Raylan und Jess sehen Takoda nachdenklich hinterher wie er langsam davonreitet als am Mittag der Chinook den Schnee weggetaut hat.
 

 
Als der Medizinmann außer Sicht ist meint Jess:
"Well, das Wetter lässt es jetzt zu, wir machen die Wanderung auf dem Fußweg zur einsamen Kiefer am Ende der Baumgrenze Raylan. Pass auf wohin du trittst, das kann rutschig sein."

Gleich in der Nähe der Hütte sehen sie den Elch auf sich zukommen. Sie erschrecken sich, dass er plötzlich vor ihnen steht, aber der Elch erschrickt noch viel mehr.

 

 
Jess lacht und klatscht in seine Hände:
"Zieh schon ab und such deine Frau! Ich habe zwar mein Gewehr dabei, aber ich schieße ganz sicher nicht auf dich."

Raylan ist erleichtert. Er versteht seinen Vater immer mehr und sieht den Elch auch lieber lebendig in der Wildnis aber doch lieber von hinten.

Die Beiden gehen vorsichtig den schmalen Pfad in die Höhe bis sie an der Baumgrenze ankommen, ein wenig höher ist die einsame Kiefer zu sehen an der Zachary Jones oft gesessen haben soll und seine Welt- die Berge und die Wälder- überblickt hat. Jess sieht die frisch aufgeworfene und wieder zugeschobene Erde vom Grab. Takoda hat einen großen geraden Ast an das Kopfende gesteckt und die Mütze des Trappers daran befestigt.

 

 
Jess sieht die Kopfbedeckung und meint zu Raylan:
"Kein Zweifel, da liegt Zachary Jones. Rest in Piece Zac, ohne dich und deine Hilfe wären mein Sohn und ich erfroren."

Jess nimmt seinen Hut ab und spricht leise ein Gebet.

Bei Raylan kullern die Tränen und er schluchzt:
"Santa Claus ist wirklich tot. Takoda hat die Wahrheit gesagt. Ich habe immer gehofft, dass er jemand anderen gefunden und begraben hat."

Jess nickt bestätigend:
"Takoda sagt immer die Wahrheit."

Vater und Sohn stehen andächtig da und hängen ihren Gedanken nach. Auf einmal raschelt es deutlich im gut belaubten Gebüsch an der einsamen Kiefer. Jess ist sofort in Alarmbereitschaft, nimmt sein Gewehr in Anschlag und schiebt schnell mit dem anderen Arm seinen Sohn hinter sich um ihn mit seinem Körper zu schützen:
"Komm raus, wer immer du bist und Hände hoch! Ich zögere nicht abzudrücken, also raus aus dem Gebüsch!"

Wer mag da sein? Jess`Nerven sind in Alarm und ihm laufen Schauer über den Rücken. Nicht wieder Banditen!

Der Busch teilt sich und heraus kommt mit einem ohrenbetäubenden Geräusch - ein Muli. (Ein Suchbild, grins!)

 

 
Jess muss laut lachen und sichert sein Gewehr. Er spricht das Muli mit seiner tiefen Stimme an:
"Wer bist du denn? Musst du uns so erschrecken? Ich glaube meine Nerven liegen doch noch ziemlich blank, gegen ein Muli das Gewehr anlegen ist schon ziemlich verrückt Harper. Wird Zeit, dass du wieder zu Verstand kommst!"

Raylan guckt und reibt sich die Augen:
"Dad, das ist das Muli von Santa Claus. Er ist ab und zu raus gegangen und hat das Muli versorgt."

Jess meint:
"Raylan, davon habe ich absolut nichts mitbekommen. Weißt du wie das Tier heißt?"

Raylan guckt seinen Dad an:
"Du hast auf dem Boden gelegen, dir ging es sehr schlecht und du hast komisches Zeug geredet im Fieber. Santa Claus hat gesagt, er müsste Trudy versorgen. Ja, Trudy heißt sie."

Jess geht zu Trudy, streichelt sie und redet ihr beruhigend zu:
"He Trudy, du wolltest wohl deinen Herrn nicht verlassen, du bist dünn geworden, weil dich niemand versorgt. Ich glaube du magst Menschen."

Raylan legt seine Hand auf den Arm seines Dads, der mit dem anderen Trudy streichelt, die zufrieden schnaubt:
"Dad, bitte, können wir nicht Trudy von Santa Claus mit nach Hause nehmen? Sie hat doch sonst keinen, der sich um sie kümmert."

Jess guckt zum Grab von Zachary Jones:
"Ich denke Zac, du hast nichts dagegen wenn wir Trudy ein neues Zuhause auf der Tumbleweed geben. Vielleicht kann ich mich in dieser Form ein bisschen bei dir bedanken. Ich glaube du hast sehr an Trudy gehangen und sie an dir, wenn sie dein Grab nicht verlässt. Sie wird es auf der Ranch gut haben, das schwöre ich dir."

Raylan ist zufrieden und so nehmen sie das Muli mit zur Hütte. Raylan hat Trudy gestriegelt bis ihr stumpfes Fell wieder glänzt. Obwohl sie mit dem alten Mann zusammen war liebt sie Kinder über alles.

 

 
Trudy bekommt jede Menge Streicheleinheiten und Jess verwöhnt sie mit Leckerchen. Ja, das würde Zachary Jones gefallen.

Jetzt ist sie sicher vor den großen Beutegreifern in den Bergen. Sie hätte keine Chance gegen einen Grizzly oder Puma.

 

 
Jess beschließt noch einen Tag dranzuhängen. Er guckt in der Hütte den Holzvorrat von Zachary Jones durch und findet passende Teile um ein Grabkreuz für den Trapper zu fertigen. Er ritzt die Buchstaben
Zachary Jones
R.i.P.
auf das Querteil des Kreuzes. Jess weiß nicht das Geburtsdatum und das Sterbedatum, also muss es so genügen. Raylan beobachtet seinen Dad bei der Arbeit und nimmt sich eine schmale Holzplatte. Dann ritzt er mit ungelenkiger Kinderschrift in die Tafel:
Beloved Santa Claus

Jess guckt seinem Sohn ergriffen zu und meint:
"Das ist eine schöne Idee, das würde Zac sehr gut gefallen. Du hast schön geschrieben Raylan. Grandpa sagt ja immer zu meiner Schrift, dass es aussieht als ob Spinnen über das Papier krabbeln, soll sich nicht so haben. Sieht so aus als ob du es besser kannst Raylan."

Gleich am nächsten Morgen stellen die Beiden das Grabkreuz und die Tafel am Grab auf und verabschieden sich. Jess verspricht:
"Zac, dein Muli wird es gut bei uns haben, mein Dad und die Kinder werden Trudy lieb haben. Ich hoffe, das Kreuz ist gut so, besser kann ich es nicht, Farewell. Wir schauen irgendwann wieder hier oben vorbei!"

An der Hütte angekommen darf Raylan noch einmal auf Trudy sitzen.

 

 
Dann packt Jess seine Sachen zusammen. Jess und Raylan satteln Pferd und Pony und Trudy kommt am Lasso mit auf den Weg zurück zur Tumbleweed.

Jess spürt deutlich, dass die Heilung bei Raylan begonnen hat. Der Junge ist wieder fröhlich und es ist gut, dass er das Gefühl hat seinem geliebten Santa Claus einen letzten Gefallen zu tun mit der Aufnahme von Trudy. Jess lächelt und ist zufrieden wie sich die Dinge entwickelt haben.