher kommen die Drei wieder am Stall an. Jess stellt Big Jake in die Box nicht ohne ihm eine große Ration Futter zu geben.

Frank und sein kleiner Schnauzer, Jolene und Laura kommen hinzu.

Frank:
Was ist das denn, wieder einmal Hunderettung? Man kann dich nicht allein weglassen Jess!

 
 
Jess grinst nur:
Ach Dad, das ist ein Fleisch klauender Götterhund, den Hendersons Chinakoch im Chop Suey enden lassen wollte. Das geht doch nicht!

Jolene nimmt gleich Kontakt zum Hund auf, der sich auch mit Emily Jess`Golden Retrieverhündin verträgt. Er ist einfach nur lieb.

Inzwischen kommt die kleine Loretta, nimmt ihre Arme hoch und ruft:
Dad, Arm! Oh Doggie!

 
 
Jess gibt seiner kleinen Loretta einen Willkommenskuss und setzt sie auf den großen Hund.
 
 
Der findet das gut so im Mittelpunkt zu stehen. Jess meint:
Wie soll der Dieb denn jetzt heißen? Bandit?

Jolene meint:
Oh er hat so weiches Fell wie unser Teddy zum Spielen. Teddy wäre doch ein schöner Name.

Während Laura Emily streichelt, nimmt Jess seinen Hut ab.
Ein Cowgirl, das einen Teddy reitet, braucht unbedingt einen Hut.

 
 
Frank schüttelt seinen Kopf aber muss sich damit abfinden, dass jetzt ein chinesischer Götterhund mit Namen Teddy auf der Tumbleweed wohnt.
 
 
 
Tumbleweedranch | November 2013 | top
Impressum