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Kapitel 91
 
Jess ist es langsam leid wegen seiner Krankheit so lange arbeitsmässig pausieren zu müssen. Aber Abby hat ihm nahegelegt wenigstens ein Vierteljahr kürzer zu treten und stärkere körperliche Belastungen zu vermeiden. Sie hat mit ihrem Freund Patrick gesprochen, der jetzt sozusagen als Vormann mit Frank zusammen die Ranchbelange regelt. Laura passt auf, dass er kein Bier oder Whisky bekommt und es gibt weiter nur Tee oder wie Jess es treffend ausdrückt braunes Kaffeewasser. Seine Laune ist ziemlich auf dem Nullpunkt. Immer wenn er im Stall etwas machen will, kommt jemand und nimmt ihm die Arbeit ab. Nimmt er die Mistforke kommt Jeremy und nimmt sie ihm aus der Hand, will er ein Pferd satteln, hat Patrick schon den Sattel in der Hand. Reiten hat ihm Abby verboten, da zu anstrengend. Die Bullen füttert Laura.
 
 
Pferde zureiten darf er auch nicht, höchstens den Heuwagen oder das Cart fahren.
 
 
Laura hat auch immer ein Auge darauf, dass er seine Jacke anzieht, wenn es kühler ist.

Jess wird immer ungenießbarer, weil ihm langweilig ist. Sein Vater hat ihn zusammengestaucht, dass es alle bloß gut mit ihm meinen. Jess tut sich schwer diese Zwangspause zu akzeptieren. Aber er hat keine Wahl, Abby hat ihm deutlich gemacht, dass er nur mit viel Ruhe wieder zur gewohnten Leistungsfähigkeit zurückkommen kann.

Eines Morgens will er seinen Bingo in eine leere Box im Stall bringen, weil er die Hufe beschnitten haben muss. Bingo hat die Eigenart sich dann sehr aufzustützen und das sieht Jess ein, dass er damit kräftemässig überfordert ist. Er will es aber Patrick einfacher machen wenn er Bingo in den Stall sperrt. Dann muss er ihn nicht erst auf der Koppel einfangen. Bei Jess kommt er immer gleich auf Zuruf.

Mit Bingo am Halter steht Jess in Emilys Begleitung vor der leeren Box. Da hört er ein leises Wimmern, das er vom Ton her gut kennt.

 
 
Jess schüttelt seinen Kopf und denkt, nein, das kann eigentlich nicht sein. Hört sich an wie Babyweinen.

Er hält Bingo an und öffnet die Box. Was er sieht verschlägt ihm die Sprache.

 
 
Vor ihm liegt ein Baby im Korb und weint. Er holt es aus dem Körbchen und nimmt es auf den Arm.
 
 
Wo kommst du denn her? Liegst einfach in den Ställen fremder Leute rum, das kann aber mächtig ins Auge gehen. Mit dem rosa Höschen, it`s a girl! Was hast du denn bloß für eine verantwortungslose Mutter, die dich einfach hier aussetzt? Das soll einer verstehen!

Jess ruft laut nach Laura, die auch gleich sieht wie hungrig das kleine Mädchen ist und Abhilfe schafft.

 
 
Die Kleine trinkt die Flasche mit großem Appetit, macht ein Bäuerchen und darf dann erst einmal in Lorettas Bettchen schlafen.
 
 
Beim gemeinsamen Mittagessen wird eine Krisensitzung gehalten. Frank meint:
Bestimmt hat jemand die Kleine hier ausgesetzt, weil derjenige gesehen hat wie liebevoll ihr eure Mädchen behandelt.

Jess guckt Laura an und sagt:
Honey, zwei Mädchen sind genug und ich würde mir jetzt langsam wirklich einen Stammhalter wünschen.

Laura guckt Jess verliebt an:
Du hast ja recht, ein gemeinsames Kind ist schon etwas anderes und du bist ja kein Hermann.

Jess lacht
Nein, irgendwann soll es wohl mal mit einem Jungen klappen, aber was machen wir jetzt mit dem kleinen Mädchen? Sie sucht doch auch nur liebevolle Eltern. Hier bei uns sehe ich total schwarz. Guck dir Abby und Patrick an, Abby ist doch nur mit ihrer Arbeit als Doc verheiratet. Jeremy und Vicky, da sage ich nur Partnerschaftsvermittlung Red Rose, die sind doch gar nicht reif für ein Kind.

Laura
Da hast du so recht Jess, aber was nun? Das Waisenhaus in Cheyenne, nein, da hört man so viele Horrorgeschichten, dass Kinder geschlagen werden und hungern müssen.

Jess schüttelt seinen Kopf.
Das will ich ja auch nicht für die Kleine woher sie auch immer stammt. Honey ich habs! Wir schicken sie zu Lyle und Kylie auf die Little Ponderosa. Das sind zwei ganz liebe Menschen, die Erfahrung mit Kindern haben und verantwortungsbewusst sind. Kylie war doch so angetan von Loretta. Sie wünscht sich sicher insgeheim noch mal so was Kleines. Weiß der Geier was Lyle treibt, dass da nichts mehr passiert. Wenn die Beiden nicht wollen ist da noch die Indianerin Tekali und ihr Riley. Da sind sehr liebevolle Pärchen von denen sicher eines sich der Kleinen erbarmen wird. Sie sucht doch auch nur etwas Liebe und ist doch so niedlich. Ja, so machen wirs, Problem gelöst und sicher nicht zum Nachteil der Kleinen.

Noch am selben Tag wird das kleine Mädchen per Bahn auf die lange Reise zur Little Ponderosa geschickt unter liebevoller Aufsicht der Bahnbediensteten, die sich auch um einen Dalmatiner und zwei Welpen aus Jess`kleiner Hundezucht kümmern, die ein Gescbenk für den Ranchboss sind. Laura hat die Hunde zusammen mit Jess ausgesucht.

 
 
Nun beginnt das lange Warten auf Nachrichten von der Little Ponderosa.
 
 
 
Tumbleweedranch | September 2013 | top
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