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Kapitel 141
 
Grandpa Frank hat den Ritt auf Nuage Blanc weggesteckt.
 
 
Aber er kann es nicht lassen Jess bei jeder passenden Gelegenheit unter die Nase zu reiben, dass er die Bullen für unnütze Fresser auf einer Pferderanch hält. Das geht so lange bis Jess der Kragen platzt und er seinen Dad anbrüllt:
Nun ist es gut! Ich weiß schon was ich mache. Tu mir den einen Gefallen und verzieh dich heute nach Laramie damit ich endlich meine Ruhe vor dir habe, dein Gemecker ist ja nicht auszuhalten. Heute ab Mittag ist die Versammlung der Ranchervereinigung, da kannst du die Tumbleweed vertreten. Ich habe keine Lust mich von den Idioten anmeckern zu lassen warum ich ein Mustangschutzgebiet auf meinem Land eingerichtet habe. Die Rancher bringen alles um was Konkurrenz für ihre Rindviecher und gezüchteten Pferde ist. Ich kann den Nachmittag besser verbringen als mich anmeckern zu lassen und rechtfertigen zu müssen. Ich werde noch ein paar Schiessübungen mit der Winchester machen und dann einen schönen Ritt auf Henry. Der meckert mich wenigstens nicht an.

Mit Blick auf seinen Dad:
Ich mach dir Laddie fertig, nicht dass du mir das reparierte Cart ruinierst, Laddie hat die Ruhe weg und die Geräusche der Stadt kennt er. Einkäufe in Johns Laden nicht vergessen! Kannst du dir nicht ein anderes Hobby suchen als mich immer anzumeckern wegen der Bullen Dad?

 
 
So macht sich Frank mit Laddie auf den Weg in die Stadt.

Erleichtert - endlich ist der Alte weg - baut Jess etliche Konservendosen auf einem Brett auf und schießt auf sie. Laura schüttelt nur ihren Kopf und denkt: Frank ist nicht immer einfach, vielleicht tut es Jess ja gut seinen Frust mit der Ballerei auf die Dosen abzubauen.

Nachdem Jess keine Lust mehr auf seine Schiessübungen hat sattelt er Henry und genießt einen schönen langsamen Ritt auf dem Longhornbullen.

 
 
Unterwegs senkt Henry einige Male seinen großen Schädel um Gras zu fressen und Jess lässt ihn.
 
 
Mit Henry allein unterwegs kommt er immer sehr schnell zur inneren Ruhe zurück. Er hat es nicht eilig und ist ohne es wirklich zu merken den ganzen langen Nachmittag unterwegs. Noch ist es hell, Jess kehrt zur Ranch zurück und Laura sieht aus dem Fenster. Beide können nicht glauben was sie sehen. Frank kommt zurück aus der Stadt - aber nicht allein.
 
 
Ein großer pechschwarzer Bulle folgt ihm brav am Strick. Die Einkäufe hat Frank hinten auf dem Cart verstaut.
 
 
Grandpa macht ein nachdenkliches Gesicht. Sein Blick wirkt unsicher.

Jess sagt erst einmal nichts, weil ihm nichts dazu einfällt. Er hat die Einkäufe vom Cart genommen und meint leise zu Laura, deren Gesichtszüge auch ganz klar Nichtverstehen und Überraschung ausdrücken:
Honey, kneif mich mal! Ich träume doch nicht und ich habe auch nichts getrunken. Ist mir die viele frische Luft nicht bekommen? Dad hat einen Angusbullen. Das gibt es doch nicht, ich glaube das nicht.

 
 
Laura flüstert:
Jess, frag mich Leichteres.

Frank hat den Bullen am Strick und grinst:
Was gafft ihr so wie bestellt und nicht abgeholt? Komm schon Jess, guck dir Pitch Black -pechschwarz- an!

 
 
Auch Henry sieht seinen Artgenossen an. Jess guckt immer noch völlig verständnislos als hätte er noch nie einen Angusbullen gesehen.
Dad, was ist das denn, ich meine, wie kommst du an einen reinrassigen britischen Angusbullen?

Frank grinst:
Du wolltest, dass ich zur Versammlung der Ranchervereinigung gehe. Die haben ihre jährliche Verlosung abgehalten und haben sich nicht lumpen lassen. Ich habe den Hauptgewinn gezogen, die Nummer für den Bullen. Er hat eine erstklassige Abstammung haben sie gesagt und Papiere der amerikanischen Angusassociation. Mir wurde ganz anders als ich aufgerufen wurde meinen Gewinn abzuholen. Die Bullen sind nicht meine Welt, aber er ist wirklich ganz brav mitgekommen. Ich wollte mich nicht blamieren. Die wissen alle, dass mein Sohn Bullrider war.

Jess guckt fachmännisch unter den Bullen:
Dad, der hat eine erstklassige Ausstattung. Du solltest den Farmern seine Dienste anbieten. Dann hast du ein Hobby, Geld kommt rein und ich habe meine Ruhe.

Grandpa Frank lacht:
Mein Sohn - wie immer geschäftstüchtig!

Pitch Black guckt sich aufmerksam um.

 
 
Er ist ein Bild von einem Angusbullen.
 
 
Jess bringt Pitch Black zum Einstand auf der Tumbleweed einen großen Ballen Heu und krault ihn.
 
 
Armer Kerl, so hornlos! Alle meine Bullen haben Hörner. Da fehlt der Kick beim Bullriding. Aber Dad und Jeremy bist du so sicher sympathischer.

Henry kommt auch dazu und frisst vom Heu.

 
 
Jess fragt seinen Dad:
Du warst doch auch in Johns Laden. Hast du den Truthahn gesehen, den Hauptpreis für das Wettschießen am Sonntag vor Thanksgiving?

Frank antwortet:
Oh ja, das ist ein Kerl, genau das Richtige zu Thanksgiving. Jetzt wird mir klar warum du dauernd rumballerst. Du willst am Wettschießen teilnehmen.

 
 
 
Jess grinst:
Klar Dad! Ich muss meine Schlappe vom letzten Jahr mit dem Minitruthahn gutmachen.

Am nächsten Tag kommt Jess angeritten und hat einen kleinen Bullen aus Holz unter dem Arm.

 
 
Grandpa Frank ist ganz gerührt:
Du hast den Bullen aus Holz noch, den ich dir als Junge geschnitzt und bemalt habe?

Jess erwidert:
Den habe ich immer gehütet wie meinen Augapfel. Er bedeutet mir sehr viel. Du hast eine Begabung mit Holz zu arbeiten, Dad. Schau wie schön er ist!

 
 
Frank ist überrascht und gerührt, dass sein Sohn diesen Bullen immer noch hat. Tief in seinem Inneren weiß er, dass Jess schon als kleiner Junge den Hang zu den Rindviechern hatte besonders zu den starken Bullen.

Frank steht stolz da mit seinem Pitch Black.

 
 
Jess lacht:
He Dad, wie fühlt man sich als frischgebackener Bullenbesitzer? Jetzt kannst du mich nicht mehr anmeckern wegen der nutzlosen Bullen. Jetzt bist du selbst Bullenhalter. Willkommen im Club! Darauf sollten wir einen Cowboykaffee trinken.
 
 
 
Tumbleweedranch | September 2014 | top
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