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Kapitel 37
 
Jess lässt seinen Mustang so schnell laufen wie er kann und mit jeder Meile, die er hinter sich bringt, baut er seinen Zorn über die Sache mit dem Whisky ab. Wie es der Zufall will, hat ihn sein Weg in die Nähe der Miller Farm geführt und so nutzt Jess die Gelegenheit die Millers zu fragen ob sie schon einmal sturzbesoffene Schweine hatten. Mr. Miller ist am Stall ausmisten und lässt vor Lachen über die Story von Kathy und dem Ferkel Schnitzel seine Mistgabel fallen. Dann meint er
Jess, das kann das Schwein ab. Ich hatte schon einmal den ganzen Bestand besoffen, weil sie gegorene Früchte, die auf dem Boden lagen von den Obstbäumen, gefressen haben. Alles halb so wild, glaub mir! Euer Schnitzel bekriegt sich schon wieder, nur bei der Menge Whisky kann das schon zwei, drei Tage dauern.

Jess muss nun doch grinsen
Wow, wenn ich bedenke wieviele entspannende Abende ich mir davon hätte machen können, im ersten Moment hätte ich Kathy ohne schlechtes Gewissen den Hals umdrehen können. Aber ist ja jetzt doch nicht mehr zu ändern!

Jess bekommt noch von Mrs. Miller ein Stück von seinem geliebten Apfelkuchen und dann macht er sich auf den Heimweg.

Wieder zu Hause sattelt er seinen Esprit ab und lässt ihn auf die Weide.

 
 
Danach geht zu Kathy um festzustellen was Schnitzel macht. Kathy ist treu und brav beim Schweinchen sitzengeblieben und bewacht seinen Schlaf.
 
 
Die Katzen haben sich inzwischen zu Kathy gesellt. Jess muss lachen:
Schnitzel liegt ja immer noch da wie verreckt. Kathy, stell den Korb weg und lass ihn pennen. Ich habe mich bei den Millers erkundigt, das wird wohl noch zwei oder auch drei Tage so sein. Du bist entlassen als Schweinewächter und kannst nach Hause gehen.

Kathy ist erleichtert. Auf Dauer ist es langweilig bei einem Ferkel zu sitzen, das nur ab und zu die Augen verdreht und ab und zu einen Rülpser mit Whiskyfahne von sich gibt. Genau das passiert auch jetzt wieder.

Jess hält sich den Bauch vor Lachen und meint
Ich glaube so besoffen bin ich im Leben noch nicht gewesen. Da habe ich immer vorher gekübelt. In der Flasche haben aber höchstens drei Schluck gefehlt. Wenn ich so viel intus hätte, würde ich auch so schnell nicht wieder aufstehen.

Laura kommt um die Ecke.
Untersteh dich, die Zeiten sind ja wohl hoffentlich vorbei.

Jess
Na ja, mit dieser Flasche passiert es ganz sicher nicht mehr. Die hat das Schwein ja intus.

Frank kommt und meint
Jess, du warst da nie ein Kind von Traurigkeit. Ich weiß noch wie ich dich so mit knapp 18 aus dem Knast in Laramie aus der Ausnüchterungszelle holen musste. Du warst so renitent, dass sich der Sheriff keine Rat mehr wusste und dich festgesetzt hast.

Jess
Weiß ich gar nicht mehr so genau, ich weiß nur noch, dass ich mich mit Bob geprügelt habe, warum, keine Ahnung mehr! Dann hat sich das Ganze zu einer Massenschlägerei entwickelt und alle haben mitgemacht. Den Saloon haben wir auseinander genommen. Das waren noch Zeiten! Aber ich verzeih dir nie, dass du mich erst Mittags geholt hast. Der Frass im Knast war so schlecht, den habe ich dem Sheriff vor die Füsse geworfen. Hunger hatte ich ohnehin nicht.

Frank
Mein Gott, was habe ich mich geschämt! Die Ausnüchterungszelle war ziemlich überfüllt. Roy der Sheriff hat mir noch den Rat gegeben besser auf dich aufzupassen, aber das war ja praktisch gar nicht möglich. Du hast auf dem Pferd auf dem Heimritt noch ganz schön geschwankt und dann habe ich dich in die Pferdetränke geschubst.

Jess
Dad, das war im Winter und saukalt, aber danach war ich endgültig nüchtern.

Frank
Deine Mutter sollte dich in dem Zustand nicht sehen. Sie hat sich so Sorgen gemacht, weil du über Nacht nicht zu Hause warst.

Jess
Alles halb so wild, nicht dass ich stolz bin auf die Nacht im Knast, aber es war schon eine Erfahrung. Hätte ich gut drauf verzichten können! Ich denke ich habe mich als verheirateter Mann jetzt gebessert, zumindest bemühe ich mich.

Laura muss lachen
Manchmal bleibt es aber nur beim Bemühen.

Da kommt der Ire Patrick um die Ecke.
Was macht denn unser besoffenes Schweinchen? Boss, du warst aber ein ganz schön wilder Vagabund.

Patrick kann es nicht lassen und gibt The Wild Rover zum Besten. Jess gefällt der Song und er singt den Refrain mit.

Nein, nein so schlimm war ich nicht. Ich habe nicht alles für Whisky und Bier ausgegeben. Sonst wäre die Ranch nicht das was sie heute ist - meint Jess.

Später nimmt Jess Patrick an die Seite. Er mag ihn und es entwickelt sich zwischen den beiden eine Männerfreundschaft.
Patrick, du reitest sehr gut. Nimm morgen den Vollblutmix und reite nach Laramie. Hier hast du ein paar Dollar und bring uns aus Johns Laden eine oder auch zwei gute Flaschen Whisky mit.
Ganz ohne ist ja Bullshit! Das Pferd braucht Ausdauertraining. Da können wir das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.

 
 
Laura und Dad haben nichts von Jess und Patricks heimlichen Arrangement mitbekommen. Patrick ist stolz darauf, dass ihm der Boss ein Pferd dieser Sonderklasse anvertraut.

So sorgt Jess ganz clever für Nachschub und muss selbst nicht auffallen. Wozu hat man schließlich Arbeiter auf der Ranch?