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Kapitel 113
 
Jess ist zufrieden, dass sein Familienleben wieder in Ordnung gekommen ist. Er hat einige Besorgungen in Laramie zu tätigen und so kommt es, dass er beim Sheriff die Anzeigen liest wieviele Abschüsse bei Wapitis und Büffeln noch gemacht werden dürfen und stellt fest, dass die Regierung den Abschuss verboten hat. Er meint zum Sheriff Roy:
Nicht weiter schlimm, wir haben genug Rindfleisch und meinen Tatanka mag ich lieber lebendig. Er ist sehr zahm geworden. Ich kann schon mit meinem Sohn auf ihm reiten.
 
 
Roy meint:
Deine Sorgen möchte ich haben. Die Stadt ist voller verrückter Cowboys. Hier gehen so einige Viehtriebe im Moment durch. Ich konnte den Jüngeren der Doolin Brüder festnehmen und zwei Marshals waren da und sind jetzt unterwegs mit dem Banditen in einem Gefängniswagen nach Cheyenne wo er vor Gericht gestellt wird.

In dem Moment randaliert ein Insasse einer Zelle.
Ha, der kommt nicht in den Knast. Sein Bruder wird ihn bei Devils Bend aus dem Gefängniswagen holen mit seiner Bande. Ich habs genau mitbekommen, dass der Ältere am Zellenfenster war.

Roy stutzt.
Bullshit, was mach ich denn jetzt? Ich kann hier nicht weg sonst haben wir hier das totale Chaos mit den Cowboys. Die Bürger trauen sich kaum noch auf die Straße. Sag mal Jess, du kennst doch Marshal Wiley Peters gut von früher? Könntest du nicht schnell reiten? Du hast ein schnelles Pferd und kannst mit deiner Winchester umgehen. Ja, das ist es! Hier ist der Stern, du bist jetzt Hilfssherif, reite los!

Jess ist völlig überrumpelt. Für Roy würde er es nicht unbedingt tun, aber Wiley kennt er gut von vielen Pokerabenden und will ihn nicht hängen lassen. Er ist mit seinem Vollblutmix gut beritten und hofft rechtzeitig vor Ort zu sein und eingreifen zu können.

Er reitet was Sato`s Little Dream hergibt und kommt gerade rechtzeitig um in eine üble Schießerei einzugreifen.

 
 
Wiley Peters und sein begleitender Marshal wehren sich verzweifelt gegen die Bande, die den Gefängniswagen überfällt aber sie sind in den Felsen von Devils Bend in einer üblen Falle. In dem Moment taucht Jess auf. Er kommt gerade rechtzeitig um mit seiner Winchester einzugreifen. Der ältere der Doolin Bande schießt auf Jess und trifft ihn und sein Pferd. Jess kann gerade noch abspringen und hinter einem Felsen Deckung suchen. Sein Pferd sackt zusammen. Er selbst lädt seine Winchester und schießt. Eigentlich will er Doolin an der Schulter treffen aber in dem Moment reißt er sein Painthorse hoch und so trifft der Schuß direkt ins Herz des Banditen. Wiley Peters und der andere Marshal, der den Gefängniswagen fährt, wehren sich genau so erbittert und so ziehen sich die Banditen zurück als sie merken, dass ihr Boss tot ist. Jess merkt erst später als alles vorbei ist, dass ihm Blut warm in den Stiefel läuft.

Laura wundert sich, dass ihr Mann nicht aus der Stadt zurückkehrt und meint zu Frank:
Dein Sohn wird doch wohl nicht etwa im Saloon beim Pokern hängengeblieben sein!

Frank zuckt mit den Schultern:
Keine Ahnung Laura! Er wird schon wiederkommen. Wer weiß was ihn aufgehalten hat!

Laura macht sich immer mehr Gedanken wo ihr Mann abgeblieben sein könnte. Am nächsten Vormittag kommt Jolene ganz schnell angelaufen:
Mom, Grandpa, guckt mal, da kommt ein komischer Wagen und ein Reiter davor!

Frank und Laura treten vor die Haustür. Laura fragt:
Was ist das für ein Wagen? So was habe ich noch nie gesehen.

Frank antwortet:
Das ist ein rollendes Gefängnis Laura.

Ein geschlossener Wagen mit einem vergitterten Fenster hält an und ein breitschultriger Marshal steigt von seinem Pferd:
Ist hier die Tumbleweed Ranch? Bin ich hier richtig?

Frank anwortet:
Ja, hier ist die Tumbleweed. Was wollt ihr hier, Rast machen und Pferde tränken?

Wiley Peters:
Nein, ich will einen ganz gefährlichen Mann hier abliefern.

Laura wird ganz blass.
Nein, wir nehmen keine Kriminellen. Frank, sag doch auch mal was, mein Mann ist doch nicht da.

Wiley Peters grinst und macht die Tür zum Gefängniswagen auf.
Los aufwachen du Schlafmütze, hast ja lange genug geflucht über den nicht gefederten Wagen und bist dann endlich eingeschlafen. Wir sind da, ich helf dir beim Aussteigen.

Laura unternimmt noch einen letzten Versuch.
Nein, wir nehmen hier keine kriminellen Subjekte auf. Fahrt endlich weiter!

Der Marshall öffnet die Tür und hilft einem Mann die Treppe herunter. Jess bedankt sich.
Danke Wiley, legst du mir noch bitte Sattel und Zaumzeug raus von meinem Pferd!

Dann humpelt er in Richtung Laura und Frank und meint:
Was ist das denn? Ich hatte mir die Begrüßung etwas stürmischer vorgestellt!

Wiley Peters meint:
Ich und mein Begleitmarshal haben Jess unser Leben zu verdanken. Er hat den Älteren der Doolin Bande erschossen. Der Jüngere sitzt im Wagen und wird in Cheyenne vor Gericht gestellt. Jess hat einen glatten Durchschuss am Oberschenkel und wollte nicht in Rawlings bleiben. Der Doc hat die Wunde gesäubert und eigentlich soll er eine Woche im Bett bleiben. An Reiten ist nicht zu denken und so habe ich ihm angeboten ihn hier abzuliefern. Sein Pferd ist tot. Jess, du bekommst als Ersatz das Painthorse von Doolin. Mag er ein Bandit gewesen sein, aber der Hengst ist gut geritten.

Wiley Peters macht ihn vom Gefängniswagen los.

 
 
 
 
Laura hat keine Augen für das Pferd sondern nur für ihren Mann.
Jess, was machst du für Sachen! Komm ins Haus und leg dich wieder hin! Du hättest tot sein können.

Jess genießt es, dass Jolene und Loretta angerannt kommen und ihn umarmen. Dann verabschiedet er sich von den Marschals und humpelt ins Haus. Dort setzt er sich auf das Sofa im Wohnzimmer und legt sein Bein hoch auf den Wohnzimmertisch. Jolene schiebt ihrem Dad gleich ein Kissen darunter. Jess grinst mit Blick auf seinen Vater Frank:
Brauchst gar nicht so gucken Dad, ich darf mich jetzt mit ärztlicher Erlaubnis daneben benehmen. Mist, der Verband ist schon wieder voller Blut und ich möchte so gern das Painthorse ausprobieren.

Dann sieht er Laura nachdenklich an.
Das war das erste Mal, dass ich einen Menschen erschossen habe. Eigentlich habe ich auf Doolins Schulter gezielt damit die Ballerei ein Ende hat. In dem Moment reißt der sein Pferd hoch und so ging der Schuss ins Herz. Die 1000 Dollar Belohnung tot oder lebendig wollte ich nicht. Ich habe den Marshals gesagt, sie sollen das Geld für Marshals nehmen, die bei ihrer Arbeit verletzt oder getötet wurden und ihren Angehörigen damit helfen.

Laura sorgt dafür, dass sich die Ärztin Abby die Wunde ansieht und neu verbindet. Sie bestätigt die 8-10 Tage Ruhe und bringt Jess eine Krücke mit. Dann will sie wissen was es mit Gefängniswagen auf sich hat, weil sie so etwas noch nie gesehen hat.

Jess erzählt:
Von den vielen Einwanderern waren viele charakterlich nicht die Besten. Das Land war überzogen von Banditen. Richtig aufgeräumt hat in Arkansas der berühmte Hängerichter Isaac Charles Parker. 1875 trat er die Gerichtspräsidentschaft in Fort Smith an. Während seiner 21 Jahre als Richter verurteilte er 160 Menschen, 156 Männer und 4 Frauen zum Tod durch den Strang. 79 wurden wirklich gehenkt. Er war bei der Bevölkerung beliebt wegen seiner unerbittlichen Härte. Nur darin sah man in der damaligen Zeit die Möglichkeit Herr über die vielen Kriminellen zu werden. Unter den Berühmtheiten seiner Verurteilten war auch die Räuberbraut Belle Starr. Während der 21 Jahre seiner Richterzeit verloren 65 Marshals ihr Leben in Ausübung ihres Amtes. Die Countys sind groß und auch ein Marshal muss mal schlafen, wenn er Gefangene transportiert und das wurde genutzt solange bis Richter Parker mit dem Marshal Bud Ledbetter den rollenden Gefängniswagen erfand, der sich dann überall durchsetzte. Hände und Füsse gefesselt im Wagen gibt es keine Chance mehr auf Flucht. Auch die Erfindung des ersten 6 Personen Galgens ist Richter Parker zuzuschreiben. Inzwischen ist unser Land einigermaßen befriedet und eine Frau kann auch allein in einer Kutsche durch die Gegend fahren. Marshal zu sein ist auch heute noch ein nicht ungefährliches Amt.

Frank muss grinsen.
Mit Roy als Sheriff hast du es ja nicht so Jess.

Der schüttelt nur den Kopf.
Nein, der ist mir einfach zu schnell Leute in den Knast zu stecken, die einfach nur einen über den Durst getrunken haben.

Frank lacht.
Damit hast du ja die meisten Erfahrungen und ich kann dich da wieder raushauen. Und nun ab ins Bett Jess, ruh dich aus!

Jess hört auf seinen Dad, aber er wird mit jedem Tag unruhiger wegen der auferzwungenen Ruhe. Das geht so weit, dass er schon beim Frühstück mit der Krücke auf den Tisch haut und Ruhe brüllt, als sich die Mädchen um die Marmelade streiten. Die Beiden erschrecken sich so sehr, dass sie anfangen zu weinen. Jess versteht sich selbst nicht mehr und meint:
Sorry ich habs nicht so gemeint ihr Beiden. Ich bin einfach nicht ich selbst wenn ich nur rumhängen soll.

Jolene nickt und guckt aus dem Fenster.
Dad, guck mal raus, ganz schnell!

Jess sieht aus dem Fenster und muss über das lachen was er sieht. Laura kennt ihren Mann und weiß wie sie ihn aufmuntern kann. Sie hat mit Tatanka trainiert.

 
 
Der imposante Büffel steht wie eine Statue bei der USA Flagge.
 
 
Jess kann nicht glauben was er sieht und ist völlig beeindruckt. Der Büffel ist ein echtes Wahrzeichen Amerikas und ist auch auf der Flagge Wyomings zu sehen.

Einige Tage später ist Abby zufrieden mit der Wundheilung und erlaubt Jess eine kleine Runde auf dem Painthorse zu machen, das Jess in Erinnerung an sein Abenteuer mit Marshal Wiley Peters Marshal genannt hat. Patrick hat Marshal gesattelt.

 
 
 
Jess sitzt auf und reitet los in Begleitung seines Hundes Teddy.
 
 
 
Er merkt gleich, dass Marshal gut geritten wurde und sofort gut auf seinen Reiter reagiert. Jess ist sehr zufrieden mit dem schönen Hengst.
 
 
 
Tumbleweedranch | Februar 2014 | top
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